Nach der Bundestagswahl 2017 vollzog die AfD einen von den alternativen Medien „Gesundstoßung“ genannten Akt der erneuten Abspaltung. Nach Lucke nun Petry und ihr Pretzel. Die Frage ist, ob dieser Akt nicht die AfD immer mehr der wirklichen alternativen Elemente beraubt und lediglich die enttäuschten Altparteiler aus CDU und SPD zurück lässt.

Ursprünglich wurde die AfD als wirtschaftsliberale und euro-kritische Partei gegründet. Eine bessere FDP, die nie wirklich liberal war, misst man sie an den Prinzipien der Aufklärung und der klassischen Ökonomie. Der Einzug der patriotischen Altparteiler verschob den Geist der Partei in eine mehr patriotische Richtung und der Exodus der Wirtschaftsliberalen begann. Manche sehen sie subjektiv als Verräter. Die wahren Motive wird man vermutlich nie erfahren. Aber es ist ausgeschlossen, dass die Abspaltungen als eigenständige Partei überleben werden, denn Deutschlands Gesellschaft ist derart sozialistisch geprägt, dass sie einen liberalen Parteiflügel zumindest anerkennt, aber niemals würden sie eine wirtschaftsliberale Partei wählen, wenn diese nicht die „soziale Frage“ anpackt.

Bei allen Parteien ist seit Jahrzehnten ein starker „Linksruck“ zu erkennen. Die Haltung einer Partei erkennt mich nicht an ihren Worten, sondern an ihren Taten oder Unterlassen. Wenn eine CDU für den Sozialstaat steht und die Masseneinwanderung nicht opponiert, dann ist sie links. Da gibt es keine Diskussion. Die naturgemäß linke Presse verschob die öffentliche Meinung schrittweise nach links und die Parteien – stets mehr auf Wählerstimmen aus, denn auf vaterländische Politik – passten sich an. Durch die Kontrolle der Metakultur und der Medien haben es die Sozialisten geschafften die öffentliche Meinung und so die Politik und ihre Parteien in Richtung Sozialismus zu bewegen. Nachdem nun ein immenser Schaden angerichtet wurde, gingen jene Parteimitglieder von CDU und SPD zur AfD, um diesen zu beheben. Doch sie bringen ihre Parteilinien mit. Parteilinien, die dies erst verursacht haben. Es ist weniger ein Versagen von Menschen, als mehr ein ideologischer Fehler, welcher den Weg des Versagens bereitete. Das erkennen aber viele nicht.

Mit dem Austritt der Wirtschaftsliberalen und möglicherweise zukünftig auch der Libertären, würde die AfD so zu einer Retro-CDUSPD verkommen. Doch diese Politik der Nachkriegszeit, mit ihrer Demokratie, ihrem Sozialstaat und ihrer Sozialen Marktwirtschaft und der grundlegenden liberalen Prinziplosigkeit war es erst, die Deutschland an diesen Punkt gebracht hat. Man kann Deutschlands Gesellschaft und Politik, sprich das „System“, als „sozial-demokratisch“ oder „sozialistisch-demokratisch“ oder „demokratisch-sozialistisch“ nennen. Nicht umsonst nennt der AfD-Politiker Björn Höcke die CDU „sozialdemokratisierte Konservative“. „Alternativ“ kann es jedoch nur sein diesen Weg zu verlassen und sich auf einen konsequenten liberal-konservativen Kurs zu begeben. Schwierig, wenn man die Liberalen vertreibt, die sich naturgemäß immer auf die Wirtschaft fokussieren. Doch scheint die Motivationen vieler AfD-Mitglieder lediglich zu sein eine Politik von vor 20 Jahren zu betreiben, als sich von ihren ideologischen Fehlern zu trennen und einen neuen Weg zu gehen. Mit dem Austritt der Liberalen, auch wenn sie möglicherweise auch nur Ansätze verfolgen, beraubt sich die Partei das, was sie noch wahrhaft alternativ für Deutschland macht. Sie macht sich selbst zu einer Einheitspartei aus enttäuschten SPDler und CDUler und Neuerdings auch Grünen. Das bisherige Parteienkartell bildet bereits schon einen sozialistischen Einheitsblock. Dann würden sich eine Einheitspartei und ein Einheitsblock gegenüber stehen, die lediglich das Maß an Radikalität und Patriotismus, nicht aber die Ideologie unterscheidet. Aus diesem Grund sage ich bis heute, dass ich die PdV, wenn sie sich besser positioniert hätte, für eine bessere Alternative halte. Denn die Libertären stellen als einzige Grundsatzfragen um genannte genannten Ideologien. Alle anderen wollen nur einen Neustart mit anderen Köpfen.

Die AfD verschenkte möglicherweise so viele Stimmen in der Bundestagswahl, nicht nur durch die unnötig großmäuligen Aussagen mancher Mitglieder, sondern weil sie bei genauerer Betrachtung eine Mischung aus CDU und SPD von vor 20 Jahren darstellt. Vermutlich haben sich viele gefragt, warum sie dann nicht weiter die Originale wählen sollten. Viele wussten schlicht weg nicht, was sie wählen sollten, und alle Nicht-Wähler hat die AfD nicht abgeholt. Einfach aus dem Grund, dass die AfD nicht grundsätzlich alternativ positioniert ist und vieles fordert, was auch die Altparteien einst forderten. Viele Bürger erkannten womöglich die grundsätzlichen Probleme, welche die AfD nicht angeht, weshalb auch viele in der Gegenbewegung die Partei nicht wählten. Auch wenn klar ist, dass der gemeine deutsche „Michel“ genauso wenig radikale Veränderungen schätzt. Nur leider fiel ihm nicht auf, dass seit Jahrzehnten ein radikales Gesellschaftsexperiement stattfindet und es daher nur genauso radikal wieder rückgängig gemacht werden kann. Eine Zwickmühle.

Weiterhin fehlt es der AfD an Grundsatzfragen, was sich ausschließt, wenn sie weiter an Demokratie und Sozialstaat, sprich an der Sozialdemokratie, festhält. Enttäuschte SPDler und CDUler überführt die AfD so in eine Neustart-Einheitspartei des Deutschlands von vor 20 Jahren, nur unter patriotischem Konsens. Womöglich trieb das die Wirtschaftsliberalen raus. Wer weiß. Doch welchen Nutzen hätte es für Deutschland auf den Stand von vor 20 Jahren zu gelangen, wenn ideologisch nichts geändert wird? Was ist daran alternativ? Man würde ein fehlerhaftes System nur um 20 Jahre zurück setzen, nur um in weiteren 20 Jahre wieder an der selben Stelle des Versagens zu landen.

Die AfD bedarf einer grundlegenden Reform und der Ausbildung vernünftiger parteilicher Flügel. Sie braucht einen vaterländisch konservativen und einen liberal bis libertären Flügel, welche aber zwingend durch die Christlichkeit verbunden sind. Das Patriotische so herauszukehren ist unnötig, da Patriotismus von der Politik vorausgesetzt wird. Die AfD muss eine Partei werden, die sich mit der Kulturtradition verbindet, aber dennoch etwas Neues macht. Das kann nur ein christlicher Liberalismus sein, welcher auf konservative Weise dem Idealismus der Reformation, der Aufklärung sowie der klassischen Ökonomie folgt. Nur so kann sie als rechte Partei die Sozialisten opponieren und ein anderes Prinzip dem argumentativ entgegensetzen, dem die Mehrheit der liberalen und konservativen Bürger folgen wird. Sie muss sich aber konsequent vom Sozialismus und der Sozialdemokratie abgrenzen. Sonst ist sie nicht alternativ für Deutschland.

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