Über die Nichtexistenz von Naturrechten

Libertäre und Linke (Sozialisten und Kommunisten) haben eine Sache gemeinsam: Es sind Menschen, die die Unbarmherzigkeit der Realität/der Natur nicht ertragen können und sich daher utopische (nicht existente) Erklärungsmodelle schaffen, warum denn ihr Ideologie nun Linderung verschaffen soll und so alles bisherige (auf jene für sie unbarmherzigen Realität aufbauende) doch so schlecht war. Also 2000 Jahre Zivilisation. Im Grunde folgen beide dem Gedankengang, dass sich die Natur ihnen beugen müsste, damit sie nicht mehr am unteren Ende der Hierarchie landen. Beide sprechen sie nie davon, wie sie sich durch Willenskraft hoch arbeiten können oder ehren auch nie diejenigen, die es schafften. Beide wollen die Welt so verändern, dass alle auf ihrem Niveau sind. Dafür konstruieren sie ein ideologisches und utopisches Menschenmodell, fern ab jedoch der Natur. Beide machen sie den Fehler, dass sie von der Existenz einer Zivilisation bereits ausgehen, aus der heraus sie argumentieren. Sie fragen sich aber nicht, was die Zivilisation schuf.

Über das Menschenmodell der Linken kann man sich auf diesem Blog belesen. Hier soll es um das Menschenmodell der Libertären gehen.

Libertäre, vor allem deutsche Libertäre (bei US-amerikanischen fiel es mir bisher nicht auf), gehen davon aus, dass es ein Naturrecht auf Freiheit gäbe („überpositives Recht“). Dieser Universalismus wird gerade von Konservativen abgelehnt. Libertäre brauchen dieses ideologische Konstrukt, um ihre Ideologie der Herrschaftsfreiheit zu begründen. Eine Ideologie, die aus dem Marxismus stammt. Libertäre (und Linke) gehen davon aus, dass das Problem allen Übels die Herrschaft sei. Sie argumentieren, dass Herrschaft nicht natürlich sei. Was auffällt ist, dass sie dies genau wie die Linken stets aus der Position eines Beherrschten tun, also eines aus konservativer Sicht Schwachen, dem der Wille zur Herrschaft fehlt. Warum kritisiert der Herrschende seine Herrschaft nicht, wenn sie doch unnatürlich sei?

Wiedereinmal sind es nur die Konservativen, welche das Wesen des Menschen und den Ursprung der Zivilisation erkennen. Konservative gehen nicht davon aus, dass eine Zivilisation bereits besteht, sondern sie zeigen auf, wie sie entsteht und verteidigen, was sie aufrecht hält. Es ist der Wille zur Macht, zur Herrschaft, welche das Wesen des Menschen bestimmt und die Zivilisation schuf. Macht über die Natur, um sich Holz, Stein und Eisen Untertan zu machen. Macht über die Natur, um neue Gefilde jenseits der Meere zu suchen. Der Mensch zähmte die Natur. Vor allem aber beherrschte er seine eigene Schwäche. Er war der Natur unterlegen: Den Raubtieren, dem Wetter und all jenen Widrigkeiten. Aber sein Wille zur Macht lies ihn diese Unterlegenheit überwinden. Seine Herrschaft über die Natur war es, welche es ihm erlaubte Städte zu bauen und Technologie zu entwickeln. Es war jene Herrschaft, der Wille zur Macht durch Wissen und die Herrschaft über die Unwissenheit, welche ihn Wissenschaft betreiben lies. „Schaffen“, dass formen unvollkommener und wilder Materie zur Produkten des menschlichen Geistes – die Herrschaft über die Materie. Es ist auch der Wille zur Macht, der uns unsere Furcht beherrschen lässt. Es ist der Wille zur Macht, der uns Sport treiben lässt, wenn wir doch eigentlich lieber faul wären. Wir beherrschen uns selbst und wachsen so.

Die gesamte Natur ist Wille zur Macht und zur Herrschaft: Der Wolfs-Alpha, welcher den Herausforderer totbeißt; der Pilz, der den Baum befällt; der Virus, der den Menschen tötet; die Flut, die das Land bedeckt; der Sturm, der den Baum entwurzelt; der Blitz, der das Haus entzündet; der Hund, der seinem Herrschen nicht gehorcht … alles ist Streben nach Macht und Herrschaft.

Es gibt nur ein Naturrecht und das ist das Recht des Stärkeren. Die Natur kennt keine Ethik oder Moral; kein Recht oder Gesetz. Die Natur ist eine Arena für Gladiatoren und sie schaut zu, wer der Stärkste ist. Selbsterhaltung, DAS ist der natürliche Kerntrieb. Nur der Stärkste herrscht. Dies gilt genauso für den Menschen. Doch er schuf die Zivilisation. Sie zivilisiert das animalische Wesen des Menschen und seine Triebe und Instinkte; gibt ihm Normen, Werte, Ethik und Moral, Recht und Gesetz. Doch entstanden ist die Zivilisation in dieser Arena der Gladiatoren, in der sich der Mensch gegenüber allen natürlichen Widersachern als der Stärkste erwies und am Ende keinen Gegner mehr hatte.

Doch das Streben nach Macht und Herrschaft bestimmt weiter das Leben der Menschen. Helden, Krieger und Soldaten, Kriegsherren, Kaiser und Könige, Aristokraten und Unternehmer … das sind jene, die mit Willenskraft und dem Willen zur Macht und Herrschaft die Zivilisation schufen. Es sind immer wenige, die Großes schaffen, und es sind die vielen, die folgen und erbauen. Beide benötigen einander. DAS ist die natürliche Ordnung.

Und nun gibt es aber die Schwachen, die keinen Willen zur Macht haben, aber dennoch herrschen wollen. Sie wollen sich die Herrschaft nicht verdienen – können sie auch nicht, weil sie willensschwach sind. Sie konstruieren sich nun Ideologie und wollen alles einreißen, was durch große Menschen geschaffen wurde. Nur und einzig, damit SIE sich nicht mehr schwach fühlen müssen. Sie nutzen die von großen Menschen erbaute Zivilisation, um sich eine Gesellschaft der Herrschaft der Schwachen zu errichten. Gleichheit ist ihre Religion – die Religion der Versager. Wer Freiheit will, muss sie sich erkämpfen. Wer stark sein will, muss alle anderen übertrumpfen. Nur Wettbewerb bedeutet Freiheit.

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