Wie in jeder liberalen Ordnung in der das Individuum im Zentrum des Ideals steht, baut auch ein privates Gesundheitswesen auf Eigenverantwortung auf. Alles was auf Grundlage individueller Freiheit und individueller Verantwortung, meist über einen freien Markt, organisiert wird, beschränkt die Größe des Staates und so seine Macht über Individuum und Gesellschaft. „Je größer der Staat, desto kleiner der Bürger“, sprich je kleiner der Staat, desto größer die individuellen Freiheiten und damit verbunden die individuellen Verantwortungen. Dieser Punkt schreckt viele ab. Sie wollen zwar frei sein, aber sie wollen nicht die notwendige Bedingung nach Verantwortung tragen. Dies ist jedoch ein Widerspruch. Denn je mehr Verantwortung das Individuum, sprich der Bürger, auf den Staat überträgt, desto geringer wird auch seines Freiheit eigene Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen besonders unter einer moralischen Wahl sind jedoch nur etwas wert, wenn sie mit persönlicher Verantwortung für die Konsequenzen verbunden sind. Das Gegenteil wäre in etwa so wie ein Kind, welches niemals das Elternhaus verlässt. Kurioser Weise sehen wir dieses Zustand als unnormal an, ja es ist gerade eine Wert, wenn man früh das Elternhaus verlässt und auf eigenen Füßen steht. Nur setzen viele Bürger dieses Denken dann politischen nicht konsequent fort und übertragen dem Staat die Verantwortung für sich und ihre Nächsten.

In Deutschland herrscht ein öffentliches, das heißt staatliches, Gesundheitswesen vor.

Die Krankenhäuser sind zunächst öffentlich, das heißt mit Steuermitteln finanziert. Ökonomisch betrachtet macht sie das zu Monopolen und Monopolen erbringen stets eine schlechtere Leistung, was Preise und Entwicklungen angeht, als (gewinn- und) wettbewerbsorientierte Unternehmen. Die Entwicklung der Krankenhäuser, sprich die angebotene Leistung, wird durch den Staat bestimmt. Auch die nötigen Mittel, die dafür zur Verfügung stehen. Sprich, wenn der Staat korrupt ist und schlecht haushaltet, leiden die Krankenhäuser. Krankenhäuser unterliegen in Deutschland also einer Planwirtschaft welche den Bedarf regelt. Private Krankenhäuser unterliegen dagegen Angebot und Nachfrage, Wettbewerb und Preisbildung. Der Wettbewerb der Krankenhäuser untereinander sorgt für Preisverfall und Angebotsentwicklung, wie bei allen anderen Unternehmen auf einem Markt. Der Bedarf richtet sich nicht nach Steuermitteln und staatlichen Regularien und Plänen, sondern allein nach der Nachfrage des Individuums/der Individuen, da das Krankenhaus gewinnorientiert arbeitet. Der Markt ist hier also „demokratischer“, als das Parlament und auch erheblich effizienter, das heißt schneller in der Anpassung. Während die Positionierung und Größe eines Krankenhauses in der Planwirtschaft durch endlose Stufen an parlamentarischer Bürokratie vorbei müssen, entscheidet dies bei privaten Krankenhäusern die Nachfrage völlig automatisch.

Die Anzahl der Praxen, sofern sie nicht privat sind, werden in Deutschland ebenso durch die Krankenkassen bestimmt und nicht über die Nachfrage. Das heißt egal, ob genügend Ärzte vorhanden sind, wenn die Quote für die Praxen fix ist, ändert dies nichts. Zudem bestimmen Vorgaben, innerhalb welcher Zeiten ein Arzt einen Patienten abwickeln muss, damit es für das planwirtschaftliche System wirtschaftlich bleibt. Zwar bestimmen hier auch ökonomische Interessen. Doch werden marktwirtschaftliche Prinzipien unterbunden, die diese nützlich machen würde. In diesem Fall ist das Ziel Systemerhalt und nicht Effizienz. Je geringer die Steuermittel werden, desto mehr wird die Regelung verschärft. Die Qualität der Dienstleistung bleibt dabei auf der Strecke und wird nicht wie in einem privaten System durch die Zahlungsbereitschaft der Patienten bestimmt. Folglich heilen immer weniger Ärzte ganzheitlich, sondern müssen ihren Blick auf den Menschen fachlich immer mehr einschränken. Die Lösung ist dabei meist Medikamentierung, statt ganzheitlich die Ursache zu suchen. Umfassende Untersuchungen, selbst mit der verfügbaren Technik, sind nicht finanzierbar.

Bei den Ärzten sieht es ähnlich aus, wie bei den Krankenhäusern. Die überfüllten Warteräume und langen Wartezeiten zeigen das Maß an Versagen der herrschenden gesundheitlichen Planwirtschaft in Deutschland. Private Ärzte werden immer populärer. Offenbar ist eine höhere Nachfrage vorhanden, als es Angebot gibt. Ein freier Markt hätte dies längst ausgeglichen, da hier anscheinend Gewinnpotentiale brach liegen. Gewinne, die der Gesundheit der Gesellschaft zu Gute kämen, aber im aktuellen sozialistischen Modell nicht genutzt werden, was dann zu Lasten der Gesundheit der Bürger geht. Es scheint wie immer an dieser Stelle: Der Kapitalismus ist dem Sozialismus überlegen. Die Ärzte werden in Deutschland ebenso über Steuermittel und Quoten bezahlt. Unterm Strich heißt dies sogar, dass der Arzt so oder so bezahlt wird, auch wenn man weder krank ist noch geheilt wurde. Denn die Abgaben und Steuern werden ohnehin vom Staat eingezogen. Anders ist es mit privaten Ärzten. Sie werden über die Preise direkt bezahlt und auch nur dann, wenn man krank ist und geheilt wurde. Da der Arzt seinen Lohn direkt vom Patienten erhält (was vor 100 Jahren noch die Regel war), hat er ein größeres Interesse daran ein gute Leistung zu erbringen. Während sich in einem planwirtschaftlichen Gesundheitswesen die Patienten auch mit schlechten Ärzten zufrieden geben müssen, da es oftmals keine anderen gibt, kann ein schlechter Arzt auf einem Markt durchaus wieder verschwinden, wenn er keine Patienten hat, und durch einen anderen ersetzt werden. Oder, was eher geschieht, passt er seine Leistung an die Nachfrage an, denn er will bekanntlich Gewinn machen. Der Wettbewerb unter den Ärzten macht dies möglich.

Unter einem freien Markt kommt vielleicht eine neue Heilungsmethode auf, welche die Schulmedizin bisher nicht kannte. In Deutschland ist es heute so, dass neue Heilverfahren für die Praxis durch den Staat genehmigt werden müssen, sprich es nicht der Markt, sprich der Bürger durch seine Nachfrage entscheidet. Da der Staat jedoch mit den Pharma-Monopolen verbandelt ist, kann man sich hier vorstellen wie das abläuft. Der gemeine Bürger meint nun der Kapitalismus sei Schuld. Nein! Es ist die Staatsallmacht und die fehlende Marktfreiheit, die ihn in die Position der Entscheidung setzen würde. Ein privater Arzt tritt in den Markt, welcher diese anwendet und die Patienten rennen ihm die Bude ein. Er wird dadurch reich, als Lohn für seine Innovation. Andere Ärzte, welche ebenso dem Gewinnstreben unterliegen, ziehen mit. Voila! Eine neue Medizin wurde geschaffen. Dabei überlege man, wie viele alternative Heilungsmethoden heute ein Schattendasein frissten, weil sie vom planwirtschaftlichen System nicht erfasst werden. In einer freien Marktwirtschaft wären diese längst umgesetzt, sofern sie etwas taugen. Denn so, wie der freie Markt örtlich und zeitlich nicht prognostizierbare Innovationen unternehmerisch unmittelbar umsetzt, so lässt er schlechte Ideen auch genauso schnell wieder verschwinden. Dies alles ohne ein Parlament, sondern nur durch Angebot, Nachfrage und Wettbewerb, sprich durch das Individuum auf dem Markt, sprich dem einzelnen Bürger. In einer Demokratie beugt sich der Bürger dem Diktat der Massen. Auf einem freien Markt findet jeder Bürger sein Interesse umgesetzt und wenn er es selbst umsetzt und so ein neues Angebot schafft – das einfacher als Politiker zu werden.

Das wirkliche verantwortungsbewusste Handeln zeigt sich bei Versicherungen. Deutschland fährt seit Bismarck zwei Wege: Es gibt einerseits eine gesetzliche Krankenkasse, die jeder Bürger verpflichtet ist zu wählen, und eine private Vorsorge. Interessanter Weise weiß jeder, dass das private System besser ist, aber für den Normalbürger nicht bezahlbar. Nur verlangen die Bürger dann keine Liberalisierung des Marktes und weniger Abgaben, sondern Verbesserung des Sozialstaates. Auch dies ist ein Widerspruch. Warum ist das wohl so? Das Versicherungswesen ist in Deutschland ein Klassensystem im negativen Sinne. Die privaten Versicherungen finden ihren Markt allein in der oberen Mittel- und Oberschicht. Die untere Mittelschicht und die Unterschicht sind an den Sozialstaat gebunden und sind gezwungen dafür ihren Lohn abzugeben. Sie können dem Markt des privaten Gesundheitswesens demnach nicht beitreten, da ihnen das Geld fehlt. Der Preisverfall des privaten Gesundheitswesen erfolgt so jedoch nur in bestimmten Grenzen, da wie erwähnt das Klientel begrenzt ist. Um private Versicherungen für alle Schichten der Gesellschaft zugänglich zu machen, müsste der Sozialstaat abgeschafft werden, so dass die Bürger volle Verfügung über ihr Einkommen und dessen Einsatz haben. Der Schwung weiterer Nachfrage würde den Preisverfall fortsetzen und die Leistung wäre schnell in den Preisen derart gesunken, dass zusammen mit dem durch den Wegfall des Sozialstaates gesteigerten Einkommens sich jeder eine private Versicherung nach Maß zulegen könnte. An dieser Stelle ist Eigenverantwortung angezeigt, denn ohne einen Sozialstaat, zudem auch die Sozialgesetzgebung gehört, es gibt keinen Zwang eine Versicherung abzuschließen. Es mag auch Bürger geben, die keine Versicherung abschließen ein eigene Vorsorge treffen. An dieser Stelle noch einmal erwähnt: Es gibt keine Freiheit ohne Verantwortung.
Doch es ist nicht ausgeschlossen, dass auch unter einem privaten System, welches auch Freiwilligkeit aufbaut, Unternehmen die privaten Krankenversicherungsbeiträge ihrer Mitarbeiter übernehmen. Dies kann durchaus eine Leistung im Unternehmen sein, doch diese würde auf Freiwilligkeit und nicht gesetzlichen Zwang beruhen.

Ähnlich wie bei den Versicherungen gestaltet sich die Altersvorsorge. Doch an dieser Stelle hat der Wegfall des Sozialstaates bei gleichzeitiger Etablierung eines freien Marktes noch einen anderen Effekt. Kinder waren in der Vergangenheit für die Eltern Garant der Altersvorsorge. Die Familie war ein in sich geschlossener Generationenvertrag. Viele Kinder zu zeugen war daher aus ökonomischer Sicht nützlich, da sich so neben der ökonomischen Stärkung der Familie, die Belastung für die Fürsorge innerhalb der Familie verteilen konnte. Der Gesellschaft kam dies mit genügend Nachwuchs zu Gute. Mit der Etablierung des Sozialstaates sanken die Geburtenraten massiv, da die Fürsorge nun der Staat, sprich das soziale Kollektiv übernahm. Damit schnitt man sich auf vielerlei Arten ins eigene Fleisch. Zum Einen waren Kindern nun ein „Luxusgut“, was nur noch subjektiven Empfindungen, aber keiner sozialen oder ökonomischen Notwendigkeit mehr unterlag. Der Mangel an Kindern lies das Volk schrumpfen und verminderte so auch das wirtschaftliche und innovative Potential. Die Familie als erster und wahrer Hort des Sozialen verlor an Bedeutung und das private Soziale wurde typisch für den Sozialismus veröffentlicht (Sozialstaat, Volksgemeinschaft etc.). Der Staat war nun die Familie, sprich das soziale Kollektiv. Eine private und eigenverantwortliche soziale Fürsorge für Alte, Kranke und Invalide innerhalb der Familie stärkt nicht nur das soziale Verhalten der Bürger und die Bedeutung der Familie. Es ist zudem auch christlich, denn es heißt „Liebe deinen Nächsten“ und die „Nächsten“ ist die Familie. Der Sozialstaat ist nicht christlich, da er die Verantwortung für die Alten, die Kranken und die Invaliden auf den Staat abwälzt, während man selbst „Highlife“ macht. Asoziales Verhalten wird in einem Sozialstaat gerade so erzogen, da auch hier die Eigenverantwortung durch staatliche Verantwortung ersetzt wird, welche aber keinerlei positive Charakterentwicklungen begünstigt. Auch an dieser Stelle steht die Bedingung, dass die Fürsorge innerhalb der Familie nur möglich sein kann, wenn es keinen Sozialstaat mehr gibt und das Einkommen der Bürger voll ihrem eigenverantwortlichen Einsatz unterliegt.
Das schließt nicht aus, dass der Markt beispielsweise privaten Altenheime und entsprechende Wohnanlagen bereit stellen kann, sofern dafür die Nachfrage besteht.  Oder häusliche Pflegedienste. Und diese werden dann auch erheblich besser sein, als die öffentlichen.

Linke kritisieren oft, dass man Gesundheit nicht mit Geld aufwiegen sollte. Doch einerseits zeigt ihr planwirtschaftliches Modell ein schnelles Versagen. Andererseits erkennt man, dass Gewinnstreben bei Krankenhäusern und Ärzten sehr wohl eine optimaleren Bedarfsdeckung, schnellen Innovationen und ein stetig verbessertes Leistungsangebot bei sinkenden Preisen zur Folge hat. Ein privates Gesundheitswesen unterliegt den gleichen positiven Prozessen, wie jedes Unternehmen am Markt. Vor allem richten sich jedoch Angebotsleistung und Bedarfsdeckung nach der Nachfrage, also dem Patienten, und nicht nach staatlicher Planwirtschaft und Bürokratie.
Eine ethische Frage bleibt dabei offen, die gerne angeführt wird. Hat ein privater Pharma-Markt nicht ein Interesse an möglichst vielen und möglichst chronischen Kranken, um seine Gewinn zu sichern? Hat ein privater Arzt nicht ein Interesse an möglichst vielen Kranken, da er ohne sie keine Gewinne machen würde? Wieder liegt die spontane Denke bei vielen vermutlich bei einer staatlichen und nicht eigenverantwortlichen Lösung. Wofür wird der Arzt bezahlt? Dafür, dass man krank bleibt oder geheilt wird? Wenn der Arzt nicht heilt, entfallen ebenso seine Gewinne. Kein Mensch möchte chronisch krank bleiben. Der Markt beseitigt zudem obsolete Entwicklungen, wie er auch veraltete Heilmethoden durch neue Medikamente ersetzt hat, wodurch die durchschnittliche Lebenserwartung deutlich anstieg. Das führte jedoch nicht zum Aussterben der Ärzte, selbst wenn wir heute viele Krankheiten individuell zu Hause heilen können. Trotz oder gerade wegen der Marktwirtschaft erlangte die Gesellschaft einen Zustand, wo jeder Bürger genug medizinische Kenntnisse um Alltagskrankheiten und Hausmitteln aufweist, so dass er im frühen Mittelalter vermutlich als Heiler durchgehen würde. Das Angebot entwickelt sich ebenso weiter. Bei der Pharmazie sollte der Konsument ebenso seine Präferenzen überprüfen. Schon heute greifen viele Menschen lieber auf homöopathische Mittel zurück, welche nunmehr auch stärker von Ärzten verschrieben werden. Die Nachfrage hat sich geändert, als die Menschen erkannten, dass moderne chemische Medikamente oft Listen an Nebenwirkungen aufweisen und die Naturheilkunde verträglicher scheint. Die herkömmliche Pharmazie ist hier nun (theoretisch) gegenüber der Homöopathie im Zugzwang ihr Angebot verträglicher zu gestalten, während die Ärzte (theoretisch) unter Druck geraten ganzheitlicher zu heilen. Leider aber bilden die Pharma-Konzerne eine Kartell und haben so Einfluss auf die Politik, welche dann ihren planwirtschaftlichen Einfluss auf den Markt nutzt, um  bestimmte Entwicklungen zu verhindern. Solange der Markt frei ist, das heißt vollkommen unabhängig vom Staat und einzig der Vertragsfreiheit unterworfen, und in eventuell staatsseitiger Verhinderung eben von marktverzerrenden Monopolen und Kartellen, kann die Nachfrage das Angebot bestimmen – und wenn es ein Neues schafft. Das eigenverantwortliche Bewusstsein muss nur in den Bürgern vorhanden sein und auf dem Markt umgesetzt werden. Dazu können auch bestimmte Gruppen oder Bewegungen nützlich sein, welche in einer ebenso freien Öffentlichkeit neben der Presse, so sie denn objektiv und sachlich wäre, die Bürger über bestimmte Entwicklungen aufklären, so dass diese wiederum ihre Nachfrage anpassen. Ein „vollkommener Markt“ funktioniert unter vollkommener Transparenz, so dass die Nachfrage voll transparent über das Angebot Auskunft erhält, um gute rationale Entscheidungen zu treffen. Leider aber ist diese Forderung kaum umsetzbar und so liegt es an der Presse und der Öffentlichkeit diese Transparenz durch objektive und sachliche Information sicherzustellen. Freilich gehören dazu eine freie Presse und eine freie Öffentlichkeit als Prinzip – frei im Sinne von frei vom staatlichen Einfluss.

Es sollte an dieser Stelle klar werden, wie ein privates, das heißt eigenverantwortliches (nichts anderes heißt „privat“ im liberalen Ideal) Gesundheitswesen, nicht nur den Staat klein und damit die individuelle Freiheit (verbunden immer mit individueller Verantwortung) groß hält, sondern auch den Charakter der Bürger erzieht. Eigenverantwortliches Handeln ist hier die Maßgabe und nicht kollektive Verantwortungs(zwangs-)übernahme.


Siehe weiter:

https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2017/07/01/in-einer-zeit-vor-dem-sozialstaat/

https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2017/09/10/gerechtigkeit-sozialstaat-vs-individuelle-verantwortung/

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