Die christlich-liberale Zivilisation

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Einleitung

Das Christentum ist nicht nur eine Ansammlung von Glaubenssätzen und Mythologien. Es ist eine Philosophie und ein Idealismus. Ein Idealismus, der das selbstbestimmte Individuum und die Willensfreiheit zum Kern hat. Kaum jemand hat heute noch ein Bewusstsein dafür, wie fundamental die christliche Philosophie für das Wesen der westlichen Zivilisation und ihrer Kultur ist. Sie ist so bestimmend, dass ohne sie, der Westen aufhört zu existieren. Die momentanen Verfallserscheinungen der westlichen Kultur leiten sich daraus her, dass das Christentum stirbt – oder vergiftet wurde.

Idealismen und Institutionen, welche typisch und einzigartig sind für die westliche Kultur, sind direkte Ableitungen der Christlichkeit. Dinge wie das Gewissensgebot von Abgeordneten, die Entscheidungsfindung in Parlamenten oder dass die Justitia eine Waage trägt – ja das gesamte auf Ethik und Moral basierende Rechts- und Unrechtsempfinden der westlichen Kultur fußt direkt auf der christlichen Moral. Es ist mehr als ein Glauben. Es ist ein Ideal, welche die erfolgreichste und bedeutendste Zivilisation seit der Antike hervorbrachte. Ja man kann sagen, welche die Antike fortführte und vollendete.

Die Menschheitsgeschichte ist geprägt von Reichen, die geboren werden und wieder verschwinden. Doch wenn man die Antike als Teil der westlichen Zivilisation sieht, was sie in der Philosophie und der Kultur zweifellos ist, dann ist sie die älteste Zivilisation der Welt, mit über 5000 Jahren Geschichte. Die antiken Philosophien und die Christlichkeit bilden dabei keine Antithesen, sondern eine Synthese.

Inhalt

  1. Der christliche Individualismus
  2. Christlicher Liberalismus
  3. Christlicher Humanismus
  4. Die göttliche Ordnung
  5. Hierarchie einer christlich-liberalen Gesellschaft
  6. Institutionen einer christlich-liberalen Gesellschaft
  7. Konservative Wächter
  8. Deutsche Wächter wahrer Christlichkeit
  9. Utopie: Die Geburt einer heiligen Zivilisation

1. Der christliche Individualismus

Man darf die Bibel nicht wortwörtlich nehmen, sondern sollte sie als ein Lehrwerk sehen, welches mit Metaphern Lehren zu verbreiten sucht. In den biblischen Lehren,  verborgen in jenen Geschichten, geht es stets um Entscheidungen und Konsequenzen – um persönliche Verantwortung für die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen. Die Bibel versucht dabei ein ethisches und moralische Regelwerk zu schaffen, damit die Menschen die moralisch richtig Entscheidung über Abwägung der Konsequenzen treffen. Anders als im Islam geht es nicht um Unterwerfung, sondern um Entscheidung. In der Bibel steht:

„Und Gott sprach weiter: Laßt uns Menschen machen in unserem Bilde, gemäß unserem Gleichnis … Und Gott ging daran, den Menschen in seinem Bilde zu erschaffen, im Bilde Gottes erschuf er ihn.“
(1. Mose 1, 26-27)

„Ich nehme heute tatsächlich die Himmel und die Erde als Zeugen gegen euch, daß ich dir Leben und Tod vorgelegt habe, den Segen und den Fluch; und du sollst das Leben wählen.“
(5. Mose 30, 19)

Gott gab dem Menschen die freien Willen, als er ihn in seinem Bilde erschuf. Der Mensch kann wählen. Wer genau hinsieht wird erkennen, dass es vielen Zeugnissen der westlichen Kultur, bis hin zu Filmen, die Entscheidung zum Thema haben. Man denke an „Indianer Jones und der letzte Kreuzzüge“, wo die Protagonisten aus eine Sammlung von Gefäßen den „Heilige Gral“ wählen sollten. Die erste Wahl fiel auf einen reich verzierten Becher. Die Konsequenz der Wahl war der Tod und der wachende Ritter bemerkte: „Seine Wahl war schlecht.“ Jones wählte den unscheinbarsten Becher, den Becher eines Zimmermanns. Der Ritter sprach: „Deine Wahl, war weise.“ Hier sind gleich mehrere Botschaften enthalten: Weisheit und Bescheidenheit sollten die Entscheidung bestimmen. Und genau darum geht es in den biblischen Lehren: Es geht um die gottgegebene Willensfreiheit eine Wahl zu treffen und es geht im Lehren, welche Wahl die moralisch richtige ist. Himmel und Hölle können dabei als Metaphern gesehen werden, welche Konsequenz die Entscheidung mit sich bringt. Glück oder Leid.

Das Regelwerk dieses Kompasses um die moralisch richtige Wahl zu treffen sind die 10 Gebote und die 7 Todsünden. Es hat einen tiefen Grund, dass die 10 Gebote mit „Du sollst …“ und nicht mir „Ihr sollt … “ beginnen. Denn sie richten sich an das Individuum und nicht an eine zentrale und kollektive Instanz wie einen Staat, der das Gebot umsetzt. Auch heißen sie aus gutem Grund „Gebote“ und nicht „Diktate“ und es findet sich kein Passus, der die Nichteinhaltung bestraft, außer in natürlicher Konsequenzen moralisch schlechter Entscheidungen, welche in den Geschichten enthalten sind. Im Islam geht es um Unterwerfung und Strafe. Im Christentum geht es um Entscheidung und Konsequenzen.

Der christliche Idealismus ist eine Philosophie um das eigenverantwortlich entscheidende Individuum, welches von Gott mit freien Willen geschaffen wurde. So etwas wie Moral kann es überhaupt nur geben, wenn es eine Wahl um richtig oder falsch gibt. Gott gibt diese Moral. Der Lohn für die moralisch richtige Entscheidung stellt sich natürlich ein.

2. Christlicher Liberalismus

Die antiken Philosophien beschäftigen sich mit Mensch, Gesellschaft und Staat. Zu nennen seien hier Aristoteles und Platon. Doch ihnen fehlten bestimmte Entwicklungen, um ein ganzheitliches Bild zu schaffen. Erst der christliche Idealismus um das Individuum bot den nötigen philosophischen Fortschritt. So formte sich aus Antike und Christlichkeit die Philosophie des Liberalismus, über seinen Intitalakt der Aufklärung. Erst hier war es möglich Dinge wie das Bürgertum, die Ökonomie und den Staat ganzheitlich zu betrachten. Der klassische Liberalismus findet sein Kernprinzip um das freie und eigenverantwortliche Individuum direkt im Christentum begründet. Die Forderung nach Vernunft im Handeln und einer natürliche Moralphilosophie begründet sich in der Antike. Der Liberalismus stellt somit die Synthese aus antiker Philosophie und christlichem Idealismus da. Ohne das Christentum hätte es keine Aufklärung geben können. Die Aufklärung, sprich der Liberalismus, ist die gesellschaftliche und politische Form des christlichen Idealismus. Daher steht für mich der Begriff „klassischer Liberalismus“ synonym für „christlicher Liberalismus“.

Aus seiner Philosophie leiten dann klassisch liberale und idealistische Denker wie Adam Smith, Francis Bacon, René Descartes, Isaac Newton, John Locke, William Wollaston, George Berkeley, Jonathan Edwards, John Milton, Samuel Johnson und Benjamin Franklin sowie im deutschen Raum Immanuel Kant und Georg Wilhelm Friedrich Hegel sowie ihre Schüler zunächst das liberale Kernideal um individuelle Freiheit und individuelle Verantwortung im Rahmen einer moralischen Philosophie ab. Der Idealismus der Aufklärung glaubte an die Vervollkommnung des Menschen durch die Lehre einer ethnischen und moralischen Philosophie, durch Laissez-Faire-Ökonomie (freie Marktwirtschaft) und durch den Fokus des Bürgertums auf politische Angelegenheiten. Mündigkeit, Verantwortung und Vernunft sollen dabei die forcierten Eigenschaften im Bürgertum sein. Begriffe wie „Moralphilosophie“, „Realismus“, „praktischer Idealismus“ (gemeint ist nicht Kalergi) und „gesunder Menschenverstand“ sind im Rahmen dieses Idealismus maßgebend und diese bauen alle auf dem christlichen Idealismus auf. Alle implizieren sie eine Entscheidungsgrundlage. Ebenso wie der „Transzendalismus“, welche sich unter anderem aus der deutschen Romantik und dem deutschen Idealismus entwickelte. Immanuel Kant ist ein Vertreter. Denn zum christlichen Idealismus gehört genauso auch Gott in Zweifel zu ziehen. Das ist die Freiheit des Willens und der Entscheidung, welche Gott den Menschen gab.

Der Liberalismus vollendete damit die antiken Philosophien und setzte sie institutionell um. Der Kapitalismus und die Marktwirtschaft waren schon seit dem Mittelalter vorhanden. Doch erst Adam Smith institutionalisierte es für den Liberalismus in Form der klassischen Ökonomie. Die freie Marktwirtschaft (laissez-faire) und das Prinzip von Angebot, Nachfrage und Wettbewerb gehören institutionell genauso zum Liberalismus, wie eine freie Öffentlichkeit und die Meinungsfreiheit sowie der Minimalstaat.

Die USA ist der einzige Staat auf der Welt, der nach dieser moralischen Philosophie und ihren Prinzipien und abgeleiteten Institutionen geschaffen wurde und auf der Beziehung zwischen Gott als Schöpfer, Schicksalgeber und oberster Richter, dem Staat und dem Individuum als Verfassungsphilosophie aufbaut. Daher existieren auch die Begriffe der „American Philosophy“ (dt. Amerikanische Philosophie) und „Amercian Enlightment“ (dt. Amerikanische Aufklärung), da man hier die Philosophie der Antike, der Christlichkeit und der Aufklärung fortsetzte, was in Deutschland nicht geschah. Für die US-amerikanische Philosophie, wie es auch Dennis Prager herausstellt, bedeutet Gott Freiheit. Der US-amerikanische Konservativismus ist nach seiner Ansicht zwingend verbunden mit der Christlichkeit, denn nur von dort leiten sich die Moralphilosophie und der Liberalismus des Individuum ab. Prager prägte den Satz: „The bigger the government, the smaller the citizen.“ [1] Er sagte jedoch auch: „God means limited government. Big God, little government. Little God, big government“. [2] Gott und die individuelle Freiheit gehören zusammen. Daher muss jede liberale Verfassung denselben Gottesbezug aufweisen, wie die US-Verfassung. Das macht eine wahre westliche Verfassung und einen wahren westlichen Staat aus. Freiheitlichkeit ohne Gott kann es daher nicht geben.

Eine gottlose, das meint unchristliche, Gesellschaft ist eine sozialistische Gesellschaft. Das heißt keine individualistische, sondern eine kollektivistische Gesellschaft, welche immer durch einen totalen Staat/Totalitarismus gekennzeichnet ist. Sprich keine individuelle Freiheit als Wert setzt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Sozialismus nicht christlich ist und nicht westlich und Feindbild der Aufklärung. Prager legt darauf ebenso großen Wert. Daher macht er die Linken als Feinde der westlichen Zivilisation und Kultur aus, denn sie sind der Antichrist!

3. Christlicher Humanismus

Die Philosophie des Humanismus existiert außer im Buddhismus nur im christlichen Raum. Der klassische oder christliche Humanismus leitet sich ebenso aus der dem christlichen Idealismus her und wurde durch die Aufklärung fundiert (Renaissance Humanismus). Christlichkeit und Humanismus bedingen einander. Das wahre Ideal des Humanismus wurde heute jedoch vergessen (gemacht), indem man den Humanismus von seinem christlichen Bezug zum Individuum trennte und mit Sozialstaatlichen, das heißt kollektivistischen Denken verband. Damit heißt es auch hier: Ohne Gott kann es keinen Humanismus geben.

Ein weiterer Aspekt des christlichen Idealismus, der mit dem Humanismus verbunden ist, ist die Vervollkommnung des eigenen Charakters, für welche die christliche Lehre und liberale Moralphilosophie die Leitbilder liefern. Das Individuum reift im Charakter durch moralisch richtige Entscheidungen, indem es persönliche Verantwortung für Entscheidung und Konsequenzen trägt. Der Humanismus war immer eine individualistische Philosophie, welchen einen persönlichen und eigenverantwortlichen Akt des Charakters fordert. Dabei hat der Humanismus die Aspekte der humanistischen Lehre und der humanistischen Taten. Die humanistische Lehre fußt auf der Lehre der westlichen Zivilisation. Daher werden an humanistischen Gymnasien Altgriechisch und Latein als Sprachen und als Weg der Charakterbildung gelehrt. Die humanistischen Taten auf der anderen Seite sollen den Charakter durch das Handeln bilden. Der Humanismus in seinen Lehren war niemals getrennt von der Vernunft, eines der zentralen Eigenschaften des entscheidenden und handelnden Menschenbildes der Aufklärung.

Der persönliche Akt des Charakters im Humanismus ist es gegen seine Instinkte zu handeln, dies aber zum Wohle, aber nie zum Schaden eines anderen Menschen. Das Eigentum spielt im Liberalismus als Institution eine zentrale Rolle. Nicht nur ist es des Menschen Instinkt Eigentum zu besitzen und dessen Wert zu mehren. Seine Besitz ist auch Schule für Verantwortung. Denn den eigenen Besitz schätzen wir stets mehr wert, als den Besitz anderer. Aristoteles nennt dies die „Tragik der Allmende“, sprich das Privateigentum immer besser verwaltet ist, als Gemeineigentum. Der Mensch spürt eine stärkere Bindung zu seinem Besitz und daher handelt er bei dessen Einsatz immer verantwortungsvoller, als durch den Einsatz des Eigentums anderer. Gerade auch, weil er dessen Verlust im Fall der Fälle spürt. Der Liberalismus erkennt diesen Fakt und fundiert das Prinzip, dass Eigentum mit Freiheit gleichzusetzen ist. Freiheit bedingt Verantwortung. Die Freiheit des Einsatzes des Eigentums muss zwingend verbunden sein mit dem eigenverantwortlichen Tragen der Konsequenzen, sei es Gewinn oder Verlust.  Nur das lehrt verantwortungsvolles Handeln. Das höchste Eigentum ist das Selbsteigentum, sprich das Eigentum am eigenen Körper.

Der Humanismus verlangt nun den eigenverantwortliche und vor allem freiwilligen (denn nur so gibt es eine Wahl) Einsatz dieses persönlichen Eigentums zum Wohle eines anderen Menschen, aber nicht zum Schaden eines anderen Menschen. Zwang steht gegen die freie moralische Wahl und auch gegen die Prinzipien des Liberalismus. Denn wer nicht wählt, handelt nicht moralisch. Ohne Wahl gibt es keine Moral. Genau dies ist die Symbolik von Christus am Kreuz: Er setzte das höchste Eigentum, das Selbsteigentum am eigenen Körper, eigenverantwortlich ein. Niemand sonst trug die Verantwortung, niemand sonst war geschädigt. Für diese Abwägung braucht es Vernunft. Dies ist der Charaktersprung im christlichen Humanismus: Man widerspricht seinem Instinkt zum Wohle eines anderen. Das Individuum übernimmt persönliche Verantwortung für die Konsequenzen der eigenen Entscheidung und war sie moralisch richtig, erwartet sie das Himmelreich. So ist die Botschaft des christlichen Idealismus! Indem man beispielsweise das eigene Brot teilt, das eigene Obdach teilt, eigens Geld spendet oder mit der eigener Kraft Hilft spendet oder, im höchsten Fall, sein Eigentum am lebendigen Körper opfert. Dies aber immer unter der Forderung des Einsatzes des eigen Besitzes, des Eigentums. Man soll etwas geben, was einem der eigene Instinkt sagt zu behalten. Aus diesem Grund werden christliche Märtyrer heilig gesprochen. Durch diesen Akt erhebt sich der Mensch über den primitiven Instinkt, erhebt sich über das reine Menschsein, und reift im Charakter.

Genau deshalb spricht die Aufklärung von der Vervollkommnung des Menschen durch eine ethnische und moralische Philosophie. Dies ist ein Akt der Vervollkommnung. Im Humanismus geht es darum mehr als ein Mensch zu sein, sich das Recht zu verdienen an Gottes Seite zu sein. Daher wird die Zivilisation gelehrt, die den Menschen über seine primitiven Instinkte hinaus erhebt. Die Zivilisation wird als etwas Höheres gesehen, als der reine Mensch, als Instrumente des Aufstieges. Daher sagte Friedrich Nietzsche: „Nicht fort sollt ihr euch entwickeln, sondern hinauf!“ Das meint die christliche westliche Zivilisation, mit ihrer Moralphilosophie, für welche die westliche Kultur den Rahmen darstellt. In der humanistischen Lehre wird die westliche Kultur gelehrt, damit der Schüler die Moralphilosophie davon ableiten und sie wiederum auf sie zurückführen kann. Die westliche Zivilisation ist eine heilige Zivilisation, welche den Weg des Menschen zu Gott darstellt. Die Zivilisation dient dabei auch der ethischen und moralischen Züchtigung, respektive Charakterbildung des Menschen, wenn sie ihn über seine primitiven Instinkte erhebt. Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, aber er gab ihm den freien Willen, damit er einen Weg der individuellen Vervollkommnung beschreitet und so zu Gott findet. Gott vervollkommnete den Menschen nicht. Er gab ihm den freien Willen und die Moral, damit er selbst den Weg der Vervollkommnung beschreitet! Das ist das Wesen des christlichen Humanismus: Der Mensch von Gott gemacht vervollkommnet sich! Humanismus ist eine christlich-individualistische Philosophie, welche auf Charakterbildung zur Vervollkommnung des Menschen auf dem Weg zu Gott abzielt. Ein wahres christliches Gemeinwesen baut auf diesem Humanismus auf!

Der Sozialismus oder der Sozialstaat auf der anderen Seite können niemals humanistisch sein, denn sie sind kollektivistisch. Der Unterschied ist, dass der wahre Humanismus einen persönlichen und freiwilligen Akt des Charakters in eigener Verantwortung fordert, während linke Ideologien den Staat bemühen und die Verantwortung auf ein Kollektiv verteilen und erzwingen. Genauso ist der Sozialstaat niemals christlich, denn er erzwingt die Wohlfahrt. Eine wahrhaft christliches Gemeinwesen aber lebt wahren christlichen Humanismus wie oben beschrieben, durch den individuellen und eigenverantwortlichen Akt der Wohlfahrt (Einsatz des eigenen Besitzes) innerhalb der moralischen Philosophie. Daher heißt es in der Bibel „DU sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ und nicht „IHR sollte euren Nächsten lieben wie euch selbst“. Kollektivismus, sprich die Übertragung persönlicher Verantwortung auf das soziale Kollektiv, steht Individualismus, sprich die Freiheit sich moralisch zu entscheiden und die Verantwortung zu tragen, diametral entgegen. Das ist nicht christlich und es nicht der Weg zu Gott. Es sind Gegensätze, die sich gegenseitig ausschließen. Ein Linker kann niemals Humanist sein, denn er übernimmt keine persönliche Verantwortung und setzt auch kein Eigentum ein. Er reift nicht im Charakter. Das ist auch der Grund, warum religiöse Menschen wesentlich ausgeglichener sind und Linke von Neid, Missgunst, Materialismus und Narzissmus zerfressen. Sie haben sich von Gott abgewandt und haben sich entschieden ein erniedrigte Existenz zu fristen, zu der sie alle anderen zwingen wollen.

„Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! … Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!“(Matthaeus 25:34 und 41)

Es ist ein Kampf um Leben und Tod, zwischen Gut und Böse, Licht und Dunkelheit. Man kann sagen, dass der Marxismus versucht den Menschen daran zu hindern zu Gott zu finden und in einer erniedrigten Sklavenexistenz zu leben. Der Marxismus ist der Antichrist und die Linken seine verführte Gefolgschaft! Die Christlichkeit ist das Licht und die christlich-liberalen Rechten seine Ritter, die das Banner der Freiheit tragen.

4. Die göttliche Ordnung

Die göttliche Ordnung ist alles, was durch die Genesis (Schöpfung) geschaffen und geordnet wurde. Der Mensch, die Natur und ihre Form und Beziehung zueinander. Dazu gehört, dass der Mensch von Gott mit einem freien Willen ausgestattet wurde. Dazu gehört, dass der Mensch zwei Geschlechter besitzt, männlich und weiblich. Dazu gehört die Institution der Ehe als Bund zwischen Mann und Frau und die Bedeutung der Familie. Es ist aber auch all das, was der Menschen durch den Geist Gottes beseelt, schafft, wenn er dem göttlichen Pfad folgt. Es ist alles, was Gott den Menschen gab, damit sie diesen Pfad beschreiten können.

Ohne Gott ist die Ethik, was ist richtig und was ist falsch, subjektiv und die Entscheidungsgrundlagen werden Gefühle. Gott gibt der Ethik Sicherheit. Gott und Freiheit gehören zusammen, denn ohne Gott gibt es kein Christentum und so auch kein Liberalismus. Christlichkeit und Liberalismus gehören zusammen. Gott gab den Menschen das Gebot, dass Mord falsch ist. Doch zu entscheiden, was Mord ist und was nicht, dazu gab er den Menschen den freien Willen und die christlichen Lehren. So reifen die Menschen in ständiger Abwägung. So sagte Pfarrer Hans Milch in einem Vortrag, dass Vaterland mit einer Waffe zu schützen sei christliches Gebot und nicht gegen das Gebot nicht zu morden. [3] So ist die Lüge, um das Leben eines Menschen vor Unrecht zu wahren, kein Verstoß gegen das Gebot nicht zu lügen. Die moralische Wahl wird über die Vernunft getroffen und über die absolute, von Gott gegeben Ethik, was richtig und was falsch ist.

Ohne Gott ist alles nur Materialismus, wie es Marx lehrt. Es gibt keine Ethik, keine Spiritualität, kein höheres Streben und keine göttliche Beseelung. Es gibt nur die Befriedigung materieller Bedürfnisse. In einer materialistischen Welt gibt es kein „Ich“, keinen Individualismus, da alles nur durch die materielle Umwelt bestimmt wird. Somit gibt es auch keine Verantwortung des Individuums oder überhaupt ein determinierbares Individuum. Es gibt keinen freien Willen und somit auch keine Moral. Das ist die Kernphilosophie des Marxismus und sie ist tiefgreifend antichristlich und gegen Gott gerichtet. Hier setzt Dennis Pragers Aussage an, je kleiner der Gott ist, desto größer ist der Staat. Denn wenn es keinen Gott gibt und der Mensch nur durch als durch seine materielle Umwelt bestimmt gesehen wird, er also keine individuelle Verantwortung (gegenüber Gott im Sinne der Moral) trägt, dann gibt es unvermeidlich einen Staat, der diese Umwelt versucht zu kontrollieren und einen neuen Menschen zu schaffen (Totalitarismus). Das ist der Kulturmarxismus, die „Vergöttlichung“ der Gesellschaft in dem Sinne, dass sie als die materielle Umwelt der Schöpfer des Menschen nach ihrem ideologischen Bilde wird. [4]

Gott, Staat und Individuum bilden einen Dreiklang in diesem Idealismus. Aus diesem Grund erhoben vergangene Zivilisationen den Anspruch einer göttlichen Ordnung zu folgen. Seien es die Stände, die von Gott auserwählten Herrscher oder Recht und Gesetz, welches stets einen biblischen Bezug zu den 10 Geboten hatte. Auch die US-Verfassung stellt diesen Bezug zu göttlichem Recht her. Die Vergöttlichung des Rechtes respektive der Gottesbezug in Verfassungen ist notwendig, damit bestimmte Fundamente der westlichen Zivilisation und ihrer Philosophie sowie Ethik ewig gültig sind. Wenn beispielsweise das Gebot lautet: „Du sollst nicht stehlen“, dann impliziert dies auf der einen Seite das Verständnis von Diebstahl, welches auf der anderen Seite nur existieren kann, wenn es Eigentum gibt. Das Recht auf Eigentum ist im Liberalismus eines der drei fundamentalen und von Gott gegebenen Rechte. „We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness. That to secure these rights, Governments are instituted among Men …“, sagt die US-Unabhängigskeitserklärung, verfasst von jenen genannten Idealisten. Gott gab den Menschen unveräußerliche Rechte in Form von Leben, Freiheit und dem Streben nach Glück. Alle Menschen in einem solchen Staat sind gleich unter diesen Rechten, doch nicht gleich als Menschen an sich. Es ist kein Bekenntnis zur Egalität, sondern zur Freiheit.

„Das Streben nach Glück“ bildet dabei eine essentielle Norm. Es wurde aus einem fundamentalen Grund nicht „Recht auf Glück“, sondern Recht auf „Streben nach Glück“ genannt. Auch hier findet man wieder den christlichen Idealismus im Kontrast zum Kollektivismus vor: Der Mensch soll die Freiheit der Wahl haben, wie er sein persönliches Glück definiert, und er soll die Freiheit haben danach zu streben, dafür zu arbeiten. Anders ausgedrückt: Er soll es sich verdienen. Das Recht auf Glück auf der anderen Seite würde aber bedeuten, dass andere für das persönliche Glück die Verantwortung tragen. Was auch heißt, dass der Einzelne sie zur Verantwortung ziehen kann. Denn des einen Recht, ist des anderen Pflicht. Deshalb gibt es im Liberalismus nur sehr wenige Rechte des Menschen und diese Rechte decken alle samt die Forderung des Humanismus nach eigenverantwortlichem Handeln und niemals die Verantwortungsübertragung auf andere, beispielsweise ein soziales Kollektiv. Daher sind Dinge wie „Recht auf Arbeit“ oder „Recht auf Unterkunft“ keine humanistischen Rechte. Das sind sozialistische Daseinsformen, aber keine christlichen. Denn das Christentum verlang ein persönliches und eigenverantwortliches Streben, einen persönlichen und moralischen Weg der Charakterbildung, der zu Gott führt. Diese Rechte aber setzen andere per Zwang in die Verantwortung für das eigene Wohl. Daher die Symbolik von Jesus Christus, der sein Kreuz allein zum Berg trägt. Freiheit verbunden mit Verantwortung.

Eine freie Gesellschaft ist immer auch eine hierarchische Gesellschaft. Der Mensch ist in seinen Rechten vor Gott gleich, aber er ist nicht in seinem Wesen gleich. An keiner Stelle sagt der Humanismus aus, dass alle Menschen gleich seien. Ein liberaler Staat soll nur dafür sorgen, dass kein Mensch auf seinem persönlichen Weg zu Gott (individuelle Freiheit) behindert wird. Der Liberalismus fundiert auch gesellschaftliche Institutionen. Dazu gehört der liberale Markt (freie Markt oder laissez-faire). Die Ökonomie ist ein Bereich, den die antiken Philosophen aufgrund der Zeit nicht vollständig betrachten konnten. Die Aufklärung aber setzt die antike Philosophie fort und zieht die Ökonomie in die Betrachtung um das freie Individuum. Denker hier Adam Smith, welcher den Kapitalismus schuf. In einer freien Ökonomie mit freien Individuen müssen sich aufgrund der Verschiedenheit der Menschen gesellschaftliche Hierarchien bilden. Denn die Menschen unterschieden sich auch in einer liberalen Gesellschaft in Fleiß, Befähigungen, Ambitionen und Willenskraft. Es gibt immer wenige fähige Menschen in einer Gesellschaft und zum Wohle und Fortschritt der Zivilisation muss es diesen erlaubt werden in der gesellschaftlichen Hierarchie aufzusteigen, wo sie eine größere Wirkung entfalten können. Je höher der Mensch aufsteigt, desto größer wird seine Verantwortung und desto breiter das Maß an ethischen und moralischen Handeln. Eine Aristokratie, sprich ein Adel, sind in einer christlich-liberalen Gesellschaft zum Wohle und Fortschritt der Zivilisation notwendig. Die Prämisse aber ist, dass die Grenzen der Hierarchiestufen durchlässig sind für Fleiß, Befähigung, Ambitionen und Willenskraft. Daher gehören gesellschaftliche Stände mit zu einer göttlichen Ordnung und wurden in der Vergangenheit auch genauso gesehen. Nur wird dem nun die liberale Philosophie beigestellt.

Im Absolutismus sah man die Gesellschaftssordnung als derart göttlich an, dass man sie auf die Planung der Städte übertrug, um sie zum Abbild der Gesellschaft und ihrer göttlichen Ordnung zu machen. Es war eine Zeit des Strebens nach Ordnung und Perfektion, nach Harmonie. Man versuchte die Wildheit der Natur in eine Gott bestimmte und durch den menschlichen Geist geformte Ordnung zu bringen. So schreibt die Bibel: „Laßt uns Menschen machen in unserem Bilde, gemäß unserem Gleichnis; und sie sollen sich untertan halten die Fische des Meeres und die fliegenden Geschöpfe der Himmel und die Haustiere und die ganze Erde und jedes sich regende Tier, das sich auf der Erde regt.“ (1. Moses 1: 26) Der Mensch soll die von Gott geschaffene Welt nutzen, sie sich Untertan machen und dann die Welt durch seinen freien Willen in eine neue Form bringen. Er soll aus dem wilden Stein Monumente des Geistes errichten. Bereits in der Gotik versuchten die Architekten den Himmel auf Erden zu schaffen. Alle gotischen Kathedralen folgen diesem Bild mit ihrer Leichtigkeit und ihre lichtdurchfluteten Höhen. Überall findet man Zahlenmystik wie den „Goldenen Schnitt“ und präzise Planung. So sind alle Kathedralen spezifisch ausgerichtet, so dass zu einer bestimmten Zeit des Tages das Licht durch die Rosette scheint und sie erleuchtet. Es waren und sind Bauwerke des Himmels und des Lichtes, im Streben nach Vollkommenheit, in allem was der Mensch schafft. Der Mensch, von Gott mit Geist und Willensfreiheit beseelt, um den Himmel auf Erden zu schaffen und Vollkommenheit zu erstreben. Er soll dem Berg das Eisen einreißen, um daraus Stahl zu machen. Er soll das Pferd zähmen, um auf ihm zu reiten; er soll den Hund zähmen, um ihm als treuer Begleiter zu dienen. Er soll den Berg und den Himmel bezwingen, um hoch hinauf zu steigen und zu fliegen. Das ist der Sinn des Lebens des Menschen! Gott gab dem Menschen den Willen und die Kraft die Natur und seine eigene Schwäche zu überwinden und Grenzen zu überschreiten. Herrschaft, ist nicht unnatürlich, wie es die Libertären (sie verleugnen die Christlichkeit) argumentieren. Es ist der göttliche Wille im Menschen die Natur Untertan zu machen und sie nach seinem Geistes zu formen. Doch er  legt auch eine göttliche Ordnung in den Dingen fest, die ewig gültig sein sollen. Die Demut lehrt den Menschen vor der Schöpfung Achtung und Ehrfurcht zu haben.

Koelner Dom innen

Dom von Köln. Der Himmel auf Erden.

5. Hierarchie einer christlich-liberalen Gesellschaft

Egalität war niemals ein Ideal der christlichen Zivilisation. Egalität oder Gleichheit bedeutet nichts anderes, als die Herrschaft des Mittelmaßes und am Ende die Zucht einer Sklavengesellschaft. Doch die Menschen sind nicht gleich. Sie unterscheiden sich in Fleiß, Befähigungen, Ambitionen und Willenskraft. Egalitäre Gesellschaften wie Sozialismus oder Demokratie verleugnen das und verhindern durch systematische Mittel wie Inklusion (Vermischung), dass eine Selektion nach den genannten Eigenschaften stattfindet. In einer freien Gesellschaft wird die Verschiedenheit der Menschen darin nicht nur anerkannt, sondern belohnt bis geehrt. Aus der Verschiedenheit der Menschen in ihren Eigenschaften ergeben sich in einer liberalen Gesellschaft natürlich Hierarchien, indem die einzelnen Hierarchiestufen durch ein gesteigerter Maß an jenen Eigenschaften überschritten werden können.

Der Erfolg der westlichen Zivilisation bestand darin Fleiß zu belohnen und eine Selektion der Individuum nach genannten Eigenschaften vorzunehmen und ihnen dann Verantwortung in der Zivilisation zu geben. Das Maß an Verantwortung richtet sich nach der Hierarchiestufe und diese nach dem Maß an Fleiß, Befähigungen, Ambitionen und Willenskraft des Individuums. Oder auch nach Erbe, aber dieser Punkt soll in seiner Bedeutung später erläutert werden. Diese Selektion erfolgte automatisch durch Wettbewerb: Das Individuum erhebt sich aus der Masse. Eine natürliche Selektion nach derlei Eigenschaften mit Positionierung in einer Hierarchie, muss immer zu einem Pyramide führen, denn es werden immer weiniger aus immer kleineren Gruppen ausgewählt. Das heißt am Ende befinden sich die Besten eines Volkes an der Spitze. Je weiter die Hierarchie nach oben verläuft, desto fähiger sind die Individuen (denn nur durch Befähigung können sie die Grenzen der Hierarchiestufen überschreiten) und desto bedeutender wird ihre Einfluss auf die Zivilisation. Auf diese Weise ist natürlich sichergestellt, dass die Besten eines Volkes die Zivilisation anführen.

Aus dem Geist des Individuums heraus entwickelten sich verschiedene elementare gesellschaftliche und politische Institutionen, die jenes genannte Streben erst ermöglichen. So galt die Monarchie immer schon als heilig und Gott befohlen und es liegt große Anmut in der strahlenden Repräsentanz von Tugenden und Zivilisation in der Person des Monarchen. Schon Pfarrer Hans Milch erkannte die Bedeutung der Monarchie für die Christlichkeit, nicht nur in Repräsentanz von Volk und Staat (Zivilisation), sondern auch als Leitbild. [3] Es hat den Geist des göttlichen in sich, wenn eine Monarchie als ewig gültige Daseinsform der Zivilisation vorsteht. Dagegen wirkt ein Präsident willkürlich und bedeutungsschwach. Wenngleich man erkennen kann, wie sich die Menschen eine solche strahlende Repräsentanz wünschen und in einem Präsidenten oftmals mehr hineingeben, als sein Amt hergibt. Ein Monarch hält kein Amt inne. Er regiert nicht nur auf wenige Jahre und wird dann ersetzt. Er bildet eine feste Säule der Zivilisation, welche ihre Leben und Wirken dem Dienst an Volk und Zivilisation widmet. Nicht gewählt, sondern erkoren, und in Fortführung einer langen Linie aus Herrschern und ihren Erfahrungen in Herrschaft und Geschichte. Sein Blick ist aufgrund dieser Verantwortung erheblich weiter, als der eines für eine kurze Amtszeit gewählten Repräsentanten. Der Monarchie ist mit der Zivilisation enger persönlich verbunden. Wie oben ausgeführt, schafft Eigentum Verantwortung in dessen Pflege und Wertmehrung. So hält ein Monarchie, auch aus seiner Erblinie heraus, erheblich mehr Verantwortung für das Land, als ein Präsident. Das Recht zu herrschen ist sein Eigentum und es ist sein Bestreben den Wert seines Eigentums zu mehren, um es an seine Erben weiterzugeben, auf dass sie es wiederum mehren. So wurde die westliche Zivilisation geschaffen. So wurden aus wilden Landstrichen Königreiche. Die westliche Zivilisation und ihre Kultur wurden von Anbeginn an von der Aristokratie geschaffen. Jene, die sich durch ihr Willenskraft aus der Masse empor erhoben und herrschten.

Monarchie, Adel und christlich-liberale Idealen und Prinzipien schließen sich nicht aus. Kaum einer weiß heute noch, dass die USA vom Opponenten Thomas Jeffersons, John Adams, durchaus als Monarchie geplant war, welche genau wie das 1871 gegründete Deutschen Reich sowie sein Vorgänger das Heilige Römische Reich Monarchie, Aristokratie und Parlament vereinen sollte. Adams ging dabei genauso wie vor ihm Machiavelli der Frage nach, welche Staatsform die beste wäre, um das menschlichen Wesen zur höchsten Form zu bringen, ohne es zu korrumpieren.  Auch Machiavelli sah die Vereinigung dieser drei Formen als Optimum an. Man kann diese Gedanken auch mit den Worten zusammen: Auf jeder Ebene die am besten geeignetste Teilform, statt eine absolute Form für die gesamte Zivilisation, welche nur auf einer Ebene funktioniert und alle anderen diktiert und korrumpiert. Im Blick auf die heutige Zeit schließen sich daran Platos, De Tocquevills und Hoppes sowie Baaders Kritik an der Demokratie direkt an. Für staatliche Libertäre ist die Monarchie der Demokratie vorzuziehen und für einen konservativen, der eine Gesellschaft nach dem Grad und Fortbestand an Zivilisation bemisst und welche Staatsform beides maximal bestimmt, ohnehin. So besagt weiter die „Tragik der Allmende“, dass Privateigentum stets besser und nutzbringer verwaltet ist, als Gemeineigentum. Das schließt genauso größeren Landbesitz ein, als nur ein Grundstück im Rahmen einer Produktion oder ein Gebäude. Auch der Wettbewerb greift hier. Deutschlands reiche Kultur konnte sich nur so ausprägen, da fast 1000 Jahre lange unzählige Monarchien im kulturellen Wettbewerb lagen. Der klassische Liberalismus aber schnitt diese Potential auf Höhe des Parlamentes ab. Das heißt für die Größe der Zivilisation gibt es nach oben weiteres Potential und dies erlauben der Adel. Wenn das liberale Ideal mit dem Streben nach Zivilisation und der Göttlichkeit verbunden ist, dann sind Monarchie und Adel notwendig, ja natürlich und geboten. Der Monarch als Garant der göttlichen Verbindung und der Wahrung der gesamten Zivilisation. Der Adel wirkt als Mehrer der Zivilisation und ihrer Kultur. Das Bürgertum wirkt in Wissenschaft und Produktion. Jede freie Gesellschaft ist natürlich auch hierarchisch. Denn sie ermöglicht eine automatische Selektion nach Willenskraft und Befähigung danach, dass sie jenen Individuum mehr Verantwortung und Einfluss erlaubt.

Diese Gesellschaft würde sich groß in 4 Hierarchiestufen unterteilen: Volk, Bürgertum, Adel, Monarchie. Die Grenzen sind durch Fleiß, Befähigung, Ambitionen und Willenskraft im christlich-liberalen Ideal überschreitbar. Doch der Adel folgt aufgrund seiner Besonderheit leicht anderen Gesetzen. So beginnt jeder im Volk, als Kind. Zum Volk gehören aber auch alle Alten, Kranken und vom christlich-humanen Gemeinwesen Befürsorgte, sprich die Armen. Das Volk bedeutet eine Klasse, die von höheren Klassen über das christlich-humane Handeln fürsorglich behandelt wird. Sie haben aufgrund ihrer Stellung keine politischen Rechte, weil sie den Anforderungen an den Bürger in Form von Verantwortungsbewusstsein und Mündigkeit nicht genügen. Sie können diese Klasse verlassen, indem sie aus dem Kindesalter hinaus reifen oder aufgrund der Hilfe des Gemeinwesens wieder in ein selbstbestimmtes Leben eintreten.
Sobald die Mitglieder dieser Klasse einen Beruf nachgehen und ein Einkommen generieren, welches ihnen Eigentum und damit Verantwortung ermöglicht, werden sie Bürger im „niederen Bürgertum“ und mit den ersten politischen Rechten ausgestattet, nämlich politisch zu wählen und an Abstimmungen teilzunehmen. Bestimmte Berufe wie Juristen und Unternehmer treten in das „gehobene Bürgertum“ ein. Ab dieser Klasse erweitern sich die politischen Rechte dahingehen, dass der Bürger in das niedrigste politische Amt eintreten darf. Innerhalb der Beamtenlaufbahn existiert ein cursus honorum. Dies bedeutet, dass jeder für das niedrigste Amt kandidiert und dann jedes folgende höhere Amt durchlaufen muss. Mit jeder Stufe eines Beamten steigt die Verantwortung, aber auch die Haftbarkeit. Die Unterschrift eines Beamten setzt ihn direkt in die juristische Verantwortung für das Unterschriebene. Das ist Gebot innerhalb nicht nur des genannten christlichen Idealismus, sondern auch in deutscher Tradition. So wird eine Selektion nach Charakter vorgenommen. Mitglieder des gehobenen Bürgertums füllen als Abgeordnete die erste Kammer des Parlamentes aus (Abgeordnetenhaus). Das Bürgertum kümmert sich demnach auf den mittleren Ebenen um vermehrt die wirtschaftlichen Belange, beispielsweise in Form des Unternehmertums.
Aus dem „gehobenen Bürgertum“ kann der Bürger dann in den „niederen Adel“ eintreten, indem er Landbesitz erwirbt und einen Adelstitel verliehen bekommt. Der Adel findet seine Bedeutung darin, dass er Land hält, verwaltet, seinen vor allem kulturellen und wirtschaftlichen Wert mehr und dies durch Erbe fortsetzt. Es ermöglicht bestimmten Individuen und deren Familien einen Anteil an der Entwicklung der Zivilisation zu nehmen und dabei langfristig zu wirken. Der „gehobene Adel“ wird ab bestimmten Titel und ab einer bestimmten Größe des Besitzes an Land erreicht. Der „niederer Adel“ hat das Recht an regionalen Politiken in seinem Einflussbereich teilzunehmen. Der gehobene Adel hat das Recht im zweiten Haus des Parlamentes Platz zu nehmen (Herrenhaus). Der Adel kümmert sich auf den höheren Ebenen der Hierarchie vermehrt um die kulturellen Belange.
Sowohl Bürgertum als auch Adel sind angehalten sich im Ideal des christlichen Humanismus im Gemeinwesen einzubringen, um fürsorglich dem Volk beizustehen. Beispielsweise indem sie Arbeit schaffen oder Schulen, Armen- oder Krankenhäuser bauen.
Die monarchistische Herrscherdynastie geht aus einem historischen Wettbewerb um die Krone hervor. Sie ist die Dynastie, die sich behaupten konnte. In Deutschland meint dies die Hohenzollern. Es ist theoretisch möglich, dass ein anderes Haus mächtiger und einflussreicher wird. Doch in der Regel wird dies durch Heirat ausgeglichen. Der Herrscher besitzt das Recht an der Krone des gesamten Staates und seine Familie hält ein bestimmtes Stammland. Im Grunde ist das Herrscherhaus das mächtigste der Adelshäuser, bestimmt zu herrschen. Das Land des Staatsgebietes wird zwischen den Adelshäusern und dem dem niederen Adel sowie dem gehobenen Bürgertum ohne Adelstitel aufgeteilt.

Dies ist die Hierarchie der Gesellschaft, die in sich wiederum Hierarchien ausbildet. So beispielsweise die Hierarchie in einem Unternehmen, die Hierarchie des cursus honorum oder die Hierarchie des Adels. Überall gibt es Hierarchie und Wettbewerb als natürliche Selektion von Fleiß, Befähigung, Ambitionen und Willenskraft, die darüber entscheiden, auf welcher Ebene der Hierarchie das Individuum gelangt, um sich zu vervollkommnen. Ab dem „gehobenen Bürgertum“ und dem Adel beginnt sich das individuelle Wirken auf die gesamte  Zivilisation vermehrt auszuwirken. Hier sollen nur die die Besten mit den größten Ambitionen hingelangen und eine Aristokratie bilden, die erheblich langfristiger planen kann, um der Zivilisation zur Größe zu verhelfen. Auch und gerade über ein Menschenleben hinweg. Die Familie spielt hier eine wichtige Rolle. Auch sind hier die Wahrer der Zivilisation und ihrer Kultur zu finden. Anderes als heute, wo jene sich unten befinden und das zum Schaden aller. In dieser Hierarchie befindet sich nun jene, mit den größten Ambitionen und der größten Verantwortung oben.

6. Institutionen einer christlich-liberalen Gesellschaft

Der christliche Liberalismus schreibt eine Reihe von Institutionen und Prinzipien vor, die bestehen müssen, um eine solche Zivilisation zu gewährleisten.

Die Zivilisation ist das Maß aller Dinge. Das Streben der Individuen zur eigenen Vervollkommnung ist ebenso ein Streben der Zivilisation in Summe. Die Zivilisation ist das Manifest des Wirken des Menschen auf Erden. Sie ist der Auftrag von Gott, durch die von ihm den Menschen gegebenen Willensfreiheit die Welt nach ihrem Geiste zu gestalten. Die Zivilisation ist die Leiter, die zu Gott führt. Sie ist der vereinte Geist ihrer Menschen, ein Zeugnis ihres irdischen Daseins und Wirkens, zu Ehren Gottes. Die Zivilisation ist mehr als das Individuum allein erreichen kann. Sie ist fortgeführte Kultur, Tradition, Philosophie, Wissenschaft und Spiritualität unzähliger Generationen auf dem Weg zur Vervollkommnung, fortgetragen an die nächste Generation.

Das Ewig gültige Recht ist das Recht und deren Gesetze, welches aus dem christlichen Idealismus und der göttlichen Ethik abgeleitet sind. „Ewig gültig“ meint Rechte, die niemals verändert oder abgeschwächt werden können und dürfen, da und weil sie von Gott kommen. Es ist göttliches Recht. Dazu zählt beispielsweise das Recht auf Eigentum und das Unrecht im Diebstahl. Diebstahl bleibt immer Diebstahl und es gibt keinen Akt zu irgendeiner Zeit oder unter irgendeinen Umstand, der dies ändern kann. Der Rechtsstaat als Prinzip findet seine unumstößlichen Säulen in diesem göttlichen Recht. Daher ist auch er göttlicher Natur. Wenn zu einem Zeitpunkt Diebstahl nicht mehr Unrecht ist, dann hat Recht keinen Wert mehr, denn es ist nun offen für Willkür. Daher muss jeder Rechtsverstoß geahndet und das Recht wiederhergestellt werden. Recht und Herstellung von Gerechtigkeit sind hier maßgebend. Der Rechtsstaat ist das mit der höchste Prinzip nach Gott: Von Gott, über den (Rechts-)Staat, zum Individuum.

Die Familie ist die kleinste und erste soziale Einheit. Sie ist Hort der Sozialisation und erster Ort soziale und finanzieller Fürsorge. Sie ist auch Schule von Werten und von Verantwortung. Die Familie ist ein Generationvertrag in sich: Die Eltern versorgen die Kinder und sorgen für die Großeltern, die ihren Lebensabend genießen. Wenn die Kinder erwachsen sind, leben die Eltern ihr Leben, bis sie in ihre Lebensabend eintreten und von den Kindern versorgt werde. Aus heutiger Sicht tritt die Familie an die Stelle des Sozialstaates. Möglichst viele Kinder zu zeugen ist demnach im Interesse der Ehepartner, um die ökonomische Belastung in der Familie später auf möglichst viele Schultern zu verteilen. Dies dient dann dem Fortbestand des Volkes. Die Familie ist das Fundament von Staat und Gesellschaft und Garant für das Überleben des Volkes.
Die Familie findet ihren Wert nicht nur in der Bedeutung der ersten sozialen Einheit. Sie dient auch dem Bewahren und Fortführen familiärer Leistungen und Traditionen über ein Menschen leben hinweg. Die Familien, hier besonders die größeren Adelsfamilien, tragen so einen bedeutenden Teil des kulturellen und traditionellen Erbens der gesamten Zivilisation mit, der sich in ihnen individuelle ausprägt. So finden Kultur und Tradition in sich Vielfalt und eine weitere Säule. So bewahren und erweitern Unternehmerfamilien geschaffene Unternehmen und Adelsfamilien die ländlichen und kulturellen Güter. Auf diese Weise ist es einem Individuum möglich ein ideelles oder materielles Erbe zu hinterlassen, welches fortgeführt wird und so die gesamte Zivilisation bereichert. Aber auch „einfach“ Familien tragen dazu bei, dass Werte, Erfahrungen und Traditionen erinnert und fortgeführt werden. Alle teilen sie jedoch den gesamten kulturellen Geist der Zivilisation.
Eine Familie zu gründen oder in eine einzuheiraten, sollte vorrangiger Beweggrund aller Bürger sein. Jene, die eine Familie gründen und größere Ambitionen hegen, sollten bestrebt sein den Einfluss der Familie in Gesellschaft und Politik durch Akkumulation von Ressourcen und Besitz zu erhöhen, um so über ein Menschenleben hinweg der Zivilisation zu dienen. Beispielsweise indem familiäre Traditionen auf- oder ausgebaut werden. Beispielsweise Unternehmerfamilien, Adelsfamilien, Politikerfamilien oder Militärfamilien.

Die Ehe ist der heilige Lebensbund zwischen Mann und Frau. Sie ist der eiserne Band, welches die Familie zusammenhält. Sie wurde von der Kirche vor Gott ausgesprochen, um ihre heilige Bedeutung zu bekräftigen, und war äußerst schwer aufzulösen. Dies sollte garantieren, dass sie nicht zur Willkür und Beliebigkeit verkommt, wie es heute der Fall ist. Dieser Bund wurde so fest geschmiedet, damit Mann und Frau unter allen Umständen gemeinsam den Lebensweg angingen. Daher ist die Ehe Voraussetzung für das Zeugen von Kindern, denn nur gemeinsam kann die Belastung der Fürsorge und der Aufzucht zum Wohle der Kinder, welche Vater und Mutter für eine gesunde Reife brauchen, getragen werden.
Die Ehe ist auch die institutionelle Bejahung der gesellschaftlichen Geschlechterrollen, welche Mann und Frau einnehmen. Für eine gesunde Gesellschaft ist es wichtig, dass Mann und Frau nicht nur ihre Plätze finden, sondern auch in einer Harmonie gemeinsam wirken. Gott schuf den Menschen in zwei Geschlechtern nicht ohne Grund. Das Wesen des Menschen ist zu komplex, als dass es allein existieren kann. Es braucht Mann und Frau, um verschieden stärkeren Ausprägungen des menschlichen Wesens zu haben. So ist der Mann rationaler und die Frau empathischer. Wenn sie dann in Harmonie wirken, vervollkommnen sie sich gegenseitig und meistern jedes Lebenssituation. Die Anerkennung der Göttlichkeit ist auch die Anerkennung, dass Gott Mann und Frau aus einem Grund verschieden schuf, doch auch so, dass sie einander anziehen. Wenn sie beide vereinen, wird neues Leben geschaffen.

Die Kirche in Form der christlichen Geistlichkeit ist für ein christlich-humanes Gemeinwesen und eine christliche Zivilisation allgemein von entscheidender Bedeutung. Sie übernimmt die Funktion vorrangig der Lehre und Ermahnung des christlichen Idealismus. Sie erforscht den Mystizismus und bildet Priester aus. Dennis Prager benennt einen der Fehler der westlichen Gesellschaft in der Säkularisierung, da so die Christlichkeit für die westliche Gesellschaft an Bedeutung verlor und ihre Werte, Ideale und Tugenden aus der Gesellschaft verschwanden. Die Kirche und ihre Tempel sind eine fundamentale Säule einer christlichen Zivilisation. Die Christlichkeit und ihr Idealismus müssen wieder stärke in die Gesellschaft integriert werden. Politik, Kultur, Wissenschaft, Philosophie und Religion waren stets in jeder westlichen Zivilisation maßgebend und dürfen nicht voneinander getrennt werden! Sie müssen sich gegenseitig befruchten.

„Religion and virtue are the only foundations, not of republicanism and of all free government, but of social felicity under all government and in all the combinations of human society.“

John Adams

Wie oben beschrieben fußt ein christlich-humanes Gemeinwesen auf dem christlichen Humanismus und seinen Ideal der individuellen Verantwortung und Vervollkommnung des eigenen Charakters. Die Kirche spielt in diesem die Rollen, die Ideale und Tugenden zu lehren und in schweren Zeiten zu ermahnen. Sie spendet Trost und Hilfe den Bedürftigen, wenn es die Familie nicht mehr kann. Das Gemeinwesen ist die nächste Säule in der Hierarchie der sozialen Fürsorge, wenn die Familie aus bestimmten Gründen nicht diese Rolle erfüllen kann. Der Staat ist die allerletzte. Wenngleich der christliche Humanismus allen innerhalb des Staates zukommen soll, richtet er sich speziell auf das Volk. Dies wird stets zuerst ermahnt. Darüber hinaus und nachdem ist jeder auch angehalten die Christlichkeit in die Welt hinaus zu tragen und in anderen Ländern zu wirken.
Abhängigkeit widerspricht dem christlichen Ideal. In diesem privat-verantwortlichen und humanen Gemeinwesen wird von selbst der Effekt erzeugt, dass jede Fürsorge mit dem Ziel verbunden ist, dem Befürsorgten wieder in eine selbstversorgende und eigenverantwortliche Lebensführung zu bringen. Was dann auch der gesamten Gesellschaft und ihrer Wirtschaft zu Gute kommt. Dies kann nur dann das Fall sein, wenn die Fürsorge nicht sozialstaatlich, also per Zwang, sondern privat-verantwortlich, also freiwillig, abläuft. Das meint genauso auch Spenden und tätige Hilfe für andere. Die Kirche trägt hier die Pflicht das christlich-humane Handeln zu ermahnen.
Vorrangig gilt in diesem Gemeinwesen der Grundsatz der Nächstenliebe. Nächstenliebe meint die Fürsorge für die eigenen Nächsten, was die Familie meint. Die christliche Forderung in diesem Gebot lautet demnach, sich stets zuerst um und in der eigenen Familie zu kümmern. Daher ist die Familie auch in diesem Ideal die „erste soziale Einheit“. Da dieses Gebot Teil einer christlich-liberalen Verfassung sein muss, ist es somit Aufgabe des Staates unter allen Umständen die Familien zu schützen und zu stärken. Dieses Gebot kann für den Staat nur dann verpflichtend sein, wenn es unumgänglich ist. Wenn es also keinen antichristlichen Sozialstaat gibt. Nach der Familie tritt das christlich-humane Gemeinwesen in Aktion. Dafür muss es viele und reichliche Organisationen für christlich-humane Wohlfahrt geben. Um es zu betonen: Auch hier ermahnt die Kirche das freiwillige Beteiligen, was erst dem christlichen Humanismus entspricht, im Zuge der Charakterververvollkommnung. Erst auf diese Weise kann ein wirklich christliches Gemeinwesen entstehen.

Helping_The_Poor_Two_Answers

Die Trennung von öffentlich und privat ist traditionell im westlichen Kulturraum im Bewusstsein vorhanden. Denn nur wenn es das Private gibt, gibt es das Individuum. Doch kann man explizit beobachten, wie freiheitliche Gesellschaft diese Trennung scharf im Bewusstsein verfolgen und totalitäre Gesellschaft sie nahezu aufheben, da sie das Individuum zugunsten allumfassender staatlich beherrschter Egalität zerstören wollen. In diesen wird das Private politisiert und öffentlich gemacht; die Öffentlichkeit dringt in das Private. Dies unter dem Anspruch der Egalität. Doch in alle freiheitlichen Gesellschaften ist das Private gesetzlich geschützt. Dazu gehört das private Eigentum, die private Wohnung oder die privaten Dokumente. Einzig ein totalitärer Staat löst das Private auf, da er auf das Leben der Menschen Einfluss nehmen will. Ein freiheitliche Gesellschaft schützt das Private, denn nur so kann ein freies Bürgertum bestehen.
Jedes Individuum ist anders. Im öffentlichen Raum herrscht ein normativer und kultureller Konsens vor, dessen Herrschaft sich das Individuum beugt. Im besten Fall aus freien Stücken, weil es dessen Moral anerkennt, was nur dann erfolgt, wenn Religion und Kultur sowie Politik einander befruchten, statt getrennt zu sein. Der öffentliche Raum wird zwar durch die Individuen belebt. Doch dient er der Zivilisation als Ganze und jener normativer Konsens richtet die Individuen dafür im öffentlichen Raum aus. Erkannt werden muss, dass der Mensch nicht 100%ig individualistisch ist. Es gibt einen kollektiven Instinkt, der zur Bildung einer identitären Gemeinschaft und der Identifikation mit dieser notwendig ist. Das unsichtbare Band bildet jene normative und kulturelle Konsens, der über die Zeit so komplex wird, dass er Kultur wird. Diese Band hält die Individuen zusammen und sorgt für eine funktionale und effektive Gesellschaft und deren Politik. Dies jedoch durch andere freiheitliche Institutionen dynamisch. Doch hat dies den Effekt, dass bestimmte individuelle Ausprägungen nicht vollends gezeigt werden können. Will ein Gemeinwesen zum Wohle der Zivilisation funktionieren und stabil bleiben, muss in ihm die gemeinsam geteilte kulturelle Grundlage, ihre Traditionen, Werte, Ideale und Prinzipien sowie jener normative Konsens, der all dies umfasst, vorherrschen. Es ist daher destruktiv, würde sich jedes Individuum im öffentlichen Raum vollends frei entfalten. Noch schlimmer, wenn Elemente aus anderen, möglicherweisen nicht christlich-idealistischen Kulturen eingetragen werden, welche das liberale Prinzip nutzen, um zu missionieren. Dieser gesellschaftliche Konsens muss daher zwingen konservativ ausgeprägt sein. Dazu später mehr. Für die volle individuelle Auslebung existiert der private Raum. Auch dient dieser Raum für familiäre Interaktionen und Angelegenheit, die nicht Teil der Öffentlichkeit sind. So etwas wie eine Familie bedingt einen abgeschlossenen privaten Raum, indem sie existieren kann. Auch bedarf das Individuum einen geistigen Rückzugsort, wo es sich unabhängig der Beeinflussung durch die öffentlichen Meinung entwickeln kann. Nur so ist Meinungsfreiheit bzw. Meinungsvielfalt herstellbar.
Die Trennung von öffentlich und privat ist damit ein Prinzip der Freiheitlichkeit. Nicht nur, weil er Subjekt bestimmter Rechte ist, sondern auch als Institution.

Die christlich-liberale Öffentlichkeit

„Freedom of speech is a principal pillar of a free government; when this support is taken away, the constitution of a free society is dissolved, and tyranny is erected on its ruins.

Without Freedom of thought there can be no such thing as wisdom; and no such thing as public liberty, without freedom of speech.

Freedom of speech is the great bulwark of liberty; they prosper and die together: And it is the terror of traitors and oppressors, and a barrier against them. It produces excellent writers, and encourages men of fine genius.“

Benjamin Franklin

„Children should be educated and instructed in the principles of freedom.“

John Adams

Wie es Benjamin Franklin beschreibt und wie es sich aus den antiken Foren und Agoren als Leitbild herleitet, ist im Liberalismus die Öffentlichkeit für die Gesellschaft von fundamentaler Bedeutung. Im Westen existiert ein starkes Bewusstsein für die Trennung zwischen privat und öffentlich. Der öffentliche Raum wird nicht nur aus Straßen und Plätzen gebildet, sondern auch aus allen öffentlichen Gebäude der Politik, der Bildung, der Kultur oder der Religion. In einer christlichen Zivilisation muss im gesamten öffentlichen Raum ein Konsens dieses christlichen Idealismus vorherrschen. Er muss die Gesetze bestimmen, er muss Teil der Bildung sein und der Bildung und der Wissenschaft als Ideal dienen, er muss in der Kultur ausdruck finden und er muss schlussendlichen in den Kirchen gelehrt und ermahnt werden. Es ist ein Geist, der alles durchdringt und schlussendlich auch das Private. Wenn die Gesellschaft in diesen Konsens, diesem Geist, einige ist, dann ist sie fest gefügt und die Energie fließt von einer Ebene zur anderen. Das macht das soziale Gefüge aus und den gesellschaftlichen Konsens.
Die Öffentlichkeit arbeitet nach den Prinzipien des christlichen Liberalismus und des freien Individuums. Dazu gehört besonders die Freiheit von Geist und Wort. Nur in diesem Wettbewerb der Ideen im öffentlichen Raum, im Diskurs, kann sich geistige Reife und Weisheit des Individuums entwickeln, welche dann in Familie auf der einen Seite und in die Politik auf der anderen Seite getragen wird. Jeder im politischen Diskurs ist dazu verpflichtet seinen Standpunkt unaufhörlich im anständigen Diskurs mit anderen zu prüfen. Nur so erlangt man Wissen und Weisheit und lernt die Dinge aus vielen Blickwinkeln zu betrachten. Rhetorik, Argumentation und Philosophie müssen für eine aufgeklärte Gesellschaft zwingend schulische Bildung sein! Noch bevor Wissen in die Köpfe der Kinder gelangt, müssen sie lernen dieses aus Beobachtung und Beweisen zu schaffen. Gleichzeitig herrscht ein Wechselspiel, so dass die Erfahrungen der Individuen und der familiären Werten konserviert werden und Eingang finden. Rede- und Geistesfreiheit sind die Säulen der Freiheit. Ethik, Moral, Politik und Philosophie gehören zusammen und gerade in einer Zivilisation der Geistesfreiheit ist die Philosophie die erste Geisteswissenschaft. Es ist eine Schande für den Westen, dass de Philosophie aus dem öffentlichen Diskurs verbannt wurde. Sie muss hier wieder neben Parlamenten, Museen und Theatern, Kirchen und Bibliotheken ihren Platz im öffentlichen Raum finde.
Wettbewerb der Ideen statt Egalität (Herrschaft des Mittelmaßes)!

Der freie Markt beschreibt ein Wirtschaftswesen, wo einzig Angebot, Nachfrage und Wettbewerb maßgebend sind. Kapitalismus wird dabei als Vertragsfreiheit definiert. Dies bedeutet eine von staatlichen Einflüssen unabhängige und freie Wirtschaft, wo einzig das Individuum maßgebend ist. Das Individuum in Form eines freien Unternehmertums, welches die Bürger in Lohn und Brot setzt und die Dienstleistungen und Güter der Gesellschaft bereitstellt und für den Fortschritt der Zivilisation Sorge trägt. Das Individuum in Form der Bürger, welche in Form der Nachfrage die Gesellschaft gestalten, indem sie frei und eigenverantwortlich auf diesem freien Markt entscheiden, welche Dienstleistungen und Güter es wie geben soll. Der Wettbewerb, welche in allen Institutionen gegenwärtig ist, sorgt hier für die Fortentwicklung und Ausdifferenzierung von Angebot, Produktion und Technologie. Auf dem Markt können viele Individuen die Gesellschaft gestalten. Aber genauso kann das einzelne Individuum den für sich besten Weg vollzogen finden. Denn auf dem Markt herrscht das Prinzip von freiwilligen Interaktionen und freiwilligen Verträgen. Nichts auf dem freien Markt wird ohne beidseitiger Willensbekundung vollzogen. Genauso sind Kooperationen möglich.
„Freier Markt“ als Begriff steht dabei nicht nur für das reine Wirtschaften. Es steht auch ideell für einen Ideenwettbewerb, der ebenso Angebot und Nachfrage als bestimmenden Faktor nutzt. Ein „freier Markt“ ist jeder Ort, wo sich verschiedenste Ideen sammeln, in einen Wettbewerb treten, bis sich die beste Idee durchsetzt, mit Ressourcen versorgt und umgesetzt wird. Daher können diese Märkte genauso auch philosophischer oder wissenschaftlicher Natur sein.
Ein freier Markt ist in Verbindung mit einem christlich-humanen Gemeinwesen notwendig. Zunächst bedarf die volle Funktionalität eines freien Marktes eine freie Öffentlichkeit, das heißt vor allem eine freie Wissenschaft. Nur so können neue Innovationen ungehindert aufkommen, die dann unternehmerische umgesetzt werden. Die freie Öffentlichkeit braucht es hingeben für die Information der Marktteilnehmer über die Angebote (Markttransparenz). Ein freier Markt garantiert, dass die Eintrittsbarrieren möglichst niedrig sind, damit sich eine große Vielfalt an Unternehmen bilden kann, welche neue Innovationen umsetzen und alte durch den Wettbewerb fortentwickeln (oder absetzen). So garantiert der freie Markt erst maximal breite Betätigungsmöglichkeiten für alle Bürger, was denn jedem Bürger Wohlstand garantiert.
Erst auf einem freien Markt können freie Bürger ihr Eigentum in Form von Geld einsetzen und so eigenverantwortlich handeln. Im Grund erfolgt auf einem freien Markt ein erheblich bessere Abstimmung, als in der Demokratie. Denn hier stimmen die Bürger eigenverantwortlich mit ihrem Eigentum ab. Sie tragen demnach persönliche Verantwortung und entscheiden so verantwortungsbewusster. In der Demokratie trägt niemand persönliche Verantwortung für die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen. Zudem herrscht anders als in der Demokratie, wo das Mehrheitsprinzip gelebt wird, auf dem freien Markt das Freiwilligkeitsprinzip. In einer Demokratie zwingt die Mehrheit dem Individuum seinen Willen auf. Auf dem freien Markt bekommt das Individuum immer das, was es präferiert. Denn man kann sicher sein, dass viele andere ähnliche Bedürfnisse haben und so von selbst eine Nachfrage und so ein Angebot geschaffen wird. Dies völlig unter freiwilliger Interaktion von Individuen, ohne staatliches oder parlamentarisches Zutun. Es ist daher angeraten so viele Aufgaben wie möglich dem Markt und nicht dem Parlament zu überlassen. Die hält die Gesellschaft frei und dynamisch und den Staat klein. Am Ende kennt der Individuum seine Bedürfnisse immer besser, als der Staat, und ein freier Markt garantiert die Umsetzung.

Der Minimalstaat ist die Forderung, welche mit dem freien Individuum und den Geboten der Bibel verbunden ist. Individueller Freiheit und Staat stehen in einem ständigen Prozess zueinander, indem es darum geht den Menschen charakterlicher derart moralisch zu vervollkommnen, dass die Autorität eines Staates immer geringer wird. Der Liberalismus spricht hier von Mündigkeit und Vernunft. Gleichzeitig aber ist damit auch das Eingeständnis verbunden, dass der Mensch unvollkommen ist und sich nur individuell vervollkommen und zu Gott finden kann. Doch um eine Zivilisation zu sein, müssen ihre Kultur, ihre gesellschaftliche Struktur und ihre Politik wie ein Band die Individuen zusammenhalten. Institutionen können nur in einem Staat bestehen. Der Staat ist die politische Handlungssphäre der Bürger und der Zivilisation, wo es nicht primär um das Streben des Individuums auf dem Weg zu Gott geht, sondern um jene Belange, welche die gesamte Zivilisation und ihre Gesellschaft betreffen. Der Mensch findet seine Vervollkommnung nicht nur im Individuellen, sondern auch im Gemeinsamen. Ein Gemeinwesen braucht einen Staat, der es vor allem nach außen abgrenzt und schützt. Daher müssen bestimmte Aufgaben einer Gesellschaft durch eine staatliche Autorität und deren Herrschaft vollzogen werden, wenn es zur Prosperität der Zivilisation führen soll. Der „Minimalstaat“ stellt dabei die Forderung da, alle Aufgaben auf den Staat zu übertragen, die zum Wohle der Zivilisation nicht durch einen freien Markt handelnder Individuen behandelt werden können. Die Prämissen lauten dabei den Staat auf sein absolut notwendiges Minimum an Aufgaben begrenzt zu halten, diese Aufgaben verfassungsmäßige ausschließlich zu definieren  und einzugrenzen (Konstitutionalismus)  und alle anderen Aufgaben, das heißt so viele Aufgaben wie möglich, der Freiheit des Individuums und dem freien Markt zu überlassen. [5] Der Markt und seine Dynamik aus Angebot, Nachfrage und Wettbewerb unter Maßgabe freiwilliger Interaktionen und Verträge verwaltet Dienstleistungen und Güter stets besser, als ein staatliches Monopol.
Die Hauptaufgabe eines christlich-liberalen Staats ist der Schutz des Eigentums seiner Bürger, denn Eigentum bedeutet Freiheit. Das unbedingte Verbot für diesen Staat ist es Einfluss auf das individuelle Leben der Menschen zu nehmen und die individuelle Freiheit und die individuelle Verantwortung der Menschen einzuschränken.
An den liberalen Staat werden dabei eine Reihe von Grundprinzipien gestellt, welche vor allem Machtmissbrauch verhindern sollen:

  • Gleichgewicht der politischen Macht im Staat
  • checks and balances“ (gegenseitige Überprüfung)
  • Gewaltenteilung
  • Zwei-Kammern-Legislative
  • Heiligkeit der Verfassung unter dem Verfassungsprinzip; Konstitutionalismus; die Verfassung enthält den christlich-liberalen Idealismus sowie das Recht, auf dem der Staat, seine Gesetze und seine Organisationen aufbauen
  • Rechtsstaatlichkeit, unter der Verbindung von christlicher Ethik, christlichem Idealismus und Gesetz

Die Legitimation bezieht der Staat aus der zuerst genannten Institution der Zivilisation, die ohne einen Staat nicht denkbar wäre.

Die Hierarchien sind im Großen nötig, um die Individuen und Familien nach Befähigungen und Ambitionen sowie Traditionen und Erbschaften in der Zivilisation zu positionieren und Verantwortungen zu geben. Im Kleinen dienen Hierarchien innerinstitutionell der natürlichen Selektion nach Fleiß und Befähigungen sowie als Weg des individuellen Streben. Nur so findet jedes Individuum den Platz den es gebührt und wo seine Ambitionen am besten der Zivilisation nützen. Fleiß und Hingabe müssen mit mehr Verantwortung belohnt werden.

7. Konservative Wächter

Der christliche Idealismus und der davon ableitbare christliche Liberalismus mit seinen Prinzipien und Institutionen braucht konservative Wächter, welche die Kultur und Traditionen wahren, dem sie entspringen. Anders ausgedrückt wahrt der Konservativismus das kulturelle Erbe, also jene Leistungen, die geschaffen wurde und fortbestehen sollen. Was der Liberalismus erschafft wird in Kultur und Tradition überführt und vom Konservativismus bewahrt. Etwas von Wert kann nur existieren, wenn es Bestand hat und nur was Bestand hat, hat Wert. Der Liberalismus birgt in sich die Gefahr zu einem absoluten Individualismus (Anarcho-Libertarismus) zu werden und die Zivilisation so abzuschaffen, der er entspringt. So schafft er sich selber ab.

Politisch bedeutet dies, dass die Politik einer christlich-liberalen Gesellschaft gleichrangig aus einem liberalen und einem konservativen Flügen besteht. Die Konservativen sind die Mahner, welche einen allzu schneller Fortschritt abbremsen, wenn dieser die Gefahr birgt zur Auflösung der Zivilisation und ihrer Werte zu führen. Wenn die Gefahr besteht, dass sich der Mensch von Gott entfernt. Freiheit bedarf immer auch Züchtigung des Charakters durch Tugenden.

Wo sich der Liberalismus der Vernunft verschreibt, da verschreibt sich der Konservativismus der Tradition. Beide verbindet die Christlichkeit und ihre Moral und beide müssen zusammen wirken und eine wechselseitig Einheit bilden, damit das soziale Gefüge und der normative Konsens erhalten bleibt. [6]

8. Deutsche Wächter wahrer Christlichkeit

Es gab kein Volk auf der Welt, welches das christliche Ideal so in sich aufgenommen hat, wie die Deutschen. Die Deutschen sind eine sehr alte Kultur in Europa, die noch bevor es eine USA gab und bevor Europa Amerika entdeckte, ein Heiliges Reich hatten, welches 900 Jahre Bestand hatte. Die Deutschen erfanden den Buchdruck, so dass sich Wissen verbreiten kann. Die Deutschen erfanden die erste Tageszeitung, damit sich die Bürger informieren können. Die deutschen Reformierten durch Martin Luther die Christlichkeit und schufen so in Preußen den Protestantismus, der sich wieder dem individualistischen Ideal der Christlichkeit verschrieb und die Menschen aufforderte Gott individuell zu suchen und nicht durch die Autorität der Kirche. Der Protestantismus verbreitete sich dann von Deutschland, über England bis in die USA und wurde zur Grundlage der Aufklärung und des Liberalismus. Die Deutschen schufen und verinnerlichten wie keine andere Kultur die christliche Arbeitsethik. Der deutsche Soziologe Max Weber beschreibt dies in seinem Buch: „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“. Die Deutschen waren einst, wie auch Stefan Molyneux zugab, das christlichste Land in Europa. Keine andere Kultur verinnerlichte so sehr die 7 Todsünden und setzten ihnen typisch deutschen Tugenden entgegen: Fleiß, Bescheidenheit, Redlichkeit, Rechtschaffenheit, Wahrheitsliebe, Pflichtbewusstsein, Ordnungssinn. „Üb immer Treu und Redlichkeit, bis an dein kühles Grab, und weiche keinen Finger breit von Gottes wegen ab“, lautet ein deutscher Spruch. Auch war in keiner anderen Kultur das Ideal der Zucht des Charakters unter Gott so prägend, wie in Deutschland. „Gott zu Ehr und zu des Landes Besten“, lautet der Wahlsprach des preußischen Bildungswesens. Deutschland hatte eine große Zahl an christlich-humanistischen Ritterorden: Der Deutsche Orden, der Malteser Orden, der Johanniter Orden. Die deutschen Kaiser und Könige trugen alle ihre Orden. Kaiser Wilhelm II. trug den Marianerorden des Deutschen Ordens auf dem graviert war: „Ordo Teutonicus Humanitatis“. In keinem anderen Volk ist der christliche Humanismus so eingebracht, wie in den Deutschen. Leider wurde dies auch von ihren Feinden erkannt und ausgenutzt. Auch wenn viele den heutigen typisch deutschen „Schuldkult“ und den „pathologischen Altruismus“ im Westen, wie es Stefan Molyneux nennt [7], ablehnen, sind diese doch Belege der tief verwurzelten Christlichkeit sowohl bei den Deutschen als allgemein im Westen. Welches andere Volk kam je auf den Gedanken kollektiv für die Verbrechen der eigenen Leute derart zu sühnen und Buße zu tun, dass man absolut selbstlos in seinem Wirken in der Welt auftritt? Auch wenn dies der Christlichkeit und dem Humanismus widerspricht, da es ein kollektiver und meist kein individueller Akt ist, ist es dennoch christliche Tugend selbstlos zu handeln. Schuld empfindet nur der mit einer Moral und einem Gewissen.

Dieser Drang Gutes tun zu wollen, war schon immer eine Eigenschaft der Deutschen, der jedoch nicht selten zu ihrem eigenen Schaden war. So schrieb der deutschen Romantiker Friedrich Hebbel:

„Es ist möglich, daß der Deutsche doch einmal von der Weltbühne verschwindet, denn er hat alle Eigenschaften, sich den Himmel zu erwerben, aber keine einzige, sich auf Erden zu behaupten und alle Nationen hassen ihn, wie die Bösen den Guten. Wenn es ihnen aber wirklich einmal gelingt, ihn zu verdrängen, wird ein Zustand entstehen, in dem sie ihn wieder mit den Nägeln aus dem Grabe kratzen mögten.“

Die deutschen Tugenden sind jene christlichen und humanistischen Tugenden der Vervollkommnung und der Charakterbildung auf dem Weg zu Gott. In Deutschland wäre also der Hort wahrer Christlichkeit und wahrer christlicher Humanität. Dabei erklärt sich auch nun, warum Deutschland im 20. Jahrhundert vernichtet und bis heute versklavt wurde und warum weltweit ein derart großer Hass gegen die deutsche Kultur von den Siegern geschürt wurde. Wie es Hebbel aussagt, liegt im wieder christlichen Deutschland das Schicksal der Welt:

„Germany’s future is the future of the world.“
(Thomas Carlyle, 19. Jahrhundert)

„Whoever can tell me what the Germans are going to do is going to tell me about the next 20 years of history.“
(George Friedman, 2015)

Was Einwanderer angeht, sind es nicht Weltoffenheit und Toleranz, welche wir anzubieten haben. Es ist die bis hierhin beschriebe christlich Kultur, ihr Idealismus und ihre Institutionen, welche die Menschen anlockt. Wenn sie freiwillig kommen ist es unsere Pflicht als Deutschen ihnen durch individuelle Vervollkommnung den Weg zu Gott zu zeigen. Das ist, was die westliche Kultur ausmacht und keine krankhaften Wahnvorstellungen von Egalität. Das ist, was sie der Menschheit bieten kann: Aufstieg.

9. Utopie: Die Geburt einer heiligen Zivilisation

Der Schaden an den einzelnen Kulturen des Westens ist bereits angerichtet. Die Globalisierung hin zum kommunistischen Weltstaat der NWO wird weiter voran getrieben. Doch dies könnte eine Chance bieten für die westliche Zivilisation wie eine Phoenix aus der Asche empor zu steigen.

Das Bestreben der Vereinigung des Westens lief bisher unter dem Ziel ab eine UdssR 2.0 zu errichten. Sozialismus und Kommunismus sowie antichristliche und antiweiße Ideologie in Form des Marxismus sind die treibenden Kräfte und dystopischen Zukunftsbilder. Doch was den Westen und seine Kulturen eint, ist der christliche Idealismus. Darauf muss aufgebaut werden, um die einzelnen geschwächten westlichen Ländern zusammenzuziehen und in Einheit wieder zu stärken. Es gibt in der Geschichte eine Institution, diesem Ideal folgte. Das war die „Heilige Allianz“ zwischen Preußen, Österreich, Russland und Frankreich. Einzeln können die Länder wohl nicht überleben. Doch geeint unter der christlichen Philosophie und im Kampf gegen das Böse in Form des Marxismus und seiner Schöpfer, kann sich eine neue Zivilisation aus der Asche erheben, welche die gegen sie gerichteten Kräfte nutzt, um sich zu einen und zu stärken. Darin würden dann die einzelnen Kulturen wie die Deutschen aufgehen. Aber sie würden durch ein gemeinsames Ideal vereint als eine Zivilisation, von Nordamerika, über Europa bis Australien und wer immer sich von den Latinern anschließen will. Eine neue „Heilige Allianz“, die einzige legitime Zielsetzung den Westen zu einen. Eine christliche Zivilisation.


Quellen:

[1] https://www.youtube.com/watch?v=VvxC09y8vJs
[2] https://www.youtube.com/watch?v=SSxbT4J50Uo
[3] https://www.youtube.com/watch?v=QLAExvjUJv0
[4] https://www.youtube.com/watch?v=ZuH9jAtPmWU, https://www.youtube.com/watch?v=-1glDVfQunw
[5] https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2017/06/01/wesen-und-aufgaben-eines-minimalstaates/
[6] https://www.youtube.com/watch?v=eis3gki3FpQ, https://www.youtube.com/watch?v=dqSuilzfuQM
[7] https://www.youtube.com/watch?v=McDV3yzZymE

https://en.wikipedia.org/wiki/American_philosophy

What Jesus Christ Said | Duke Pesta and Stefan Molyneux
.https://www.youtube.com/watch?v=cxA4TokTmcs

Marxism versus Individualism | Jordan Peterson and Stefan Molyneux
.https://www.youtube.com/watch?v=eUvXszFZpmc

The Hidden History of Western Civilization | Tom Woods and Stefan Molyneux
.https://www.youtube.com/watch?v=2u0jlR6-qlQ

Preußen – Ein Vorbild für Kultur und Lebensform | Hans Eifler
.https://www.youtube.com/watch?v=cfwIUwYC6vI

Europe Betrayed Western Civilization | Stefan Molyneux
.https://www.youtube.com/watch?v=1fiNNglcKJY

 

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