Mos majorum: Wesen des Deuschtums – das deutsche Christentum und preußische Tugenden

“So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!”
(Matthäus 22,21 fordert Säkularisierung)

Vorweg eine Frage: Was ist der Unterschied zwischen dem Islam und dem Christentum? Mohammed war ein Feldherr, der eroberte und Ungläubige blutig unterwarf oder tötete, wenn sie nicht konvertieren wollten. Jesus Christus opferte sich selbst am Kreuz für seine Werte, um über Opfertod und Wiedergeburt die Unsterblichkeit seiner Überzeugungen zu symbolisieren.

Was eine Religion wahrhaft, jenseits der Mythologie ist, haben die meisten heute vergessen. Die destruktive marxistische Linksorientierung der Gesellschaft seit dem 20. Jahrhundert entstellte das Bild, welches wir von Christentum und seiner Bedeutung haben. Religion war nie einzig Mythologie oder Götterglaube. Die Mythologie ist nur ein Überbau, ein Lehrmittel. Religion ist erzkonservatives Wahren althergebrachter Werte und Tugenden und die auf ihnen begründete Lebensweise. Die Religion gibt über Lehrsätze und Geschichten diese Werte weiter. Religion und Kultur sind untrennbar miteinander verwoben. Jedes Volk dieser Erde bildete eine Form der Religion aus, um einen Mahner der Werte und Lebensweisen zu haben. Die Geschichten um die Mythologie wirken wie bei einem Kind, dem man Märchen mit einer Moral am Ende erzählt. Märchen sind nicht anderes als Lebenslehren, verständlich für Kinder gemacht. Wer religiöse Texte aufmerksam studiert findet in ihren Anleitungen das persönliche Leben und Handeln zu gestalten. Jedoch ist dies immer gebunden an die kulturgeschichtliche Lebenswelt der jeweiligen Völker. Genau darauf bauen unsere Kulturen und Gesellschaften auf, denn jene Werte spiegeln sich dort bis hin zu den Gesetzen und unserem gesellschaftlichen Selbstverständnis wieder. Um etwas in das Medium Film zu gehen. George Lucas vereinte in seinem Epos “Star Wars” in den “Jedi” das Christentum und den Buddhismus. Man wird in dem “Jedi Kodex” dieselben Lehrsätze finden. Lucas nutzt auch hier das Medium der Geschichtenerzählung, um Lebenslehren zu vermitteln und Leitbilder zu geben. Beide Religionen sind sich sehr ähnlich, wenn man sich die Lehren ansieht. Was oft als Fanatismus ausgelegt wird, ist lediglich die Aufforderung unbeirrt an den Lehren festzuhalten.

“Üb immer Treu und Redlichkeit,
bis an dein kühles Grab.
Und weiche keinen Finger breit
von Gottes Wegen ab!”
(Aus dem Gedicht: “Üb immer Treu und Redlichkeit”)

Hochmut
Habgier
Neid
Zorn
Wollust
Maßlosigkeit
Faulheit
(Sieben Totsünden)

Kaiserliche Familie beim Gebet in Potsdam

Die kaiserliche Familie beim Gebet in Potsdam

Ich halte das Christentum für eines der wichtigsten Fundamente der europäischen Völker und deren Kulturen, sowie derer, die von ihnen abstammen. Es ist das verbindende Element der Völker und Kulturen in Europa, welches einst seine Form in der Heiligen Allianz von 1815 fand, dem wahren Vorläufer der ideellen Europäischen Union. Dies ist Europas wahres Wesen und nicht das heute zentralistisch und globalistische propagierte: Die ethnische und kulturelle Verwandtschaft über die Germanen (und Slawen im Osten), die Verwandtschaft der einstigen europäischen Herrscherhäuser und Länder (die deutsche Kaiserhymne “Heil dir im Siegerkranz”, die österreichische Kaiserhymne “Gott erhalte Franz den Kaiser”, die britische Hymne “God save the Queen”, die russische Hymne des Zarenreichs “Молитва русских”, genauso wie die Schweizer Hymne “Heil dir Helvetia” benutzen im 19. Jahrhundert alle dieselbe Melody von Haydn, um die Verbundenheit zu symbolisieren), die Fortführung und Vervollkommnung der griechisch-römischen Kultur sowie das starke deutsche Herz im Zentrum. Europa ist neben Deutschland selbst das einzig funktionierende multikulturelle Gebilde, da es hier neben der langen gemeinsamen Geschichte, geteilte Werte und verwandte Kulturen trotz Diversität gibt. Man achtet(e) die jeweilige National- und Volkszugehörigkeit, weiß aber um die Verwandtschaft und geteilten Werte. Dabei beziehe ich mich ausdrücklich nicht auf die Institution der Kirche, sondern auf das traditionelle und kulturprägende Kultur- und Wertesystem. Gute Christen und überzeugte Anhänger der Kirche, die christlichen Werten folgen, sind natürlich eingeschlossen. Ebenso das Judentum, welches seit dem Mittelalter zu Europa und Deutschland gehört und gerade im Deutschland des Kaiserreiches eine prosperierende Heimat fand und dies mit Assimilation dankte. Einige der großen deutschen Denker waren Juden, wie der Philosoph Moses Mendelssohn, der als deutscher Philosoph die Haskala (jüdische Aufklärung) mit begründete. Meiner Überzeugung nach hetzte man im 20. Jahrhundert die Juden gegen die Deutschen und umgekehrt auf und die Politik versagte sie näher an die Deutschen zu ziehen, um die gewaltsame Spaltung zu verhindern. Man beschritt einen undeutschen Weg zu jener Zeit und nicht wie es heißt einen deutschen Weg.
Europa ist so ein in sich geschlossene Sphäre und (heute leider korrumpiertes) Herz der westlichen Zivilisation.

Kruzifix

Kruzifix im Königlichen Schloss zu Königsberg (Ostpreußen)

In all den Länder Europas beruht das Wertesystem auf dem Christentum. Besonders aber in Deutschland brachte die historische Kombination aus germanischen Tugenden und christlichen Werte, zusammen mit griechisch-römischer Kulturprägung eine einzigartige Kultur hervor, von der leider heute kaum noch etwas übrig ist, die aber die westliche Welt wie keine andere beeinflusste. Das Deutschtum ist die Verschmelzung von Germanentum, Christentum und Römertum. Sie sind die wahren Erben der Römer, als jenes Volks, welches die Römer nie unterwerfen konnten, aber dennoch ihr Reich in Europa in einer neuen Form fortführte. Die wahre Größe eines Reiches wird nicht durch seinen Herrschaftsraum allein ausgemacht, sondern durch den Einfluss seiner Kultur auf die Welt. Darin begründet sich dieser deutsche Anspruch die Erben der antiken Römer zu sein.
Kaiser Wilhelm I. zum Papst, als dieser meinte alle Christen müssten den Papst anerkennen: “Die Mehrheit meines Volkes erkennt nur einen Vermittler zwischen Gott und Menschen an: Jesus Christus.” Auch war der erste, der die Bibel für alle verständlich übersetzte, ein Deutscher, wie auch derjenige, der überhaupt den Buchdruck erfand. Besonders durch das Preußentum, was leider heute aus dem Deutschtum nahezu völlig verschwunden ist, wurden deutsche und christliche Werte gelebt und verteidigt. All die deutschen Tugenden wie Fleiß, Bescheidenheit, Glaube, Rechtschaffenheit, Disziplin, Ordnung und so weiter sind auch preußische Tugenden, die immer auch durch die preußischen Könige und späteren deutschen Kaiser vorgelebt wurden. All jene ritterlichen Werte stammen aus dem Preußentum, war das Königreich Preußen doch das Erbe des Deutschen Ordens und erster protestantischer Staat überhaupt. Das Christentum ist eine der bedeutendsten Säulen des Deutschtums. Genauso aber auch das Germanentum. Germanische Tugenden und christliche Werte flossen zusammen und formten das Deutschtum. Beide existierten in der deutschen Kultur stets parallel. Christlicher Glaube und germanische Tugenden schlossen sich nie aus. Kaiser Wilhelm II. war ein gläubiger Christ (Protestant) und verehrte die Nibelungen und ihre Tugenden. Auch die deutsche Armee trug seit dem Mittelalter bis 1945 das Banner des Christentums und bis heute zumindest noch der Symbol der Ritterlichkeit, das Ritterkreuz. Auch, wenn es aufgrund des Fehlens der preußischen Ausbildung mit ritterlichen Tugenden nicht weit her ist.

“Fleiß ist aller Tugenden Anfang. Seine Pflicht erkennen und tun, das ist die Hauptsache.”
(Friedrich der Große)

“Wir Deutsche fürchten Gott, aber sonst nichts in der Welt – und diese Gottesfurcht ist es schon, die uns den Friede lieben und pflegen lässt.”
(Bismarck)

Ich persönlich sehe das Christentum eher aus philosophischer Sicht und nicht aus mythologisch-religiöser und bin daher der Überzeugung, dass dies auch im Sinne des Erfinders war. Daher ist meine persönliche Einstellung zum Christentum und zur Bibel folgende und ich bitte gläubige Christen meine Interpretation zu akzeptieren, so, wie ich auch ihren Glauben akzeptiere und mit verteidige.
Für mich ist “Gott” nicht eine himmlisches Wesen und Erschaffer, sondern eine universelle schaffende Energie, die wir in allem finden. Anders ausgedrückt ist für mich Gott das Leben. Jesus Christus war ein Philosoph, der die Welt verbessern wollte, indem er den Menschen Leitsätze und Lehren an die Hand gab. Diese Lehren wurden dann leider unter einem gewaltigem mythologischen Überbau begraben, so dass die heutigen Christen nur noch an die Wahrheit der Mythologie glauben, aber nicht die Lehren dahinter leben. Es geht auch nicht darum die Geschichten der Bibel zu belegen oder zu widerlegen, sondern daraus zu lernen. Bei den griechischen Tragödien fragte sich auch niemand, wie viel davon wahrer Kern ist. Es ging um die Lehre am Ende. So ist es auch bei der Bibel. Ob die Geschichten nun fiktiv sind oder irgendwo auf Tatsachen beruhen. Es geht darum daraus zu lernen. Das ist der Wert der Bibel. Aber man braucht dazu auch nicht die Bibel. Das Wissen ist allgegenwärtig und die Bibel war einst nur die zeitgenössische Form dieses zu vermitteln, da Geschichten alle Menschen erreichen, Fachbücher aber nicht. Wir erzählen unseren Kindern auch Märchen. Die Märchen der Gebrüder Grimm und andere Fabeln enthielten immer Lehren am Ende. Es ging darum den Kindern diese Lehre auf die am leichtesten verständliche Art zu vermitteln. Und das sind eben Geschichten. Genauso verhält es sich bei der Bibel.

“Mögt Ihr den preußischen Staat zerschlagen,
Preußen wird hoch aus den Trümmern ragen.
Einer schon wollte uns Preußen stehlen,
Doch Preußen lebt zu tief in den Seelen!
Preußen ist weder Volksstamm noch Rasse,
Preußen ist Haltung und niemals Masse.
Preußen ist Pflicht nach Immanuel Kant,
Preußen ist Treue zu Volk und Land,
Dienen der Sache bis in den Tod
Und – Griff zu den Waffen erst in der Not!”
(Mackensen)

Die meisten Christen heute machen in meinen Augen den Fehler, dass sie nur an die Wahrheit der Mythologie und der Geschichten glauben, aber keine Lehren daraus ziehen oder wirklich christlich leben. Das ist ein Grund, warum die Christen immer weniger werden und kaum einer zu dieser Religion konvertiert bzw. die Leute aus der Kirche austreten. Weil es immer nur darum geht, dass die Geschichten wahr sind oder wahr sein sollen und man die Wissenschaft verneint. Es gibt heute viele Menschen, die verhalten sich wahrhaft christlich, nennen sich aber Atheisten. Sie glauben nicht, aber sie folgen den Werten. Im Kern geht es um diese christlichen Werte. Nächstenliebe und Vergebung als Beispiel. Für uns Deutsche bedeutet dies zurückzufinden zu den Werten, zu den preußischen Werten, die wir verloren haben. Um so zurückzufinden zu dem Volk, dass wir einst waren. “Und es mag am deutschen Wesen einmal noch die Welt genesen!” Mir ist durchaus bewusst, dass der christliche Glaube vielen Menschen Kraft gibt. Das greife ich auf keinen Fall an. Doch Christ ist auch, wer nicht glaubt und dennoch wahrhaft christlich lebt. Darum geht es mir. Es geht darum die christlichen Werte und die darauf begründete christlich geprägte Kultur zu bewahren, die man als eingangs genannte Fundament zerstören will, um unsere traditionellen Kulturen und Völker zu zerstören. Besonders hier vom linken politischen Spektrum aus. Daher muss man meiner Meinung nach mit dem alten Paradigma brechen, dass nur wer auf eine bestimmte Weise an Gott glaubt, ein Christ ist. Die Kernlehren Jesu müssen gelebt werden. Wir leben in Zeiten der Wissenschaft und die Menschen sind weniger empfänglich für Mythologien. Sie denken vermehrt rational und logisch. Wenn sich das Christentum mehr hin zu einer Philosophie entwickeln würde, zu einer Lebensart und einem allgemein gültigen, kulturgebundenen Wertesystem, was es bereits historisch ist, dann wird auch die Wissenschaft dem nichts entgegensetzen können. Denn was hätte die Wissenschaft schon an Nächstenliebe und Vergebung zu verneinen? Das ist mein Punkt an dieser Stelle. Das Überleben des Christentums als bedeutendes Fundament unserer aller Kulturen sichern!

Unsere gesamte Geschichte belegt unser Wesen. Wir sind das Land der Dichter und Denker. All unsere Beiträge zum Fortschritt der Menschheit, all unsere kulturellen Leistungen, beruhten stets auf dem Wesenszug des Weltverbessertums. Einst nannte man uns Deutsche auch so: Ewige Weltverbesserer und Gutmenschen. Zum Beispiel Napoleon in seinem Zitat über die Deutschen: “Es gibt kein gutmütigeres Volk, als das deutsche” … . Rechtschaffenheit durch unsere christlichen und deutschen Tugenden und Ideale, Ehrlichkeit in unseren Worten, Fleiß und Bescheidenheit in unserem Leben, Weltverbesserer in all unserem Streben, ritterliche Verteidiger des Friedens und der Freiheit. Das ist das Deutschtum. Unsere Geschichte belegt dies, bevor uns der Sozialismus wie so viele traditionelle Völker korrumpierte.

“Gott zu Ehr und zu des Landes Besten.”
(Maxime des preußischen Bildungssystems)

Preußen als Staat wird international erheblich anders gesehen, als wir es hierzulande tun. Hier schrieb die Siegergeschichtsschreibung unsere Geschichtsbücher und ausländische Historiker kritisieren heute oft die Arbeit der deutschen Kollegen wenig sachlich und rein politisch motiviert zu sein. Daher findet das Preußentum heute mehr Ehrung im Ausland, beispielsweise durch den australischen Historiker Christopher Clark in seinem Buch “Iron Kingdom”, als hierzulande, wo die politisch negative belastete, oft erfundene und erlogene Sicht, die Wahrheit überschrieben hat und uns so dazu bringt das Preußentum, welches als Quelle allen Übels dargestellt wird, zu vergessen. Vergessen wurde, dass Preußen seinerzeit der modernste Staat der Welt war. Der erste protestantische Staat überhaupt. Mit einem effizienten und doch kleinen, unkorrumpierbaren Beamtensystem und hoch sorgfältigen Bürokratie; mit einem vernünftigen Patriotismus und einem treuen Militärwesen, dessen Soldaten schon seit dem Mittelalter (Deutsche Ordensritter) bis später über alle Kriege als die besten der Welt galten; mit einem ihm bis heute zugeschriebenen Maß an Tugenhaftigkeit, welches bis heute keinen Gleichen findet; mit einen Bildungswesen, welches nicht nur wegbereitend war und bis heute angewendet wird (aufbauende 3-Teilung), sondern welches im hohem Maß auf ethische, moralische und humanistische, sowie freigeistige Erziehung wert legte, bevor es darauf operatives Wissen in den Naturwissenschaften aufbaute; dessen Könige durchweg Unsummen für gesellschaftliche Reformen in Bildung, Rechtswesen, Bildungswesen und Kultur ausgaben, die bis heute Bestand haben oder bis kürzlich noch bestanden (Humboldtsches Bildungsideal); dessen besonders durch die Monarchie (Friedrich dem Großen) vorgelebten Tugenden in Fleiß, Bescheidenheit und besonders Sparsamkeit gerade den späteren Erfolg des preußisch-deutschen Reiches ausmachte, welches für sich dann Weltspitze in Wissenschaft, Ingenieurwesen, Innovationen (20 Nobelpreisträger) und Wirtschaft war; dessen konstitutionelle preußische Monarchie zu der besten der Welt zählt und so weiter und so fort. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass Preußen das Deutschtum veredelte und es auf einen Weg brachte. Einzig in der DDR erlebte das Preußentum eine kurze Renaissance, bevor es gänzlich aus der dann BRD-Gesellschaft – ich weigere mich sie “deutsch” zu nennen –  verschwand. All dies wurde in West-Deutschland zunächst durch die Umerziehung nach 1945 und dann insbesondere durch die sogenannte 68er-Revolution nach und nach von linker Ideologie und Sozialismus ersetzt, besonders nach 1990, als diese sich über die DDR ausbreitete, was den beklagenswerten Zustand des nahezu identitätslosen deutschen Volkes heute bestimmt, welches weder um seine kulturelle Herkunft, noch um dessen große und bedeutende Leistungen besonders durch das Preußentum mehr weiß. Heute bestimmt diese kommunistische/globalistische Ideologie, mit all ihren Krakenarmen in Medien, Bildung und Politik, das Selbstbild der Deutschen. Nicht aber das Bewusstsein für ihre Geschichte und kulturelle Herkunft. Die müssen diese sich heute vom Ausland erklären lassen. International viel gerühmte preußische Tugenden sind: Aufrichtigkeit, Bescheidenheit, Disziplin, Fleiß, Gehorsamkeit – nicht ohne Freimut, Geradlinigkeit, Gerechtigkeitssinn, Gottesfurcht bei religiöser Toleranz, Härte gegen sich mehr noch als gegen andere, Mut, Ordnungssinn, Pflichtbewusstsein, Pünktlichkeit, Redlichkeit. Sparsamkeit, Tapferkeit, …

“Preußentum ist eine Haltung geworden, ein Lebensstil, eine Ausdrucksform des Deutschtums, ist ein ewiges Bereitsein, ein ewiges Gefährdetleben. Es ist ein Auftrag, der nie zu Ende geht, der jeden Tag neu geboren wird. Nicht der Erfolg der Arbeit als Ruhm oder Genuss bestimmen das Leben, sondern der Rang. Der Lohn für Pflichterfüllung ist die Rangerhöhung, die Erhöhung der Verantwortung. Der Preuße nimmt die Arbeit als Auftrag und nicht als Last. Die Preußen tragen des Königs Rock. Welch eine Staatsauffassung liegt in diesem Wort. Diener des Staates sind alle, und der König ist der erste. Es ist eine Gemeinschaft, dieses Volk, ein ‚Wir‘.”
(Reinhold Wulle)

“Preußen hat den Staat gelebt. Es gibt keinen Augenblick preußischer Geschichte, in welchem sich nicht, wer immer für Preußen verantwortlich war, mit dem Staate, mit der Idee des Staates befassen musste. Preußen hat jeden Tag vor harten Wirklichkeiten gestanden. Die Gefährdung war ebenso ungeheuer wie die Aufgabe. Da war ein Geheimnis um Preußen, welches eine so große Reihe von Dokumenten entstehen ließ, zu denen es sich wohl bekennen lässt, und die alle von dem eigentümlichen Bewusstsein der Pflichten handeln, durch die allein die innere, auf sich selber ruhende Ordnung zu gründen ist. Preußen hat den Staat gelebt. Dies ist das Erstaunliche: Das preußische Staatsgefühl hatte dem Einzelnen nichts zu bieten als strenge Forderungen. Es verlangte vom Könige, der erste Diener des Staates zu sein, es wertete niemals Absichten, immer nur Leistungen, es wahrte nicht Interessen und Vorteile, sondern Ideen und Formen, es achtete nicht auf den Erfolg, sondern auf die Erfüllung.”
(Ernst von Salomon)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s