Gott zu Ehr und zu des Landes Besten: Republik und Bürgertum – Das Ideal der preußischen Aufklärung

Das Erziehungs- und Bildungssystem ist grundlegend für Gesellschaft. Was hier getan wird, bestimmt die Zukunft einer Gesellschaft, eines Volkes und seiner Nation, sprich die Politik. Schulpflicht ist dabei ein zweischneidiges Schwert (andere Länder wie Dänemark haben lediglich Unterrichtspflicht). Hat man einen ordentlichen Staat, dann kann er durch Schulpflicht für einen allgemeine hohe Bildung sorgen. Hat man jedoch ein Regime, dann kann es die Kinder ideologisch verunstalten. Auf die BRD trift letzteres zu. Ich positioniere mich hier klar gegen das Erziehungs- und Bildungswesen der BRD, die Art und Weise und die Inhalte. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass ich meine Kinder nie in öffentliche Schulen der BRD schicken würde. Was natürlich entweder die Alternative einer Privatschule oder das Auswanderung nötig macht, denn die BRD ist das einzige Land in Europa, welches Heimunterricht verbietet. Und das sagt einiges aus.

Als deutscher Traditionalist sehe ich ein ordentliches Erziehungs- und Bildungswesen  im preußischem Ideal, wie sie Wilhelm von Humboldt konzipierte. Preußischen Aufklärung und preußischer Piätismus sollten unsere Idealbilder für das Erziehungs- und Bildungswesen sein. Das heißt befreit von allen internationalen Einflüssen, wie sie heute maßgebend sind und das deutsche Wesenszüge in der Bildung ersetzt haben. Aber auch die Reformen des Theologen August Hermann Franke sind als deutsches Ideal maßgebend. Er etablierte die Berufsausbildung in Deutschland. Aber auch Immanuel Kant sollte durch seine Philosophien, wie einst in Preußen, mit das Ideal des Erziehungswesen prägen. Das preußische Bildungswesen erkannte auch schon unter Kant, dass besonders Geschichtskenntnisse im Beamten- wie auch im Bürgertum bedeutend sind.
Neben der eigenen Geschichte, besonders auch die antike Geschichte und ihre Philosophien und Literaturen, um von ihnen zu lernen. Wer einmal Wien besucht, sollte sich den Aufgang zum Parlament genauer ansehen. Dort findet er griechische und römische Philosphen. Auch in Österreich sah man das Leitbild in der griechischen und römischen Philosophie für das Staats- und Gesellschaftswesen. Das macht überhaupt Europas Identität aus. Während man aber für Frankreich eher die Erbfolge des dekadenten und korrupten Roms sah, lag für Preußen das Ideal im edlen Griechenland. Das ganze im Gegensatz zu heute, wo Geschichte nur selektiv und ausschnittartig so gelehrt und interpretiert wird, wie es dem politischen System gerade passt sich zu legitimieren. Das hat mit dem preußischem Ideal nichts gemein. Gerade wir Deutschen lernen nur das aus der Geschichte wirklich vertiefend, was unsere Schuldkultur legitimiert. Also jene 12 Jahre. Mancher Fanatiker und antideutsche Geschichtsverdreher (u.a. Fritz Fischer, Jürgen Habermas als Beispiel) geht sogar so weit zu sagen, dass die deutsche Geschichte in Summe unausweichlich zum NS führte. Deterministisch mag das stimmen, aber gemeint ist eine anti-deutschkulturelle Gesinnung mit Bezug zum NS. Auf diesem ideologisch und politisch entstellten Bild baut die BRD ihre Selbstbild auf. Das ist einfach nur geisteskrank, aber leider nicht selten Lehre und verbreitete Meinung, gerade warum man als Deutscher nicht national denken soll. Eine fatale Irrlehre. Nicht aber bedeutend ist das, was uns in 1000 Jahren wahrlich als Zivilisation ausmacht(e). Vom Studium antiker Philosophie und Literatur gar nicht zu reden. Welch einen Geist könnten unser Bürgertum aufweisen, würde er schon in der Schule antike Texte zu geschichtlichen und politikphilosphischen Themen studieren. Niemand zieht Platon heran, wenn er die Demokratie als höchstes Ideal sieht. Und so machen wir Fehler, die schon vor 2500 benannt wurden und unsere Welt heute beschreiben. Bismarck warnte vor dem Umgang mit dem Sozialismus und wir taten genau das, was er kritisierte und schufen genau die Welt, die er als Konsequenz sah. Paradoxerweise haben wir heute freien Zugriff auf alles Wissen der Welt in Echtzeit, sind aber im Bürgertum wie auch in der Politik völlig unwissend über Hintergründe und Zusammenhänge aktueller oder geschichtlich Natur oder überhaupt unfähig oder nicht willens Lehren und Erkenntnisse aus der gesamten Geschicht und vorangeganger Generationen und Zivilisationen zu ziehen. Die Preußen aber wussten um diese Notwendigkeit, um als Zivilisation zur Größe zu gelangen. Gelernt haben wir aber nichts aus der Geschichte und wenn selektiv und entstellt das Falsche.
Weitere bedeutende Namen neben den genannten, die einst das traditionelle deutsche Bildungswesen geprägt und die geistige Grundlage Preußens gelegt haben sind Christian Thomasius, Christian Wolf, Johann Gottfried Herder, Moses Mendelssohn oder Gotthold Epharim Lessing. Dies sollten unsere Idealbildung für eine deutsche Erziehung sein und nicht ausländische! Die preußische Bildung hat das eigene Urteil, die Eigenständigkeit des Menschen und die Selbstständigkeit durch soldide Kenntnis zum Ziel, was Preußens und Deutschland Leistungen in Kultur und Wissenschaft erst möglich machte.

“Habe den Mut zum eigenem Urteil.”
(Immanuel Kant)

“Menschenrechte können nicht ohne Menschenpflichten genannten werden.”
(Johann Gottfried Herder)

Große preußische Monarchen wie Friedrich der Große oder der große Kurfürst Friedrich Wilhelm oder ihre Vorgänger setzten Unsummen ein, um Preußens Bildung und Kultur zu fördern. Die Verwaltung wurde reformiert und hoch effizient, Wissenschaft, Kultur und Kunst gefördert, die Wirtschaft gestärkt. Sie bauten Schulen und Universitäten (bspw. Universität Halle durch Friedrich III.), Waisenhäuser und Krankenhäuser, Museen und förderten die christlich-lutherische Religion oder setzte christliche Theologen als Rektoren an Universitäten ein. Die Sparsamkeit und Pflichterfüllung sowie Rechtstreue waren seit Friedrich-Wilhelm I. höchstes preußisches Ideal. Nicht zum Selbstzweck, sondern zur Abwägung von Investitionen.

“Eine Regierung muss sparsam sein, weil das Geld was sie erhält, aus dem Blut und Schweiß des Volkes stammt. Das Geld ohne Rücksicht auf die Zukunft ausgeben, heißt handeln wie ein Tyrann und nicht wie ein Vater des Volkes.”
(Friedrich der Große)

“Jeder will Reichtümer anhäufen, sie zu erwerben, werden die rechtswidrigsten Mittel angewandt. Die Korruption greift um sich, schlägt Wurzeln und wird allgemein. Die Talente, die sittenreinen Leute, werden missachtet, und die Welt ehrt nur die Bastarde des Midas, die mit ihren reichlichen Geld-ausgaben, ihrem Prunk, sie blenden. Sittenverderbnis, herausfordernde Freiheit des Lasters, Verachtung der Tugend und derer, die sie verehren, Eigennutz anstelle des Gemeinsinns – das sind die Vorboten des Verfalls der Staaten und des Untergangs der Reiche.”
(Friedrich der Große)

Friedrich der Große war es, der die allgemeine Schulpflicht einführte. Jedoch bedenke man die oben aufgeführten Ideale Preußens im Vergleich zur BRD. Viele Gesetze Friedrichs gelten bis heute im BGB. Friedrich begründete ebenso die Vorstellung des Rechts- und Verfassungsstaates, die Trennung von Justiz und Verwaltung, die Glaubens- und Gewissensfreiheit sowie die Aufhebung Eingriffsrechte des Herrschers in das Recht aufgehoben. Friedrich der Große bezeichnete seine Herrschaft als “aufgeklärten Absolutismus” und förderte besonders Kant. Preußen wurde unter Friedrich als Zentrum der  Aufklärung gesehen und von seinem Hof gingen so viele positive Entwicklungen aus, dass eine soziale Revolution von unten (links) chancenlos war.

“Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es Anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt, u.s.w., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen. Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperrten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen droht, wenn sie es versuchen allein zu gehen.
(Immanuel Kant)

Dies ist ein gutes Beispiel, wie eine ordentliches und idealistisches Erziehungs- und Bildungswesen die Politk und den Staat prägen kann, und somit die Zukunft des Staates betimmt. Preußens und Deutschlands Erfolgsmodell beruhen auf diesen preußischen Idealen in Bildung und Erziehung, die bis zum preußisch-deutschem Kaiserreich so bestanden. Das preußische Bildungsystem bestand aus Stufen in der Erziehung, welche als “Mehrstufensystem” an der Universität Halle entwickelt wurde: Die Grundstufe erzog allgemeine Bildung für alle und operationale Fähigkeiten Lesen, Schreiben, Rechen und Naturkunde und verband diese mit dem ethischen Bereich der primäre Tugenden wie Bescheidenheit, Ordnung, Pünktlichkeit, Fleiß, Standfestigkeit und der religiösen Erziehung mit der Liebe zu den 10 Geboten. Darauf bauten dann die anderen Stufen bis zur Universität auf.

Merke: Eine Republik (res publica als Herrschaft der Öffentlichkeit/ der Gesellschaft/ des Bürgertums) funktioniert nur mit einem (mündigen) Bürgertum nach Maßgabe der Aufklärung! Und weiter: Eine solches Bürgertum funktioniert in seiner gesellschaftlichen Kohärenz nur als identitäres Volk, wenn also gemeinsame Wertvorstellungen und die ihnen zugrunde liegenden kulturhistorisches Wurzeln geteilt werden! Als Republikaner ist es daher meine Überzeugung, wenn eine Republik, dann keine demokratische oder sozialistische, sondern eine Deutsche Republik, die fundamental auf den Idealen der preußischen Aufklärung wie beschrieben aufbaut und diese im konservativen Sinn bewahrt und verteidigt. Warum gerade die preußische Aufklärung? Weil die Philosophie der Aufklärung hier an die deutsche Kultur “angepasst” ist. Das heißt, es ist eine Aufklärung vom deutschen Volk, von deutschen Geistern im Rahmen der deutschen – für die deutsche Kultur bedeutenden preußische – Kultur, für das deutsche Volk. Die französische Aufklärung hingegen begründete direkt den Sozialismus. Die preußische nicht!

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