Mittelmacht Deutschland

“Es ist möglich, daß der Deutsche noch einmal von der Weltbühne verschwindet, denn er hat alle Eigenschaften, sich den Himmel zu erwerben, aber keine einzige, sich auf der Erde zu behaupten, und alle Nationen hassen ihn, wie die Bösen den Guten. Wenn es ihnen aber wirklich gelingt, ihn zu verdrängen, wird ein Zustand entstehen, in dem sie ihn wieder mit Nägeln aus dem Grabe kratzen möchten.”
(Christian Friedrich Hebbel, 19. Jahrhundert)

“Germany’s future is the future of the world.”
(Thomas Carlyle, 19. Jahrhundert)

“Whoever can tell me what the Germans are going to do is going to tell me about the next 20 years of history.”
(George Friedman, 2015)

Viele träumen davon die Welt zu verbessern. Wenngleich dies eine anmaßende Vorstellungen ist und man allem voran erst einmal eine erfolgreiche eigene Gesellschaft vorweisen sollten. Daran mangelt es vielen Utopisten jedoch. Die Welt ist, obgleich die Utopien mancher gerne etwas anderes sehen würden, auf Nationen und internationalen Abkommen und Beziehungen aufgebaut. Sprich die Menschheit besteht aus Völkern und ihren Nationen als Interessenvertretung. In diesem anerkannten Rahmen gilt es sich zu bewegen, anstatt von Utopien zu träumen. Das Volk gibt der Nation seinen Charakter, im besten Fall. Somit auch die Art und Weise seines internationalen Wirkens. Das deutsche Volk wies dabei, worauf ich später noch einmal zurückomme, stets einen Sonderweg auf. Die eine Macht sagte “A”, die andere “B” und die Deutschen meistens “C”. Dies begründete die Anerkennung für die Deutschen auf der internationalen Bühne, da dieser Weg zumindest in der Vergangenheit durch Vernunft und nie reinem Eigennutz geprägt war. Das deutsche Wirken war, wie die Weimarer Außenpolitik zeigt, selbst in Zeiten großen Unrechts auf Aussöhnung und Verständigung gerichtet. Um des Friedens Willen nahm man soweit hin, wie es die eigenen nationalen Interessen noch zuließen. Wie erwähnt hängt am deutschen Schicksal das Schicksal der Welt, und so hat das deutsche Volk, wenn es sich denn auf seinen wahre und traditionelle Identität besinnt, die Möglichkeit wahrhaft die Welt zu verbessern. Doch dazu muss es sich in dem genanntem Rahmen bewegen, sprich als Nation auftreten.
In weiter zurückliegender Vergangenheit war der Einfluss einer Nation geprägt durch imperiale Weltmacht. Die Deutschen aber in ihrem Sonderweg, stützten ihren Einfluss auf Industrie, Wirtschaft, Technologie und Kultur. Nie auf militärische Macht allein, auch wenn das Geschichtsbild heute anderes sagt. Deutschland wollte sich ab Beginn des 19. Jahrhunderts national einen und verfolgte danach keinerlei geopolitische Ambitionen. Bismarck sagte Deutschland sei “saturiert”. Preußens Stärke war nötig, damit es zur deutschen Einheit kam. Eine starke und abhängige Wirtschaft, die auf dem deutschen Wesen beruhte, die eine starke politische Position begründete, machte Deutschland zu einer Mittelmacht. Unausweichlich, denn Deutschland liegt im Zentrum des europäischen Kontinentes, anders als England, das sich von Wasser umgeben, im Dominanzstreben eine imperiale Politik leisten kann. Deutschland konnte und kann dies nicht, denn wie Bismarck und viele andere schon feststellten, würde Deutschland so schnell von Feinden auf allen Seiten umgeben sein und latent ist es das immer. Es ist als im deutschen Interesse Mittelmacht zu sein und so die Mächte auszugleichen, die links und rechts liegen. Mittelmacht zu sein heißt stark zu sein, eine politische Stärke, die aus wirtschaftlicher Stärke und vor allem Unabhängigkeit erwächst. Es heißt auch einem Wesen zu folgen, was auf Verständigung und Ausgleich setzt. Die internationale Bühne respektiert nur Stärke, aber das Wesen macht es aus, ob dieser Respekt auf Achtung oder auf Furcht basiert. Ob sich andere Staaten auf das Wort jener Mittelmacht und dessen Treue zu Recht und Idealen verlassen können. Das heißt, ob jene Mittelmacht zu jenem Wesen steht, auf dem es seinen Respekt begründet oder ob es ständig schwankt. Es kann kein Deutschland eine Mittelmacht sein, welches sich selbst verleugnet oder nur internationalen Interessen folgt, wie die BRD. Denn dem vertraut man nicht, weil man nie weiß, wem es nun dient. Eine Mittelmacht hat eine eigene Position und nicht die Position, dass sie aufgrund der Lage besser keine eigene Position hat und jedem gefällig ist. Diesem Staat zollt man keinem Respekt und dieser Staat erfährt auch kein Vertrauen.  Auch, weil er sich ohne eigene Interessen derart aufopfert, dass er seine eigen Stärke sabotiert.
Die Wirtschaft ist heute maßgebend für den Einfluss einer Nation. Deutsche Arbeit und Know-How lies Deutschland erblühen und wurde international nachgefragt. Von Afrika, über Arabien bis nach Japan. Überall hinternies das deutsche Volk seine Spuren. Was aber der Welt verloren gegangen ist, ist die deutsche Stimme im Völkerrat oder überhaupt ein entsprechendes Gremium. Die charakteristische Stimme eines Volkes auf internationaler Bühne ist in seiner Nation bzw. in der Vertretung seiner Nation in internationalen Räten, oder im Eigeninteresse vertretend, gebündelt. Der Einfluss dieser Stimme wird bedingt durch die Stärke und den Ruf der Nation bzw. des Volkes. Die Deutschen schafften es zumindest in der Vergangenheit (Königreich Preußen, Kaiserreich, Weimarer Republik) zu einem sehr guten Ruf zu gelangen, der mit der genannten Auflistung unterfüttert war, und daher Anerkennung fand. Der Deutsche wollte nicht erobern (nur einen), sondern Ausgleichen und Bereichern.
Immer noch respektieren die Nationen Stärke. Staatsoberhäupter, die sich behaupten können und Rückgrat beweisen der eigenen Linie treu zu bleiben und international Prosperität unter den Völkern durch Abkommen und Wirtschaftshilfen, diplomatische Verständigung zwischen Konfliktparteien, Ausgleich und Stabilität bringen, finden Anerkennung. Eine Gesellschaft aber, die sich mit irrationalen und unvernünftigen Entscheidungen zum Schaden von sich und anderen, mit Rückgratlosigkeit, Feigheit, Willfährigkeit und Duckmäusertum auf internationaler Ebene auszeichnet, und nur dem eigenen geopolitischen Zielsetzungen folgt, findet international kaum Glaubwürdigkeit, wird belächelt oder gar gehasst. Leider haben es die Deutschen heute geschafft ihren guten und alten Ruf und die daraus erwachsene Anerkennung durch eben eine solche Politik zunichte zu machen. Die Nationen erwarteten den deutschen Sonderweg, der ihnen einen Ausweg zeigt. Doch die Deutschen, in Ermangelung, ja Verleugnung ihrer Identität, in Ermangelung von Souveränität und Nationalstaatlichkeit, was alles einander bedingt, enttäuschen diese Hoffnung. Sie wollen alles sein, nur nicht deutsch. Doch die Welt erwartet einen deutschen Weg. An Dingen, die vor allem linke Hirne ausbrüten, ist die Welt nicht interessiert und es wird nur müde belächelt. Sie gehen gar in innergesellschaftlichen Grabenkämpfen zwischen links und rechts auf, ohne je die nötige nationalgesellschaftliche Einheit als Volk und Bürgertum zu finden, die echte politische Einflussnahme ermöglichen würde, um überhaupt bei sich etwas zu verändern.

Um etwas außerhalb des eigenen Landes zu verändern braucht es eine Nation, sowie eine geschickte Politik, wie sie Otto von Bismarck ausführen würde. Nationale Stärke auf militärische Macht begründet wirkt bedrohlich, zerfrisst eine Gesellschaft auf Dauer, und verfällt allzu oft in den Drang diese Macht auszudehnen. Nationale Stärke jedoch auf zivilisatorische Größe zu begründen, auf Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur, sowie auf einer vernünftigen Politik, dass war immer der deutsche Weg, die das deutsche Volk zur Blüte führte.

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