Warum ich für ein politisches Ehrenamt und die Abschaffung des Berufspolitikers stehe

In einer liberalen Gesellschaft, wo jeder frei ist nach Wohlstand und persönlicher Erfüllung zu streben, und der Staat einzig die Aufgabe hat den Weg für dieses persönliche Streben den Weg freizuräumen, determiniert die ökonomische Leistung eines Individuums dessen Intelligenz nutzbringende rationale Entscheidungen zu treffen. Das heißt man kann an der gesellschaftlichen Stellung, welche durch den Wohlstand ausgedrückt wird, die Befähigung eines Menschen ablesen nutzbringende rationale Entscheidungen zu treffen. Dies bedeutet, dass erfolgreiche Unternehmer stets Menschen sein müssen, die aufgrund ihrer hohen ökonomische Leistung besonders rationale und vernünftige Entscheidungen treffen konnten. Ohne diese Befähigung wären sie freilich keine erfolgreichen Unternehmer und ihr Unternehmen längst pleite gegangen. Diese Unternehmer stehen somit auf einer höheren gesellschaftlichen Stellung – einer höheren Schicht.

Die Etablierung (oder Wiederetablierung) des politischen Ehrenamtes schafft eine Eintrittsbarriere genau im Rahmen dieser Kriterien. Ein Selektionsprozess. Wenn der Politiker nicht mehr über Steuergelder seinen Lohn erhält, sondern selbst für seine Arbeit im Rahmen eines Ehrenamtes aufkommen muss, schließt das alle gesellschaftlichen Schichten mit niedrigen ökonomischen Leistungen aus. Von diesen Schichten kann in der Mehrheit angenommen werden – wieder unter der Prämisse einer liberalen Gesellschaft -, dass sie ihre Leistung durch eigenverantwortliche persönliche Entscheidungen verschuldet haben. Oder anders ausgedrückt, sind sie schlechter oder gar nicht zu rationalen Entscheidungen zum höchsten Nutzen fähig. Auch können mangelnde Ambitionen oder Fleiß angenommen werden. Die Politik wäre durch das Ehrenamt nur für jene zugänglich, die eine hohe ökonomische Leistung in der Gesellschaft erbringen. Denn nur diese Schichten sind in der Lage das politische Amt aus eigener Tasche zu finanzieren. Unter Annahme der obigen Prämisse müssen dies Menschen sein, die besonders rationale und vernünftige Entscheidungen treffen können. Dies ausgedrückt durch ihre gesellschaftliche Stellung. Diese Menschen durchschreiten jene Barriere und finden Eingang in die Politik. Die Politik ist also bestimmten gesellschaftlichen Schichten vorbehalten.

Dieser Selektionsprozess sorgt nun dafür, dass ausschließlich Menschen in die Politik Eingang finden, die profan gesprochen mit Geld rational umgehen können. Der Linke würde sagen „Kapitalisten“. Menschen also, die, wenn sie im besten Fall selbst Unternehmer sind, ihr Wissen und ihre Erfahrung im erfolgreichen und gewinnbringenden Führen ihres privaten Unternehmens in die Politik einbringen, was wiederum dem Land zu einer erfolgreichen und gewinnbringenden Politik verhilft. Die Verwaltung von Privateigentum schafft Verantwortung. Niemand will verlieren, was er besitzt, und jeder ist bestrebt minimal den Wert zu erhalten und maximale den Wert des Eigentums zu mehren. Wer eine Wiese besitzt, will etwas anbauen. Wer ein Haus besitzt, will es nutzen. Die Verwaltung eines Privatunternehmens noch mehr, da hier erheblich größere persönliche Haftungen eine Rolle spielen, welche besonders rationale Entscheidungen bedingen. Wer dagegen besitzlos ist (in einer liberalen Gesellschaft durch schlechte Lebensentscheidungen), der erlernt keine solche Verantwortung. In dem Maße also, wie jenes Verantwortungsbewusstsein durch jene Barriere Eingang in die Politik findet; in dem gleichen Maße hält es die Verantwortungslosen weil Besitzlosen von der Politik fern. Dies hat direkten Einfluss auf die Politik. Denn jemand, der nie den Wert von Privateigentum lernte, nie Verantwortung lernte, der kann auch keine Verantwortung im Umgang mit dem Geld anderer (Steuern) anwenden. Nur wer selbst schon einmal hohes Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit privatem Besitz und Kapital erlernen musste, im geringsten Fall durch Führen eines eigenen familiären Haushaltes und im höchsten als Unternehmer, der kann diese auch politisch anwenden.

Durch diese Barriere finden nur die Befähigung zum rationalen Entscheidungen im Sinne der Gewinnmaximierung und Verantwortungsbewusstsein Eingang in die Politik. Dies kommt so der Politik des Landes, besonders in ökonomischen Fragen zu Gute. Ein erfolgreicher Unternehmer im Parlament wird den Staat genauso führen, wie sein Unternehmen. Gewinnbringend. Gewinnbringend heißt hier mit einer erfolgreichen Wirtschaft, was im Sinne des Kapitalismus stets heißt vor jeder Entscheidungen eine rationale Kosten-Nutzen-Analyse durchzuführen. Bringt Politik X einen höheren Nutzen für die Gesellschaft, als ohne sie, und wiegt mindestens der Gewinn durch sie die Kosten auf oder bringt sie im besten Fall sogar eine Mehrgewinn? Ist also die Investition in die eigene Gesellschaft gewinnbringender und (folge-)kostengeringer als die Masseneinwanderung? Dies kommt dem Wohlstand der gesamten Gesellschaft zu Gute. Wohingegen ein Besitzloser nur den Neid auf das Vermögen der anderen kennt und dessen Politik dann auch genauso ausfallen wird. Ein Unternehmer im Parlament wird die Volkswirtschaft und die individuellen Freiheiten genauso gestalten, wie er sie für sein Unternehmen bevorzugt: Derart, dass maximaler Gewinn nur durch die maximale Verfügbarkeit von Gelegenheit Gewinn zu machen möglich ist. Der Unternehmer im Parlament wird demnach stets die individuelle Freiheit der Bürger fördern, so dass diese maximale Möglichkeiten erlangen zu Wohlstand zu gelangen, also Gewinn zu machen. Er wird auch die Marktfreiheit fördern, auf dem diesen Möglichkeiten angeboten und genutzt werden können. Im Resultat heißt das Fortschritt, beispielsweise indem der Markteintritt und die Möglichkeit von Investitionen von und in Innovationen vereinfacht wird. Dieselbe Freiheit, die er sich für sich als Unternehmer wünscht. Diese Politik nennt man Liberalismus. Ein Besitzloser auf der anderen Seite oder andere Menschen, welche ihre Lebenssituation durch schlechte Lebensentscheidungen zu verschulden haben, werden stets Politik der Umverteilung forcierten. Um dies tun zu können werden sie die Freiheit aller und am Ende auch das Recht auf Eigentum beschneiden. Dieses egoistische Denken wird im Resultat nicht nur jegliches Recht außer Kraft setzen. Es wird durch die Beschränkungen des freien Einsatzes von Kapital der Wirtschaft schaden und das Land ruinieren. Diese Politik nennt man Sozialismus, beziehungsweise Planwirtschaft.

Diese Eintrittsbarriere selektiert demnach nicht nur Befähigung aus. Es verhindert auch Sozialismus und Unrecht. Die Freiheit und der Wohlstand einer Gesellschaft kann nur gewahrt bleiben, wenn die Politik nur genannten höheren gesellschaftlichen Schichten vorbehalten bleibt. Für alle anderen sind jene Schichten verpflichtet Fürsorge anzuwenden, indem sie für sie so Politik  machen, wie es für sie das Beste ist. Denn sie können nicht selbst rationale Entscheidungen treffen. Der genannte Unternehmer wird demnach für die Besitzlosen so Politik machen, dass sie die maximale Freiheit genießen sich aus ihrer Misere aus eigener Kraft zu befreien. Das oben genannte Aus-dem-Weg-Räumen. Während der Sozialist eine Politik fahren wird, in der Kapital aus fähigen Händen genannter Schichten in unfähige Hände umverteilt wird. So wird eine Gesellschaft der Irrationalität und Verantwortungslosigkeit geschaffen, in der sich die Gesellschaft die eigene Wirtschaft und so den Wohlstand ruinieren wird. Nur eine liberale Marktwirtschaft verteilt das Kapital in fähige Hände. Diese Gesellschaft nennt man Sozialstaat, welcher im völligen Gegensatz zum Liberalismus steht. Im Sozialstaat ist das Kollektiv maßgebend. Im Liberalismus das Individuum. Individuelle Freiheit, besonders ökonomisch, ist unvereinbar mit einem Sozialstaat. Je größer der Staat, desto kleiner der Bürger. Eine liberale Gesellschaft ist immer auch mit einem Minimalstaat verbunden.

Demnach ist eine hierarchische Gesellschaft, wenn nicht eine Klassengesellschaft, stets nutzbringender für eine Zivilisation, als eine Gesellschaft, in der Gleichheit das Dogma ist. Dies jedoch nur unter der Prämisse, dass die Gesellschaft liberal ist und die Klassen prinzipiell derart durchlässig, dass einzig Befähigung, Fleiß und Ambitionen darüber bestimmen, auf welcher gesellschaftlichen Stellung sich das Individuum befindet. Für den Adel gilt dabei, dass die Stellung zwar vererbt werden kann. Aber wenn die Söhne oder Töchter einer Dynastie das akkumulierte Kapital verprassen und nicht mehren und demnach ökonomische Schlechtentscheidungen treffen, sie genauso auf niederen Schichten landen, wie jeder andere Bürger. Die Durchlässigkeit wirkt nach oben und nach unten. Dennoch muss es den Adel als höchste Elite geben. Denn nur so wird gewährleistet, dass die höchsten und besten Schichten der Gesellschaft, die sich besonders durch Befähigung und Ambitionen hervorgetan haben, auch die Möglichkeit haben gerade durch Erbe in längeren Zeiträumen das Land zu gestalten. So wird der Adelsbesitz weitervererbt und die Erben mehren dessen Wert. Wo in der ersten Adelsgeneration nur Land erworben und bewirtschaftet wurde, kann in der nächsten Generation schon eine Stadt entstehen und in der übernächsten ein Fürstentum. So war der Prozess, der es dem Adel ermöglichte seit dem Mittelalter aus Deutschland eine derart reichhaltige Kultur zu schaffen. Denn der Adelsbesitz wurde stets weitervererbt und so wurde aus einem kargen und kaum besiedelten Land das Königreich Preußen. Auch der Adel soll seinen Platz im Parlament finden. Denn kaum einer denkt langfristiger, noch langfristiger als ein Unternehmer, als ein Adliger mit Landbesitz.

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2 Gedanken zu “Warum ich für ein politisches Ehrenamt und die Abschaffung des Berufspolitikers stehe

  1. Diese Idee einer liberalen Gesellschaft, welche mir sehr gut gefällt, hat aber einen Haken. Was, wenn die Unternehmer nicht an das Allgemeinwohl denken und keine christlichen Werte leben? Das ist doch auch ein Problem, womit wir es derzeit zutun haben. Unternehmer, besonders Großkonzerne fordern die Erweiterung von Binnenmärkten bis aufs Äußerste, sie streben nach dem Ideal eines absolut freien Marktes(keine Staatsgrenzen, die Erde als ein großer Absatzmarkt). Es geht ihnen wohl darum, Gewinn zu machen, aber dieser Gewinn wird nur zum eigenen Wohl und Machtausbau eingesetzt.

    Wie könnte man dieses Problem lösen?

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    • Zuerst einmal heißt freier Markt nicht, dass es keine Staatsgrenzen gibt oder dass die Welt ein Arbeitsmarkt wird. Es mag das Konzept einer Privatrechtsordnung geben, doch dieses unterstütze ich nicht.

      Warum denkt ein Unternehmer nicht an das Allgemeinwohl? Hast du einen PC und ein Mobiltelefon oder nicht? Du solltest die Überlegungen ausdifferenzieren. Es gibt nicht den einen Aspekt des Gemeinwohls und es ist auch nicht Aufgabe der Unternehmer daran zu denken. Wenn Unternehmer überhaupt eine Aufgabe haben. Sie entwickeln und produzieren die Technologien und Dienstleistungen der Zivilisation. Vom Automobil, womit jeder in Urlaub oder zur Arbeit fahren kann, bis zum Kühlschrank, wo wir unser Essen haltbare machen können.

      Unternehmer leben mehr christliche Werte, als der gemeine Bürger. Denn die Christlichkeit verlangt eigenverantwortliches individuelles Handeln. Der Kapitalismus stammt aus diesem Denken. Der Sozialstaat aber hat damit nichts zu tun.

      Die Wirtschaft und das freie Unternehmertum bilden nur einen Aspekt der Gesellschaft ab. Die soziale Wohlfahrt sollen die Familien für die ihren, ein privates Gemeinwesen und andere private gemeinnützige Organisationen tragen. Dafür ist nicht der Unternehmer verantwortlich.

      Natürlich will ein Unternehmen wachsen. Würden es dieses Streben nicht haben, hätte heute nicht jeder ein Automobil oder eine Mobiltelefon. Das wichtigste aber ist, dass es Wettbewerb gibt, so dass sich keine Monopole bilden können. Daneben unterstütze ich aber Form des Protektionismus. Ich wäre strengstens dafür, dass wir den deutschen Markt vor unnötigen Importen schützen. Wir brauchen keine Tomaten aus Spanien.

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