Einleitung

Immer wieder werde ich dafür gescholten, den Begriff des „Pöbels“ für das gemeine Volk zu verwenden. Doch dieser Begriff stammt nicht von mir, sondern wurde in den gleichen Zusammenhängen von anderen historischen Denkern verwandt. Der Begriff soll das gemeine Volk, welches häufig nur nach oberflächlichen, meist egoistischen Prämissen agiert, von den Intellektuellen abgrenzen, die sich auf philosophische Weise der Vernunft und Rationalität bedienen. Gemeint sind hier wahrhafte Philosophien und nicht jene selbsternannte sozialistische Pöbeloligarchie, die heute die Politik und das öffentliche Leben bestimmt. In Erweiterung geschichtlicher Erfahrungen benennt der Begriff des „Pöbels“ all jene Bevölkerungsteile, die aus ihren Charakteristika heraus gerade nicht zu den Intellektuellen zu gehören, die also stets und ständig Sozialismus, Kommunismus und Planwirtschaft aus einem verdrehten Gerechtigkeitssinn heraus anhängen. Genauso gebrauchte ich diesen Begriff. Es sind also jene „Demokraten“, die mit ihre politischen Wirken, sei es als Bürger oder Parlamentarier, stets dazu beitragen, dass die individuelle Freiheit zu Gunsten staatlichen Autorität und letztendlicher Tyrannei abgeschafft wird. Historisch meint der Begriff des „Pöbels“ jene aufrührerischen Bevölkerungsschichten seit der Französischen und Bolschewistischen Revolution.

Der Pöbelgeist

Den „Pöbelgeist“ beschrieb Pfarrer Hans Milch [1] derart, dass es der neidvolle und missgünstige egoistische Geist ist, der alles Edle und Starke hasst, also alles, was über ihm steht, und allein aus seiner niedrigen Stellung die Legitimation ableiten, das Recht auf alles möglich zu haben und es sich auch zu nehmen. Fleiß und Befähigung sowie Ambitionen und Willenskraft sowie die Ehrung derer, die durch diese Tugenden zur Größe gelangten, sind keine Charakteristika des Pöbelgeistes. Für den Pöbel ist das nicht Diebstahl, wenn man einem Reichen etwas wegnimmt. Es ist Gerechtigkeit, weil er es so sieht, nicht, weil es moralisch ist. Denn auch von Moral versteht der Pöbel nichts. Der Pöbelgeist ist der, der Verantwortung für sein Scheitern im Leben immer bei anderen suchst, sprich bei jenen, die mehr haben als er selbst. Denn dass sie mehr haben, leitet der Pöbelgeist daraus ab, dass sie es ihm gestohlen haben. Denn alle Menschen müssen, so der Pöbelgeist, von Natur aus gleich sein (damit niemand über ihm steht) und sind sie es nicht, dann durch Ausbeutung des Schwachen, also ihm, durch den Starken. Da für den Pöbelgeist die Freiheit des Willens keine Bedeutung hat, aufgrund dessen, dass er nicht anerkennt, dass diese Wahl manchen mehr und machen weniger einbringt, hat folglich für ihn Moral auch keine Bedeutung. Alles ist im Pöbelgeist subjektiver Natur. So, wie der Pöbel es subjektiv für gerecht empfindet, so soll es auch sein.

Der Pöble und sein Geist konzentriert sich naturgemäß in der politischen Linken. Daher muss sich eine Zivilisation davor hüten, wenn der Pöbel eine Verfassung ausruft, denn sie wird niemals freiheitlich sein. [2]

Aus diesem Grund war es so, und zum Nutzen der Zivilisation, dass in der Historie Verfassung stets entweder vom Adel oder wie im Falle der USA, von einer dazu bestimmten philosophischen Elite aufgesetzt wurden. Man empfehle dazu die Fernsehserie „John Adams“. In den USA waren es drei maßgebliche Persönlichkeiten, welche die Unabhängigkeitserklärung aufsetzten und die Verfassung beeinflussten, und so auf intellektuellen und tugendhaften Wegen für die Freiheit ihres Landes kämpften: John Adams (Jurist), Thomas Jefferson (Staatstheoretiker) und Benjamin Franklin (Staatsmann und Erfinder). Dem ging ein langer Akt der Revolution und Philosophie voraus, der die nötigen Ideale und Prinzipien erst schuf, auf denen man die Verfassung fußte. [3] Im Deutschland des 19. Jahrhunderts bestimmte das Volk ebenso große Denker der Zeit in die Nationalversammlung, um die später sogenannte „Paulskirchenverfassung“ aufzusetzen. Darunter Ernst Moritz Arndt, Friedrich Ludwig Jahn, Jacob Grimm, Georg Waitz, Johann Gustav Droysen und Georg Gottfried Gervinus, Ludwig Uhland, Wilhelm Eduard Albrecht, Friedrich Christoph Dahlmann, Robert von Mohl,  Heinrich von Gagern, Robert Blum, Ludwig Simon und Johann Adam von Itzstein. Alles bedeutende Historiker, Geisteswissenschaftler, Rechtsgelehrte und Politiker ihrer Zeit. Wenngleich der revolutionäre und philosophische Akt erheblich weniger fundiert und ausgeprägt war, wie bei den USA.

Wenn es also nicht der Adel selbst war, also jene, die sich bereits historisch als die Elite eines Volkes herausgebildet hatten, dann bestimmte das Volk aus seiner Mitte die größten Persönlichkeiten und Geistesgrößen, um eine Verfassung aufsetzen. Genau dieser Akt, der Wahl der Besten, um das Volk zu führen, wurde dann republikanisches Prinzip. [4] Diese Menschen kannten als Intellektuelle den Unterschied zwischen Freiheit und Tyrannei und dabei besonders, wie man den Pöbel, auch zu seinem Wohle, eindämmt. Denn dessen Geist war es neben der Tyrannei der Autokratie, welcher die Tyrannei aus der Demokratie heraus schaffen würde. Das erkannte schon Platon. Nichts anders waren die Revolutionen der Franzosen, der Bolschewisten bis hin zu den National-Sozialisten. Wo die amerikanischen Gründungsväter erkannten, dass die Tyrannei sowohl aus der Autokratie wie aus der Demokratie kommt, bleibt in Deutschland diese Erkenntnis bis heute aus, und man wähnt sich in der Sicherheit, die Tyrannei käme ausschließlich aus der Autokratie.

Die Herrschaft des Pöbels

„A democracy is nothing more than mob rule, where fifty-one percent of the people may take away the rights of the other forty-nine.“

– Thomas Jefferson

„Demokratie ist die Diktatur der Dummen.“

– Friedrich Schiller

Nun werden heute gerade in Deutschland wieder Rufe nach einer „verfassungsgebenden Versammlung“ laut. [5] Nur besteht genau hier das Problem: Es ist der Pöbel, der danach ruft. Nicht, weil er den Unterschied zwischen Freiheit und Tyrannei erkennt, wie jene genannten Persönlichkeiten der Aufklärung. Sprich nicht aus freiheitlichen Idealismus heraus. Sondern, weil er die Misere sieht, die er selbst demokratisch geschaffen hat, aber dies nicht als solche erkennt. Wieder gibt er anderen die Schuld. Es sind keine Intellektuellen, die nach Freiheit rufen und das Volk anführen. Auch sucht das Volk nicht nach ihnen. Es ist das Volk selbst, der Pöbel, der sich eine neue Verfassung geben will, und sich darin mehr direkte demokratische Rechte. Betrachtet man dessen Inhalt dann, erkennt man denselben sozialistischen und im Keim tyrannischen Müll, der erst zu dieser gesellschaftlichen Misere geführt hat. Es geht nicht um eine philosophische Debatte, um Ideale und Prinzipien sowie Institutionen der Freiheit zu schaffen und zu wahren. Es geht nicht darum jene Intellektuellen zu suchen und zu bestellen, damit sie diese Debatte führen, wie man es in den USA tat. Das wäre in Deutschland auch fast undenkbar, denn anders als im 19. Jahrhundert, hat der Pöbelgeist in Deutschland und seine egalitär-dogmatische sozialistische Gesellschaft alle Intellektuellen bereits in Kindesbeinen geistig ermordet, weil ja eben alle gleich sein müssen und gleich heißt gleich dem niedrigsten Maß, was eben keine Gesellschaft schafft, die eine intellektuelle Elite hervorbringt, sondern eine Gesellschaft des Mittelmaßes ist. Diese Gesellschaft des Mittelmaßes möchte sich nun eine Verfassung geben. Man gestattet mir ein übles Bild. Gemessen an der philosophischen Tradition unserer westlichen Zivilisation, besonders in der Zeit der Renaissance (Aufklärung), sehe ich persönlich diesem Akt vor mir als eine Gruppe von geistig minderbemittelten Menschen, die sich gegenseitig freudig mit Kot bewerfen und sich ihrer selbst freuen. Das soll keine Beleidigung seien. Es soll nur den geistigen Rückschritt aufzeigen. 300 Jahre fortgesetzte Aufklärung gingen an den Deutschen spurlos vorbei, wie es scheint. So strotzt dann jene Verfassung, die jedweder vorangegangen philosophischen Debatte entbehrt, nur so vor Sozialismus, Kommunismus und Planwirtschaft, und weist dabei so gut wie keine liberalen Ideale und Prinzipien auf. Der Verfasser versteht von Freiheit, ihren Prinzipien und Institutionen, nichts. Im Grunde könnte die Präambel auch mit den Worten startet: „Wir, die Menschen, übergeben dem Staat alle Verantwortung, in der Hoffnung, er möge keine Tyrannen hervorbringen, die dieses Übermaß an Macht gegen uns nutzen“.  

Deutschland ermangelt großen Denkern und der Pöbel will sich eine Verfassung geben. Gott steh‘ uns bei…


Siehe weiter:

https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2017/12/16/die-2-aufklaerung-und-die-intellektuelle-revolution/


Quellen:

[1] https://www.youtube.com/watch?v=QLAExvjUJv0
[2] https://en.wikipedia.org/wiki/American_Revolution, https://en.wikipedia.org/wiki/American_Enlightenment, https://en.wikipedia.org/wiki/American_philosophy
[3] https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2017/10/11/freiheitsprinzipien/
[4] https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2018/01/04/demokratie-versus-republik/
[5] https://www.verfassunggebende-versammlung.com/

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