Einleitung

Ich werde des öfteren von sogenannten Rechten dafür gescholten, dem Individualismus anzuhängen, statt Formen eines nationalen Sozialismus. Das Volk müsse im Mittelpunkt stehen und nicht das Machtstreben Einzelner. Derlei kollektivistischen Denken hänge ich aus der einfachen Erkenntnis heraus nicht an, dass die Zivilisation von großen Persönlichkeiten voller Ambitionen und Willenskraft geschaffen wurde und nicht von einem kollektiven Körper, wie dem Volk. Das Volk folgte stets den großen Persönlichkeiten und es waren deren größte Leistung, dieses unter sich zu einen. Es waren immer weniger, oftmals einzelne, welche die großen Taten der Geschichte vollbrachten. Daher hänge ich persönlich dem Individualismus und nicht dem Kollektivismus an. Ich bevorzuge einer Herrschaft der Besten, und zwar nicht der Besten durch Wahl, sondern der Besten, welche die Sprossen der Hierarchie durch Fleiß, Befähigung, Ambitionen und Willenskraft selbst erklimmen und so auch Leitbilder für alle anderen darstellen, es ihnen gleich zu tun. Das kollektivistische Bestreben ist mir weniger wichtig, als die Größe bestimmter Persönlichkeiten, welche Zivilisation schaffen. Meiner Überzeugung nach kann nur eine Gesellschaft der Freiheit, die den Wert jener Menschen (Individuen) erkennt, diese auch hervorbringen. Ihr Aufkommen ist zufällig sowie Zeit und Orts unabhängig. Doch es muss eine Gesellschaft bestehen, die es jenen Individuen erlaubt aufzusteigen und die Zivilisation anzuführen. Macht und Einfluss muss in ihre Hände gelegt werden, weil sie ihre Verdienste und ihre Ambitionen dazu berechtigen. Nur dies hat in allen Zeiten die Zivilisation im Feuer des menschlichen Streben geschmiedet.

Von der Herrschaft der Besten zur Herrschaft des Pöbels

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts änderten sich das gesellschafts-kulturelle Selbstbild in Europa, als der Sozialismus stärker wurde. 2000 Jahre lang regierte der Adel in Europa und brachte eine der bedeutendsten Kulturen der bekannten Geschichte hervor. Deren Herrschaft endete abrupt mit der Herrschaft des Pöbels (engl. „Mob-Rule“), nachdem die sozialistischen Putschisten in Russland und Deutschland sowie Österreich, das niedere Volk gegen die Aristokratie aufwiegelten. In Russland endete dieser Akt äußerst bestialisch und blutig, mit dem Mord an zahllosen Menschen. In Deutschland ging es dagegen im Verhältnis dazu gesittet zu, auch wenn der Kaiser fliehen musste und danach die roten Horden wie in Russland einen Bildersturm veranstalteten, der sich 30 Jahre später wiederholen sollte. Es mag verwundern, aber die größten Schäden in Deutschland richtete tatsächlich nicht der zweite Weltkrieg an, sondern die antikulturelle Haltung der späteren DDR-Regierung und ihr westlicher Gegenpart, der zwar zunächst nicht sozialistisch war, aber dennoch im Selbstverständnis des demokratischen Pöbels nicht davor zurück schreckte in einer Art Neuerfindung Deutschlands flächenmäßig Kulturkult zu zerstören, welches der alte Adel geschaffen hatte. Ein historischer mehrmaliger Akt, betrachtet man die Geschichte von Frankreich, dem Geburtsort des Sozialismus, und dessen Aufstände des Pöbels gegen den Adel, die ständig in Blut, Mord und Zerstörung in ungeheuren Ausmaße mündeten. Die Französische Revolution war wohl die erste industrielle Massentötung der Geschichte und so verwundert es nicht, dass folgende sozialistische Regime, von Deutschland, über Russland bis China sich ebenso dadurch „auszeichneten“, ungeheure Leichenberge und Schuttberge von Kulturgut anzuhäufen. Bis heute vielen weit über 100 Millionen Menschen diesem globalen „roten Holocaust“ zum Opfer. Der Pöbelgeist war seine treibende Kraft, nicht der Adel! Der Adel erbaute und der Pöbel riss nieder.

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Den Pöbelgeist beschrieb Pfarrer Hans Milch [1] derart, dass es der neidvolle und missgünstige egoistische Geist ist, der alles Edle und Starke hasst, also alles, was über ihm steht, und allein aus seiner niedrigen Stellung die Legitimation ableiten, das Recht auf alles möglich zu haben und es sich auch zu nehmen. Fleiß und Befähigung sowie Ambitionen und Willenskraft sowie die Ehrung derer, die durch diese Tugenden zur Größe gelangten, sind keine Charakteristika des Pöbelgeistes und werden von diesem auch nicht geschätzt. Für den Pöbel ist es nicht Diebstahl, wenn man einem Reichen etwas wegnimmt, um es den Armen zu geben. Es ist Gerechtigkeit, weil er es so sieht, nicht, weil es moralisch richtig ist. Denn auch von Moral versteht der Pöbel nichts. Denn Moral baut auf ewig gültigen und universellen Leitsätzen (Ethik) auf. Aber gerade der egoistische Pöbel hat für derlei langfristige Betrachtungen keinen Sinn. Daher ist ihm auch egal, ob sein Wirken morgen die Zivilisation zugrunde richtet, zumal er es auch nicht versteht, wenn es ihm nur heute Nutzen bringt. Der Pöbelgeist ist der, der Verantwortung für sein Scheitern im Leben immer bei anderen suchst, sprich bei jenen, die mehr haben, als er selbst. Denn dass sie mehr haben, leitet der Pöbelgeist daraus ab, dass sie es ihm gestohlen haben. Denn alle Menschen müssen, so der Pöbelgeist, von Natur aus gleich sein (damit niemand über ihm steht) und sind sie es nicht, dann kann das nur durch Ausbeutung des Schwachen, also ihm, durch den Starken, also den Reichen, der Fall sein. Da für den Pöbelgeist die Freiheit des Willens keine Bedeutung hat, aufgrund dessen, dass er nicht anerkennt, dass diese Wahl aufgrund Befähigung manchen mehr und machen weniger einbringt, hat folglich für ihn Moral auch keine Bedeutung. Alles ist im Pöbelgeist subjektiver Natur. So, wie der Pöbel es subjektiv für gerecht empfindet, so soll es auch sein.

Vor jener Zeit der „Herrschaft des Pöbels“ herrschte eine tausende Jahre und mehr alte Ordnung: Die Aristokratie. „Aristokratie“ stammt aus dem Griechischen, von „ἄριστος“, dem Besten, und „κρατεῖν“ herrschen. „Aristokratie“ bedeutet die „Herrschaft der Besten“. Nun anerkennt der Pöbelgeist aber nicht, dass „die Besten“ nicht ihn meinen und dass diese womöglich auch schon Jahrhunderte regieren, gerade weil sie die Besten sind. Der Pöbelgeist betrachtet nicht die gesamte Zivilisation und was ihr am besten nützt. Das unterscheidet ihn von den Besten und daher ist er auch niemand von ihnen. Ihn interessiert nur in egoistischer Weise, was ihm jetzt und hier nützt. 

Unser Selbstverständnis als Kultur und Gesellschaft änderte sich folglich. Wir sahen in den Besten keinen Wert mehr. Statt Aristokratie herrschte nun der Egalitarismus, was einer Herrschaft des Mittelmaßes entspricht. Alle sollten gleich sein und das hat ein Mittelmaß zur Folge, aber keine wahre Größe. Die Aristokratie wich der Demokratie. [2] Der Mob des Pöbel regiert, der mal so mal so seine Meinung ausbildet, immer anhand dessen, was ihn gerade bewegt und wovon er Nutzen zieht oder nicht. Beständigkeit kann hier niemals erreicht werden, da es innerhalb dieses populistischen Wankelmutes nie eine langfristige Planung und Fundierung von Dingen gibt, die Bestand haben. Doch seine eigene Dummheit sieht er nicht und zieht sie auch nicht in Betracht, bevor er eine Entscheidung trifft. Die Herrschaft von Adel und Aristokratie wurden verdammt, obwohl sie die Zivilisation aufgrund langfristiger Planung errichteten. Die Herrschaft des Pöbels in Form von Demokratie und Sozialismus wurden angehimmelt, obwohl sie historisch so viel Tot und Zerstörung brachten und aktuell kaum funktionsfähig sind. So erkennt der Mob nicht, dass es beispielsweise unter der Herrschaft des Adels mal eine Besteuerung gab, die man den „Zehnt“ nannte. Das war eine Besteuerung von 10% des Einkommens. Die Französische Revolution startete, als man etwas höher gehen wollte. Und heute? Unter Sozialismus und Demokratie, der „Mob-Rule“, beträgt die gesetzliche Zwangsabgabenlast in Deutschland über 40% und mit allen Steuern und Abgaben zusammen gerechnet 70%. [3] Ein Hoch auf die unvergleichliche Dummheit des Pöbels, der sich befreit wähnt, aber selbst in tiefere Knechtschaft brachte, als je zuvor.

Genau diesen letzte Fakt, dass der Pöbel nicht langfristig denkt, wird nicht gesehen, weil es eben am Adel fehlt, der in Begriffen wie „Zivilisation“ denkt. Denn der heute herrschende Pöbel interessiert sich nur dafür, was der Zivilisation zur Größe verhilft oder was eben in 50 oder 100 Jahren die Folge seiner egoistischen Taten sein wird. Und genau dieses Fehlen an Bewusstsein leitet dann auch das Ende jener Zivilisation in nur 100 Jahren nach dem Machtantritt des Pöbels ein, welche 2000 Jahre unter dem Adel stetig weiter erblühte.

Gegenüberstellung der Menschenbilder

Im Westen existieren zwei Menschenbildern, die hier als das „traditionelle Menschenbild“ und das „marxistische Menschenbild“ benannt sein sollen. Letzteres dominiert heute die deutsche Gesellschaft.

Im marxistischen oder „linken“ Menschenbild ist der Mensch allein Produkt seiner materiellen Umwelt. Der Pöbel hängt diesem Bilde an, da er so in dem Glauben ist, nur die Umwelt verändern zu müssen, so dass er im Leben Erfolg habe. Der Pöbel lehnt, genau wie das marxistische Menschenbild, Herrschaft ab. Weil eben der Pöbel nicht beherrscht werden will – wohl will er selber herrschen. In dieser Ideologie ist der zentrale Begriff daher Gleichheit und daraus folgen egalitäre Gesellschaften wie Demokratie und Sozialismus – meist im Kombination. Diese Menschenbild hat eine Reihe von Konsequenzen, die erst deutlich werden, wenn man das traditionelle Menschenbild erläutert.

Im traditionellen Menschenbild ist der Mensch einerseits bestimmt durch sein Herkunft (Familie, Ethnie, Geschlecht) und andererseits durch seine Entscheidungen und die zugrunde liegenden Eigenschaften. In diesem Menschenbild wurde sich die Frage gestellt, was die Entscheidungen eines Menschen beeinflusst und es wurden jene Persönlichkeiten glorifiziert, die zur Größe gelangt sind. Vor allem waren es Willenskraft und Ambitionen, welche in dem Maß des Vorhandenseins auch das Maß der Größe bestimmten. Dazu kamen Tugenden wie Fleiß, Befähigung, Intelligenz oder Weisheit. Die Menschen schauten zu diesen Persönlichkeiten auf, auch als Leitbilder für persönliches Streben. Man erkannte, dass Größe und Entscheidungen etwas Individuelles waren. Es war nichts, was man von Oben vorschreiben konnte. Große Persönlichkeiten kamen unvermittelt auf und erhoben sich aus der Masse. Auch gab es nicht die Extreme „0%-Persönlichkeit“ und „100%-Persönlichkeit“, sondern unzählige Schattierungen dazwischen. Aufgrund dessen war es allgemeines Verständnis, dass die Menschen verschieden befähigt sind und getreu ihren Befähigungen hierarchisch aufsteigen konnten sowie ihre Entscheidungen darüber bestimmten, ob es hierarchische weiter hinauf oder wieder hinab ging.

Wenn man also diese beiden Menschenbilder gegenüber stellt: Bestimmt durch die Umwelt und bestimmt durch die Entscheidungen und ihre Veranlagung, ergeben sich daraus verschiedene Folgen und Gesellschaften. Nämlich Egalitarismus (Demokratie, Sozialismus, Kommunismus) im Falle der Bestimmheit durch die Umwelt und Aristokratie oder Meritokratie im Falle der Bestimmheit durch die Entscheidungen und Veranlagung. Doch was bedeutet dies für das Bewusstsein?

Wenn ein Mensch davon ausgeht, dass sein Schicksal allein von der Umwelt bestimmt wird, dann bedeutet dies, dass er für nichts verantwortlich ist, beziehungsweise, dass seine Umwelt, beispielsweise die Gesellschaft, für sein Schicksal verantwortlich ist oder gemacht werden kann. Wenn ein Mensch hingegen davon ausgeht, dass seine Entscheidungen über sein Schicksal bestimmten, dann ist er nicht nur eigenverantwortlich, sondern sucht auch nach einem Kompass für seine Entscheidungen. Dieser Kompass sind Ethik, Moral und Traditionen. Das heißt, im marxistischen Menschenbild haben diese Dinge keine Bedeutung. Denn der Mensch, der im Bewusstsein lebt Entscheidungen bestimmten über sein Schicksal, lebt ebenso im Bewusstsein des freien Willens – dem zentralen Thema der Aufklärung und des Christentums. [4] Nur wenn es einen freien Willen gibt, gibt es eine Wahl und damit eine Entscheidung und mit der Entscheidung eine Konsequenz. Die Ratgeber der Entscheidungen bestimmen demnach die Konsequenz. Nur wenn es eine Wahl und einen freien Willen gibt, kann es Moral geben. Nur wenn der Mensch für seine Entscheidungen persönliche Verantwortung für die Konsequenzen trägt, hat Moral einen Wert. Denn was nützt die Unterscheidung in Richtig oder Falsch, wenn das Falsche nicht bestraft wird? Diese gesamte Konzept der Willensfreiheit verleugnet das marxistische Menschenbild. Weiter ist es so, dass, wenn der Mensch allein von der Umwelt bestimmt wird und eine Umwelt ausgemacht wird, die alle Menschen glücklich und erfolgreich macht, dies eine zentrale Instanz bedingt, die diese Umwelt für alle herstellt.

Das marxistische Menschenbild legt den Fokus demnach weg vom Individuum, auf den Staat. Die Gesellschaft wird damit nicht mehr aus Individuen geformt, sondern aus einem Staat der sich egalitäre Menschen hält. Die Ablehnung des freien Willens, des Prinzips von der darauf begründeten persönlichen oder individuellen Verantwortung [5] und der darauf begründeten Moral lehnen auch das herrschende Rechtsempfinden ab. Wohl eine der katastrophalsten Effekte des marxistischen Menschenbildes. Denn wie will man einen Menschen bestrafen, dessen Schicksal ständig nur von seiner Umwelt bestimmt wird? Wie sollen Gut und Böse noch eine Bedeutung haben? Wie Recht und Unrecht? Die traditionelle Ewiggültigkeit ethisch-moralischer Prinzipien, die für alle gelten, wird im marxistischen Menschenbild durch polit-ideologische Willkür ersetzt. Recht und Unrecht sind dann das, was jene zentrale Institution im Verstoß gegen ihre Ideologie willkürlich auslegt, aber nicht, was auf einem unabänderlichen ethisch-moralischen Codex, welche noch dazu von Gott gegeben wurde, beruht. Dies hat letztendlich zur Folge, dass im marxistischen Menschenbild Gott keine Bedeutung mehr hat (Atheismus), das imago dei nicht existiert und der Mensch Produkt willkürlicher ideologischer De- und Rekonstruktion wird. Denn es wird verleugnet, dass ihn etwas von Geburt an bestimmt; es wird verleugnet, dass er einen Gott gegebenen freien Willen hat; es wird verleugnet, dass es Ethik und Moral gibt und es wird verleugnet, dass es persönliche Verantwortung gibt. Man kann also zusammen fassen, dass das marxistische Menschenbild nichts geringeres, als der Antichrist ist. Das bestimmt den Pöbelgeist!

Eine Gesellschaft, die dem traditionellen Menschenbild folgt, nutzt daher auch bestimmte Institutionen, die dieses bedienen. Leistung und Wettbewerb stellen dabei zentrale Themen da, da nur im Wettbewerb der Aristokrat, also der Beste, ausgewählt wird, und einen Rang höher positioniert wird. Der Fleiß gilt hierbei zusammen mit den Ambitionen als Tugend. [6] Auch braucht es hier keine wählenden Hand, denn diese Tugenden bilden das Auswahlkriterium. Ein marxistisches Menschenbild aber verneint solche Institutionen in denen der Beste durch Wettbewerb gewählt wird, da es Herrschaft zu Gunsten von Egalität als zentrales Thema ablehnt. Hier gilt Konformismus als Tugend. Es wird der von einer zentralen Hand ausgewählt, der diese Tugend am meisten in sich trägt.

Der Wille zur Macht

Bei allen traditionellen und neuen Menschenbildern wird oft nicht gefragt, was den Menschen natürlich antreibt. Sprich, was bleibt übrig, wenn man alles an Zivilisation, alles an Philosophie, Ethik und Moral, Recht und Gesetz und alle Institutionen entfernen und der Mensch sich als kulturell völlig unbeschriebenes Blatt allein in der Natur befindet? Es bleibt der Wille zur Macht und damit der Wille zur Herrschaft. [7]

Selten stellen sich Philosophen und andere Intellektuelle die Frage, wie der Mensch es schaffte vom Urmensch bis heute zu kommen. Was trieb ihn an, dass alles zu tun und zu schaffen? Warum nahm er den Kampf mit der Natur auf, zähmte und kultivierte sie? Warum, nachdem er längst sesshaft geworden war, baute er Schiffe und besegelte die Ozeane auf der Suche nach neuem Land? Warum machte ihn dies auch nicht zu frieden und er flog ins All? Was treibt den Menschen an, sich die Natur Untertan zu machen, das Holz und den Stein zu schlagen, das Erz der Erde zu entreißen, ja selbst die Elemente zu zähmen? Was treibt ihn an, andere Menschen dafür zu gewinnen – was treibt diese Menschen an, zu folgen – und eine Zivilisation zu errichten? Es ist der Wille zur Macht.

Ohne den Willen zur Macht und den Willen zur Herrschaft, würde der Mensch nichts tun. In der Natur ist alles Wettbewerb und alles ist Herrschaft. Die Evolution ist Wettbewerb der Arten. Der tägliche und stündliche Überlebenskampf in der Natur ist Wettbewerb. Der Mensch glaubt nur, sich den Gesetzen der Natur entzogen zu haben. Das hat er nicht. Er hört nur auf jene, die von den großen Taten anderer leben, und ihm etwas von natürlicher „Gleichheit“ und einer art automatischen „Fortschritt“ erzählen. Der Wille zur Macht ist jedem Menschen eigen, doch nicht in jedem Menschen gleich ausgeprägt. Wenn dem Willen zur Macht Willenskraft und Ambitionen zur Seite stehen, dann sind dies die Triebkräfte, die große Persönlichkeiten hervor bringen. Das ist es, was die Zivilisation schuf! Nicht eine Illusion von Gleichheit, nicht eine Illusion eine Art automatischen Fortschritts, der daher allen gehöre! Es sind die Leistungen derer, die sich aus der Masse erhoben haben und die Menschen anführten. [8] Dies waren die Aristokraten!

Die Triebkraft der Aristokratie 

Jeder Mensch strebt danach Eigentum zu besitzen und es zu mehren. Über diesen Instinkt gehen Menschen eine naturgewollte Verbinung mit ihrem Eigentum ein. Sie wollen sich davon nicht trennen und fühlen persönliche Verantwortung dafür. Gerade, wenn sie Lebenszeit und -kraft investierten, um es zu erwerben. Jeder kennt es, mit welcher Inbrunst wir unser Eigentum verteidigen.

Es gibt die erwiesene ökonomische Erkenntnis, dass Privateigentum stets besser und profitabler verwaltet ist, als Gemeineigentum. Dies nennt man die „Tragik der Allmende“. [9] Dies begründet sich eben auf jenem Fakt, dass der Mensch eine persönliche und damit eigenverantwortliche Verbindung mit seinem Eigentum eingeht. Nur mit persönlichem Eigentum wird auch persönliche Verantwortung geschaffen. Mit der Verwaltung von Gemeineigentum, also dem Eigentum anderer, nicht. Denn dort existiert diese persönliche Verbindung nicht. Diese persönliche Verbindung mit dem Eigentum drückt sich dadurch aus, dass wir es a) nicht verlieren möchten und b) dessen Verlust spüren, besonders dann, wenn Lebenszeit und -kraft drin stecken. Das bedeutet, wenn ein Mensch den Instinkt hat, den Wert seines Eigentums zu mehren (oder wenigstens zu erhalten), dann tut er dies aufgrund dieser persönlichen Verbindung äußerst bedacht und sorgsam. Er handelt also eigenverantwortlich. Gemeineigentum kann  dies nicht leisten.

Man nehme nun diesen natürlichen Instinkt Eigentum zu besitzen und dessen Wert eigenverantwortlich zu mehren und kombiniere ihn mit dem genauso natürlichen Willen zur Macht (der dem ohnehin zugrunde liegt) und dann den aber selteneren Tugenden Willenskraft und Ambitionen sowie Intelligenz. Das ist die Triebkraft der Aristokratie und was sie ausmacht! Wenn jeder Mensch bestrebt ist, Eigentum zu besitzen und im besten Fall dessen Wert eigenverantwortlich zu mehren, dann sind es die Aristokraten, die dies besonders erfolgreich tun, da sie den Willen, die Ambitionen sowie den Fleiß und die Befähigung dazu haben.

Das war in der Vergangenheit der Grund, warum die Aristokratie unter anderem den Landbesitz hielt. Man nehme die oben genannten Grundlagen und wende sie auf Land an, auf dem Menschen leben. So kommt man zum Adel.

Der Adel und sein Vermächtnis

Der Begriff „Adel“ leitet sich von „edel“ her. Die Adligen waren folglich „die Edlen“. Sie sind es auch, die man heute gemeinhin der Aristokratie zuordnet, wenngleich sie eher die Spitze einer allgemein aristokratischen Gesellschaften darstellen. Mit Adel muss formal nicht zwangsläufig der traditionelle Erbadel gemeint sein, wie man ihn kennt. Gemeint sein kann jeder Art elitäre Spitze einer aristokratischen Gesellschaft.

Nahezu alle höher entwickelten Gesellschaften der Welt waren einst aristokratisch strukturiert. Gleichzeitig kann man anmerken, dass diese in dem Moment zerfielen, als der Adel seine Macht verlor. Meist aufgrund dessen, dass bestimmte innere und äußere Krisen Adel und Volk auseinander trieben. Nicht selten auch dadurch, dass der aristokratische Adel zu einer Art Kastensystem verkam, in dem Geburt und nicht mehr Leistung maßgebend waren. Aufgrund dessen sagt man dem Adel mit der Zeit Degeneration nach, da er sich lediglich auf seiner ererbten Macht ausruhte und seine ursprünglichen Ideale vergaß. Mancher Länder wie in China oder Frankreich sowie auch England, konnte man dem Adel auch eine Form von Wahnsinn und Psychopathie nachweisen, gemessen an der Politik, was manche auf Inzucht zurückführen, da der Adel oftmals unter sich heiratete, um das Blut rein zu halten. Man erkannte zwar, dass bestimmte Veranlagungen maßgebend waren, verkannte dabei aber die Tatsache, dass diese mit jeder neuen Generation mehr und mehr verschwanden, wenn man den Genpool derart klein hielt. Denn der ursprüngliche Adel erhob sich aus der Masse des gesamten Volkes, während der spätere Adel nur unter sich blieb und daher Potentiale abwürgte. Man gestaltete die Gesellschaft nicht frei oder aristokratisch genug, so dass jeder aus dem Volk zum Bürgertum und dann zum Adel aufsteigen konnte, so dass die Aristokratie stets dynamisch ersetzt wurde. In Deutschland war dies anderes, aufgrund der Tatsache, dass das Land aus unzähligen Monarchien und Dynastien bestand.

Man kann daher nicht sagen, dass jeder Form späteren Adels noch eine Aristokratie war. Was man aber sagen kann ist, dass der Adel die Zivilisation erbaute und das Erbe spielte dabei die entscheidende Rolle. Denn nur, wenn der Adel seine Leistungen in seiner Dynastie weitervererben konnte, konnten folgenden Generationen im gleichen weitergegeben Geist diese Leistungen mehren – die Zivilisation mehren. Die erste Generation einer Adelsfamilie erwirbt Land (Wille zum Eigentum) und siedelte Menschen dort an (Wille zur Wertmehrung). Diese waren nun in Lohn und Brot und gingen einem Tagwerk nach, was Wirtschaft schuf. Die Zivilisation war gewachsen, der Wert des Landes durch die Wirtschaft im Vergleich zur vorherigen Wildnis gemehrt. Die nächste Generation baute eine Stadt und siedelte mehr Handwerk und Zünfte an. Die Zivilisation wächst weiter. Die nächste Generation baut kulturelle Einrichtungen, Theater, Museen, Universitäten. Aus diesen geht eine bedeutende Persönlichkeit der Wissenschaft hervor, die den Zeitgeist bestimmte Die nächste Generation gründet ein Königreich. So wurden aus einfachen Landbesitzungen mächtige Königreiche – so wurde aus der provinziellen Marktgrafenschaft Brandenburg-Preußen, das Königreich Preußen, welches Deutschland unter sich einte und Weltgeschichte schrieb.

Der Adel wirkt über seine Erbe, sein Vermächtnis, über ein Menschenleben hinweg. Er schaft etwas von Bestand, was überdauert, und fortgeführt wird. Erst die eigenverantwortliche Bindung des Adels an sein Landeigentum machte dies möglich. Ein Parlament, welches Gemeineigentum verwaltet, kann dies nicht leisten. Daher erblühte die westliche Kultur unter dem Adel und verroht heute unter den Parlamenten. Aus diesem Grund denkt der Adel erheblich langfristiger, als der gemeine Pöbel. Denn er denkt in Begriffen wie „Vermächtnis“ und wählt daher Wege, die den Bestand der Zivilisation sichern und nicht nur kurzfristigen egoistischen Zielen dienen.

Die aristokratische Gesellschaft

Traditionelle Gesellschaften waren in Klassen organisiert. Oftmals verwechselt man dieses Prinzip mit Kasten. Der Unterschied zwischen einer Klasse und einer Kaste ist, dass Klassengrenzen in aristokratischen Gesellschaften durch Eigenschaften wie Fleiß, Willenskraft, Befähigung und Ambitionen überwunden werden können. Größe führt zum Aufstieg, Versagen zum Abstieg. In einer wahrhaft aristokratischen Gesellschaft erfolgt die Selektion nach Verdienst und nicht nach Geburt. Daher bleiben die Klassen stets dynamisch und degenerieren nicht. Wenngleich jedoch wie beschrieben das dynastische Erbe außerordentlich bedeutend ist.

Formal sah die Klassenstruktur wie folgt aus:

    1. Das gemeine Volk bildete die unterste Klasse. Ihm gehören alle Kinder und Alten, sowie Arme und Besitzlose, Kranke und dergleichen an. Also alle Menschen, die in einem christlichen Gemeinwesen der Fürsorge höherer Klassen unterlagen.
    2. Dem Bürgertum gehörten alle Unternehmer, Kaufleute und Bankiers an. Sie stellten die Produktion und die Dienstleistungen des Landes.
    3. Der Klerus bildet eine Zwischenklasse für die Geistlichkeit.
    4. Der Adel hielt den größeren Landbesitz und bestellte die Regierung, welche zu Teilen aus dem Bürgertum, dem Volk und dem Adel selbst gebildet wurde, abhängig der konkreten Organisationsform.
    5. Die Monarchie stand der gesamten Zivilisation und dem Adel vor. Es war jene Adelsdynastie, die das Recht zur Herrschaft hielt. In einer aristokratischen Ordnung würde auch diese wechseln, sofern sie angefochten unterliegen würde.

Oftmals wurden die Klassen in sich noch einmal unterteilt. So gab es niederes und gehobenes Bürgertum, abhängig des Einflusses, sowie niederen und gehobenen Adel, abhängig des Titels und der Besitzungen.

Eine aristokratische Gesellschaft bildet immer eine Pyramidenstruktur in der Hierarchie aus. Das ist dem einfachen Fakt geschuldet, dass nach oben hin die Besten aus immer kleineren Gruppen ausgewählt werden. Bedeutend dabei ist, dass jede Hierarchiestufe, sprich Klasse, mit mehr Macht aber auch mit mehr Verantwortung ausgestattet ist. Das Bürgertum kümmert sich um sein Gewerbe. Der Adel kümmerte sich im die Politik das Landes und ihre Kultur. Die Monarchie kümmerte sich um die gesamte Zivilisation. Je höher die Hierarchie ging, desto gänzlicher wurde der Einfluss. Je niedriger die Hierarchie ging, desto konkreter wurde die Umsetzung. Der Ursprung der Subsidarität.

Der Erfolg einer guten Herrschaft, welcher unter dem Prinzip „divide et impera“, „teile und herrsche“, festgelegt wurde, bestand darin Macht zu teilen. Statt dass ein Herrscher absolut und autokratischen jeden Aspekt seines Reiches bestimmt, ernennt er den Adel, dem er regionale politische Macht verleiht. Der Adel wirkt wiederum zusammen mit dem oder separat zum Bürgertum, dem er die konkrete unternehmerischer Umsetzung anvertraut (sie wählen sich diese über den Markt). Das Bürgertum wirkt zusammen mit dem Volk, aus dem es die Arbeiter für diese Umsetzung bezieht.

Das heißt zusammengefasst: Aus der Summe aller Menschen steigen bestimmte Individuen hierarchisch auf und platzieren sich gemäß ihrem Verdienst und ihrer Befähigung auf den hierarchischen Stufen. Jede höhere Stufe wartet mit mehr politischen und gesellschaftlichen Einfluss, aber auch mehr individueller Verantwortung auf, die aber durch die individuelle Befähigung verdient wurden. Je fähiger ein Individuum ist, je höher ist seine Position und desto größer ist auch sein Einfluss in der Zivilisation, um sein Potential dieser zur Verfügung zu stellen. Nicht Wahl bestimmt die Position, sondern vorheriger Verdienst!

Jede Stufe, sprich jede Klasse, wird mit konkreten aber begrenzten politischen Rechten ausgestattet, um zu verhindern, dass Unfähigkeit in einflussreiche Positionen gelangt. Die politischen Rechte wachsen mit dem Anstieg der Hierarchie, da hier auch das Maß an Verdienst und Verantwortung gleichsam steigen. So darf das gemeine Volk keine politischen Entscheidungen treffen, da es in seinem Zustand der Fürsorge nicht mündig ist. Das Bürgertum kann an politischen Gremien teilnehmen und Beamter werden sowie als Abgeordnete kandidieren. Der Adel betreibt Landespolitik und bestellt und entlässt die Landesregierung. Die Monarchie bestimmt zusammen mit dem Adel und dem Bürgertum die Staatspolitik und bestellt und entlässt die Staatsregierung. In der Vergangenheit war es so, dass das gehobene Bürgertum in Form der Kaufleute und Bankiers ebenso einen bedeutenden Einfluss auf die Zivilisation hatte. Man denke an die Kaufleute der „Deutschen Hanse“, welche die Hansestädte errichteten, oder die Medici, welche die italienische Kultur und Politik maßgebend mitbestimmten (sie bauten den Florentiner Dom).

Man kann an historischen Beispielen aussagen, dass, je wirtschaftlich freier und aristokratischer eine Gesellschaft ist, desto bedeutender wird die Kultur und desto mehr beteiligen sich Bürgertum und Adel an der kulturellen Blüte.

Die Schwäche des Westens

Die Stärke des Westens war seine Kultur, welches durch eine aristokratische Gesellschaft über Jahrtausende geschaffen wurde. Die größte Schwäche des Westens begann mit dem Schritt von diesem Ideal abzugehen und fortan von „Gleichheit“ und „Fortschritt“ zu sprechen, als wären diese Dinge Naturgesetze. Pazifistische Haltungen nach innen und außen beschleunigten diese Korruption und Schwächung der westlichen Seele noch mehr. Freiheit wurde nicht mehr damit beschrieben, dass Individuum aufsteigen konnten, sondern damit, dass alle gleich seien und die „gleichen Chancen“ hätten und „soziale Gerechtigkeit“ vorherrsche. In Wahrheit wurde das Streben der Individuen nach oben zu Gunsten der Versager abgewürgt, damit diese niemanden über sich finden und sich so besser „fühlen“.

Der Westen wurde korrupt, dekadent und verlor seine Wehrhaftigkeit. Das Starke und Edle wurde nicht mehr geehrte; Schwäche, Feigheit, Verantwortungslosigkeit und Schmarotzertum wurden die neuen „Tugenden“. Nicht mehr das Überwinden von Mühsal, die Vervollkommnung des eigenen Charakters und das Streben nach persönlicher Größe. Konformismus mit den Schwachen und Versagern wurde gesellschaftliches Ideal, statt ihnen Leitbilder zu bieten. Verantwortung für das eigene Schicksal wurde nicht mehr bei sich selbst und der eigenen Kraft, sondern bei anderen gesucht. Unaufhörliche Konflikte dieser kollektivistischer Strukturen um „soziale Gerechtigkeit“ waren die Folge, statt dass sich die Zivilisation über das Streben der großen Individuen verbessert. Es fand eine Stagnation statt und letzten Endes ein Verfall (vgl. Oswald Spengler).

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Kräfte, die noch den alten aristokratischen Wegen folgen, diesen langsam verrottenden Kadaver der westlichen Zivilisation herausfordern werden.

Der Westen ist heute in einer Sinn- und Moralkrise. [10] Er meinte den Feind außen zu finden. Doch der wahre Feind sitzt im Inneren. [11] Die Stärke nach außen ist bestimmt durch die innere Stärke, welche der Westen durch jene falschen Dogmen von Gleichheit und Fortschritt als Naturkonstante verloren hat. [12] Eine hochentwickelte Zivilisation mit einer starken Philosophenkaste, bedingt nicht automatisch das Nichtvorhandensein einer Kriegerkaste oder einer Herrschaftskaste („Kaste“ hier im Sinne einer fest etablierten und als notwendig erachteten Klassenzuordnung). Doch genau dieser Fehler wurde gemacht. Auf pazifistische Weise wurde die eigene intellektuelle Überlegenheit mit dem Schluss begründet, auf Herrschaft und Gewalt verzichten zu können.  Dass, obwohl beides so essentiell für das menschliche Wesen ist und wenn nicht in der eigenen Zivilisation, dann in anderen vorkommen wird. Friede im Inneren wird immer durch Verteidigung nach außen gewahrt. Man verleugnet nicht die eigene Stärke und den Herrschaftsanspruch, nur weil man sich intellektuell wähnt und meint daher darauf verzichten zu können. Doch eine beständige Zivilisation besteht aus allen Aspekten des menschlichen Seins – Intellektualität und Herrschaft.

Doch eine Zivilisation, welche die Größe ihrer eigenen Söhne und Töchter verleugnet, Herrschaft und Hierarchien verleugnet, und pazifistisch ist, muss untergehen. Denn unter Egalitarismus herrscht zuerst das Mittelmaß und dann verfällt die Kultur gänzlich, während sie zeitgleich jede Wehrhaftigkeit nach außen verliert. So ging das alte Rom unter und so geht womöglich auch Europa unter.


Siehe weiter:

https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2017/09/29/die-christlich-liberale-zivilisation/


Quellen:

[1] https://www.youtube.com/watch?v=QLAExvjUJv0
[2] https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2018/01/04/demokratie-versus-republik/
[3] http://www.rheinland-pfalz.parteidervernunft.de/ihre-skandal-se-abgabenlast
[4] https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2017/12/30/im-streben-nach-vervollkommnung-ethik-moral-und-freiheit-im-westen/
[5] https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2017/10/07/das-individuelle-verantwortungsprinzip/
[6] https://www.youtube.com/watch?v=eUvXszFZpmc
[7] https://www.youtube.com/watch?v=OV5QCSw2Pv0
[8] https://www.youtube.com/watch?v=XBmBy7GNYgo
[9] https://de.wikipedia.org/wiki/Tragik_der_Allmende
[10] https://www.youtube.com/watch?v=A_vTnzFni58
[11] https://www.youtube.com/watch?v=SSxbT4J50Uo
[12] https://www.youtube.com/watch?v=Bd4aKaFofck
[13] https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2017/09/23/libertarismus-versus-vernunft-warum-herrschaftsfreiheit-idiotie-ist/

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