Einleitung

Durch die jüngsten Krisen des Finanzsystems, haben viele Bürger begonnen sich mit der Thematik zu beschäftigen. Menschen wie Andreas Popp klären seit Jahren über das System und seine Verstrickungen auf und die einstigen „Montagsmahnwachen“ starteten ebenso mit diesem Thema. So wurde das Finanzsystem zu dem Thema in öffentlichen  und aufklärerischen Debatten und viele meinen darin das Urübel unserer Zeit zu erkennen, scheinen doch alle Verstrickungen immer zu den Herren dieses Systems zu führen. Namen wie Rothschild oder Morgan fallen dabei häufig. Bedeutende Bankiers-Familien, die sich einflussreiche Imperium errichtet haben.

Doch die Geschichte des Bankwesens in der westlichen Welt überspannt erheblich größere Zeiträume. Dort findet man die Phönizier, als einflussreiche Kaufleute im Mittelmeer oder italienischen Bankiers-Familien wie die Medici. Nicht alle Elemente dieser Geschichte sind negativ bedacht, wie es manche Verschwörungstheoretiker (im Wortsinn) gerne auslegen. So bestimmten die Phönizier oder die Karthager mit ihrem Handel die Entwicklung der Zivilisationen im Raum des Mittelmeers. Die Medici werden durchweg positiv, als große Förderer von Kultur und Diplomatie gesehen. Die venezianischen Kaufmänner und Banken hatten ebenso einen bedeutenden Einfluss. Überhaupt ist das gesamte Finanzwesen italienisch bestimmt. Begriffe wie „Saldo“, „Skonto“, „Brutto“, „Netto“, „Bilanz“, „Bank“ oder „bankrott“ sind alle samt italienischen Ursprungs. Dies sind bedeutende Leistungen, welche die westliche Kultur und ihren wirtschaftlichen Erfolg in der Geschichte bestimmten.

Das System wurde korrumpiert und zur eigenen Macht genutzt. Schon in der Historie wusste man um die Macht der Geldwechsler. Sowohl das Christentum wie der Islam kennen ein Zinsverbot und ächteten die „Wucherer“, welche auf Geldverleihe Zinsen nahmen. Nur der Islam hält sich in seinem Bankensystem noch an diesen Grundsatz. Die Christenheit kannte ihn noch in der Klassik, vergaß ihn in der Moderne jedoch.  So heißt es im Buch Moses, Kapitel 25, Vers 36: “ … und sollst nicht Zinsen von ihm nehmen noch Wucher … . … du sollst ihm dein Geld nicht auf Zinsen leihen noch deine Speise auf Wucher austun.“ Der Abfall von der christlichen Ethik war einer von vielen Schritten, welche das Bankenwesen korrumpierten. Die Zeit der Renaissance war die Hochzeit der Banken, aber auch der Aufklärung. Die Aufklärung legte klare Forderungen an einen republikanischen Staat fest, deren Missachtung erst zur Korruption des Bankenwesens führte. Oftmals demokratisch legitimiert. Die Rollen eines Rothschilds und anderer alter Bankiers-Familien beim Aufbau eines die gesamte westliche Welt umspannenden Finanzsystems sind zugleich Initiator wie Nutznießer dieser Prinzipienverstöße.

Das FED-Kartell

Nun meinen viel Aufklärer, das Finanzsystem müsste radikal geändert werden. Je sozialistischer die Menschen dabei denken, desto radikaler fallen die Standpunkte aus, und gehen über die völlig Neukonstruktion der Gesellschaft bis hin zur völligen Abschaffung des Geldes. Kommunismus lässt grüßen. Nur merken viele dabei nicht, dass sie den lachenden Schattenmächten auf dem Leim gehen und sich zu Demagogen ihrer eigenen Zivilisation  machen. Man kam bisher noch nicht auf die Idee, dass man Krisen möglicherweise fingiert und es dann populistisch auf jenen schiebt, den man gerne im Eigeninteresse aus dem Spiel nehmen würde. Der demokratische Pöbel folgt dann dem Ruf.

Denn das, was sie zumeist fordern, entspricht zu gleich jenen Verstößen gegen die Prinzipien der Aufklärung und war überhaupt der Grund, warum das Finanzwesen im letzten Jahrhundert derart mächtig wurde. So haben die Präsidenten der USA bis hin zu Andrew Jackson („I killed the Bank.“) stets versucht eine Zentralbank in den USA zu verhindern. Ihnen war bewusst, dass ein solches System gegen die liberalen Prinzipien ihrer Verfassung verstößt. Nun haben wir in den USA wie in Europa eine Zentralbank und die Warnungen sind vergessen. Wobei dies im Falle der USA nicht ganz richtig ist. Die „Federal Reserve“, gegründet mit dem „Federal Reserve Act“ im Jahre 1913, einem äußerst zwielichtigen Prozess von dem G. Edward Griffin in seinem Buch »The Creature from Jekyll Island: A Second Look at the Federal Reserve« berichtet, ist keine Bank, da sie keine Konten verwaltet. Sie ist ein Kartell mächtiger privater Banken [1], welche im Besitz bedeutender Bankiers-Familien wie den Rothschilds oder der Morgans sind, und dessen Aufsichtsrat eben aus jenen Bankdirektoren besteht. Die FED überwacht sich faktisch selbst und das Kartell handelt im eigenen Interesse da man, wie man weiß, nur gemeinsam stark ist. Hier haben wir den ersten Verstoß: Die Existenz eines wirtschaftlichen Kartells. Das Problem liegt nicht in der Wirtschaft (im Kapitalismus), sondern im Verstoß gegen bestehende Prinzipien. In dem Fall der Wahrung des Wettbewerbs.

Zu diesem Kartell gehören auf der einen Seite die Rating-Agenturen, die im Auftrag der Banken, die Produkte der Banken bewerten und ihnen bei der Erstellung beratend zur Seite stehen. [2] Man bewertet, was man selber gemacht hat, und wird dafür auch noch bezahlt, wenn dieses Rating möglichst hoch ist. Ein klarer Interessenkonflikt für den Außenstehenden, ein Kartell für den Fachkundigen. Letztendlich gehört zu diesem Kartell auch der Staat, der letzte bedeutende Verstoß gegen die Prinzipien der Aufklärung. Der Staat, zumeist demokratisch dazu ermächtigt, greift in die Wirtschaft ein, indem er beispielsweise bestimmte Märkte oder Unternehmen fördert, politische Wirtschaftsprogramme fährt, Preise festlegt oder andere Regulationen anwendet. Auch „rettet“ der Staat Unternehmen, zu denen auch die Banken gehören, obwohl sie der Marktprozess wegen verantwortungslosen Handels hätte pleite gehen lassen. Der Begriff „Too big to fail“ steht dabei im Raum, welche in Praxi meint, dass das Bankenkartell zum Staat geht und um Rettung bittet, mit der Erpressung, ihr Bankrott würde die Wirtschaft zusammenbrechen lassen. [3] Das Beispiel Island hat gezeigt, dass dies nicht der Fall ist und wie man es gleichzeitig richtig macht. [4] Die bewusste Möglichkeit der Bankenrettung durch den Staat lässt die Bankdirektoren derartig korrupt und verantwortungslos werden, da sie genau wissen, dass der Staat, also der Steuerzahler, für ihre Verluste aus dubiosen Geschäften aufkommt. Gäbe es dieses Rettungsnetz nicht, das heißt, würden die Staaten den marktwirtschaftlichen Prinzipien folgen und sowohl Kartelle zerschlagen, wie schlecht wirtschaftenden Unternehmen pleite gehen lassen, wäre die Bankenpolitik eine gänzlich andere. Die vergangenen Finanzkrisen sind alle samt dadurch ausgelöst worden, dass der Staat in die Wirtschaft eingriff, bestimmte Prozesse subventionierend anreizte, und dann „Rettungsmaßnahmen“ fuhr. Rettungsmaßnahmen, welche stets bedeuten, dass der Steuerzahler die Schulden oder Verluste der Banken übernimmt – nachdem seine Steuern schon die Subventionen finanzierten.

Man muss sich dies einmal vor Augen führen: Der Staat erlaubt nicht, dass der Bürger sein Geld eigenverantwortlich auf einem freien Markt einsetzt. Stattdessen nimmt er ihm das Geld über Steuern und Abgaben, um es autoritär für ihn einzusetzen, sprich umzuverteilen. Dabei handelt der Staat nicht verantwortungsbewusst, da er wie die Mafia Geld per Gewaltandrohung einzieht und einsetzt, welches nicht das seine ist. Wo hingegen der Bürger auf einem Markt persönliche Verantwortung übernimmt, wenn er sein Geld einsetzt, da er im Fall er Fälle auch den möglichen Verlust tragen müssten, und so rational und vernünftig entscheiden muss, da hat der Staat keinerlei persönliche Verantwortung für den Verlust zu tragen (die Steuermittel fließen bekanntlich weiter) und handelt so weder rational, noch vernünftig und daher selten gewinnorientiert. [5] Steuermittel werden als verschwendet. Für das Verlustgeschäft des Staates muss dann der Bürger erneut aufkommen. Doch die Bürger kommen nicht auf die Idee demokratisch mehr Marktfreiheit für sich zu fordern. Stattdessen pumpen sie mehr und mehr Geld in den Staat.

Die Forderung der Aufklärung nach individueller Verantwortung wurde hier gebrochen. [6] Das private Bankwesen ist per se eine gute Sache, wenn die Bankdirektoren mit ihrem Eigenkapital, wie bei jedem Unternehmen auch, persönliche Verantwortung tragen. [7] Aber nicht, wenn dieses Prinzip durch den Staat ausgehebelt wird.

Man findet also in Summe folgende Verstöße gegen die Prinzipien der Aufklärung im Finanzwesen:

  1. Kartellisierung des Bankwesens,
  2. Verstoß gegen die Marktfreiheit durch staatliche Eingriffe,
  3. Verstoß gegen das individuelle Verantwortungsprinzip durch Staatsrettung.

Der Dollar

Daneben existieren noch weitere Sachlagen, welche das Finanzwesen derart korrumpierten. Hauptsächlich die Aufhebung der Golddeckung im Jahre 1973 durch US-Präsident Richard Nixon. Auch dieser Akt war ein gewaltiger Betrug. Nachdem vor dem ersten Weltkrieg 1913 die Federal Reserve gegründet wurde, wurde im Jahre 1944 das sogenannte „Bretton-Woods-Abkommen“ beschlossen, nachdem die europäischen Mächte ihr Staatsgold der FED übergeben sollten, damit es durch Krieg nicht entwendet werden kann. Die Staaten bekamen dafür US-Dollar, der zu jener Zeit noch mit Gold unterlegt war. Der Dollar wurde Weltleitwährung. Doch im Jahre 1973 hob Nixon den Goldstandard für den Dollar auf, um für den Vietnam-Krieg Geld drucken zu können. Golddeckung hat den Vorteil, dass langwierige Kriege unbezahlbar sind und daher vermieden werden, will man keinen Staatsbankrott. Mit der Aufhebung des Goldstandards für den US-Dollar, hob man aber gleichzeitig die Golddeckung aller Währung derjenigen Staaten auf, die dereinst ihr Gold für Dollar tauschten. Die blieben nun auf Dollar sitzen und ihre Gold war weg.

Später band man die Abrechnung von Ölkäufen vertraglich an Zahlung allein in US-Dollar, wodurch der „Petro-Dollar“ geschaffen wurde. Der US-Dollar war nun weltweit unverzichtbar geworden, kontrolliert von der FED, jenem privaten Bankenkartell. Man kann davon ausgehen, dass dies alles kein Zufall, sondern ein langfristiger Plan war, um ein weltweites Finanzsystem zu schaffen, welches zentral von bestimmten Interessengruppen kontrolliert wurde.

Das Bank und Geldwesen

Das Geld funktionierte in der Vergangenheit etwas anders, als heute. Geld ist wohl eine der bedeutendsten Erfindungen der Welt. Es ermöglichte allumfassenden Handel und schuf ein universelles und valides Tauschmittel, über welches man durch seinen festen Wert ebenso ökonomische Entscheidungen treffen kann. Doch einst war nicht das bedruckte Papier das Geld, sondern Gold und Silber, in Form von mit einem festen Wert bemessen Münzen als Tauschmittel. Der Sicherheit wegen deponierte man diese ab der Zeit des späten Mittelalters bei Banken in Tresoren. Dafür erhielt man von der Bank und auf gesetzlichen Geheiß sogenannte „Banknoten“, auf denen der hinterlegte Wert in Gold oder Silber vermerkt war (Nennwert). Mit diesen Banknoten konnte man nun überall im Land Gold und Silber bei Banken abheben, um damit zu zahlen. Banken waren private Dienstleister aus dem Bürgertum und rangierten zusammen mit der Klasse der Kaufleute. Jede Bank musste eine bestimmte Menge an Gold und Silber vorrätig halten, damit dieses System funktionierte. Sie waren daher berechtigt Gold und Silber einzukaufen. Banken fungierten als Depot für Gold und Silber, als Anlagenberater und als Kreditgeber. Gerade die Kredite und Anleihen waren probate Mittel zügig die Wirtschaft zu fördern. So mussten Unternehmen kein volles Eigenkapital bei der Gründung aufbringen, sondern konnten dies über einen Kredit ausgleichen, den sie mit dem späteren Gewinn des Unternehmens zurückzahlten. Als Sicherheit dienten dann meist die Unternehmenswerte oder andere Güter, welche die Bank im Falle des Rückzahlungsausfalls erhielt, um den Verlust auszugleichen. Denn immerhin war das von ihr eingesetzt Geld für Kredite formal das Geld ihrer Deponenten. Es machten auch Staaten davon Gebrauch, was nicht immer negative Folgen hatte, wenn es beispielsweise um Kulturförderung ging, doch haben konnte, wenn es um Kriege ging (nicht alle Kriege waren ungerechtfertigt). Wir sprechen hier von der Zeit vom Mittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Entsprechend einflussreich wurden dann große Bankiers-Familien wie die Medici, die ihre Expertise über Generationen weitergaben und die Geschichte, Kultur und Politik ihres Landes entscheidend mitgestalteten.

Man findet beispielsweise auf einer alte deutschen Reichsbanknote den Satz: „Eintausend Markt zahlt die Reichsbankhauptkasse in Berlin ohne Legitimationsprüfung dem Einlieferer dieser Banknote.“ Die Bank zahlt etwas, wenn man Geld hingibt? Die Banknote war kein Geld. Sie war lediglich der Anspruch auf Geld gegenüber der Bank, eine Art Schuldschein, den die Bank gesetzlich verpflichtend einlösen musste. Wer zudem beim US-Dollar genauer hinschaut und historische Noten mit aktuellen Noten vergleicht, wird feststellen, dass vor dem Federal Reserve Act 1913 die US-Banknoten überschreiben waren mit „United States Note“, dem Äquivalent zu „Reichsbanknote“. Heute steht dort „Federal Reserve Note“. Das Geld der USA wurde im Rahmen des Federal Reserve Acts von einer Nationalwährung zu einer Privatwährung, unter Aufsicht jener Interessengruppen. Der Staat der USA verlor die Kontrolle über sein Geld.

Irgendwann dann aber kamen die Menschen auf die Idee ausschließlich mit den Banknoten zu zahlen und sparten sich so das ständig Abholen des Goldes und Silbers. D das ganze Gold und Silber nur noch rumlag, kamen die Banken auf die Idee es selbst einzusetzen, um Gewinne zu machen. Die Goldreserven wurden so immer geringer bis man Gesetze um Mindestreserven erließ. Denn die ausgegeben Banknoten mussten sich auf etwas physisch vorhandenen beziehen, was abgeholt werden konnte. Da nicht zu erwarten war, dass dieses Recht sehr viele Menschen in Anspruch nahmen, setzte man diese Mindestreserve sehr niedrig auf wenige Prozent des Wertes der ausgegebenen Banknoten an.

Würde aber nun ein sogenannter „bank run“ stattfinden, sprich würden genügend Menschen versuchen ihr Geld in Form von Gold abzuheben, würde der Schwindel auffliegen. Bis zur Aufhebung des Goldstandards geschah dies nie oder wurde rechtzeitig abgefangen. Mit der Aufhebung des Goldstandards bezahlen die Menschen nur noch mit wertlosem bedrucktem Papier, welches beliebig vervielfältigt werden kann und auch wird.

In der Vergangenheit war es so, dass mit wachsender Wirtschaft der Staat das Geld vervielfältigte. Gold wurde eingekauft und dem neuen Geld unterlegt. Das Geld wirtschaftsstarker Länder wurde so sehr viel wert. Mit der Digitalisierung wurde das „Giralgeld“ geschaffen. Das sind im Prinzip Buchungssätze, die neues Geld digital generieren, ohne dass einen wirtschaftlichen Gegenwert geschaffen wird. Mit diesem Buchgeld arbeiten die Banken dann weiter, geben Kredite aus, schaffen mehr Buchgeld und so weiter. Dies aufgrund dessen, dass bestimmte Gesetze im 20. Jahrhunderts sukzessive abgeschafft wurden, welche die Goldreserven der Banken und ihre Geschäftstätigkeit regelten. In Deutschland war dies das Bankgesetz von 1875.

Der Zins als Wucher war bereits ein Verbrechen. Denn so musste ein Kreditnehmer der Bank stets mehr zurück zahlen, als er erhalten hatte. Das ging am Anfang noch als Verwaltungsgebühr durch, hatte aber den geächteten Makel, dass es die Bankiers bereicherte und Menschen in unverhältnismäßige Schuld und Abhängigkeit trieb. Die Libertären argumentieren an dieser Stelle, dass das Mehr an Geld, welches die Bank durch den Zins zurück erhält, durch die Wertschöpfung bezahlt wird, die durch den Kredit erfolgte. Das funktioniert aber nur dann, wenn nicht der Staat, sondern die Banken die Geldmenge bestimmen, und wenn auch tatsächlich eine verwertbare wirtschaftliche Wertschöpfung erfolgt. Ein Kredit für einen privaten Wohnhausbau scheint dies nicht zu leisten, denn das Haus erfüllt keinen wirtschaftliche Mehrwert, was eine Geldmengenausweitung erlaubt. Heute bestimmt zudem nicht mehr der Staat über die Geldmenge, sondern jenes Bankenkartell. Dafür wurden Zentralbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB) oder eben die FED geschaffen.

Der Giralgeld-Zinseszins, sprich die Zinsen auf Zinsen, wird mathematisch für jedes Konto errechnet, ohne dass ein wirtschaftlicher Gegenwert geschaffen wird. Das Geld wird immer schneller mehr und mehr und mehr und hat heute eine Menge erreicht, die mit allen Güter der Erde nicht mehr in Waage zu bringen ist – und es vermehrt sich weiter. Der Zinseszins ist eine Exponentialfunktion. Diese hat die Eigenschaft eines immer schnelleren Wachstums. Dieses mathematische Wachstum erzwingt unter anderem das Wirtschaftswachstum, obwohl es dieses längst überholt hat. Bezahlt wird nur noch mit 0en und 1en, die man beliebig vervielfältigen oder per Knopfdruck löschen kann. Man kann es als globales System sehen, welches jenen Interessengruppen dient. Aber man kann auch einen Schritt weiter denken. Denn was auch geschieht ist, dass Geld als solches völlig seine Bedeutung verliert. Welche Ideologie war es, die das Geld abschaffen wollte? Der Kommunismus. [8]

Die Reform

Nun stellt sich die Frage, wie man aus der Nummer rauskommt. Vorweg sei gesagt, dass eine radikale Gesellschaftsrekonstruktion unnötig ist. Es muss sich nur an das gehalten werden, was einst fundamentale Prinzipien für die Marktwirtschaft waren und sind. [9]

  1. Ein privates Bankenwesen ist in der Regel effizienter, als ein staatliches. Es muss jedoch dafür Sorge getragen werden, dass alle privaten Banken im freien und fairen Wettbewerb zu einander stehen, so, wie jedes Unternehmen in einer Marktwirtschaft.
  2. Kartelle und Monopole müssen auf dem Markt gesetzlich untersagt und verfolgt werden. Nur so wird fairer Wettbewerb gewährleistet und mächtige Interessengruppen verhindert. Gleichzeitig müssen Gesetze für Transparenz auf dem Markt sorgen und Täuschungen der Marktakteure verfolgt werden.
  3. Der Staat muss per Verfassung daran gehindert werden, in die Wirtschaft oder den Markt einzugreifen, es sei denn um die Vollkommenheit des Marktes in Form von freien und fairen Wettbewerb und Transparenz zu wahren oder zu fördern. Der Staat darf nicht herangezogen werden, um die Marktfreiheit/-vollkommenheit einzuschränken. Er darf keine Unternehmen subventionieren oder vor der Pleite retten. Private Schulden bleiben private Schulden.
  4. Die Aufnahme von Krediten des Staates bei Banken muss verfassungsmäßig untersagt sein, um einerseits dem Minimalstaatsprinzip [10] Rechnung zu tragen, so dass die Steuermittel den Staat begrenzen. Andererseits soll so Staatsverschuldung und Abhängigkeit des Staates von Banken verhindert werden.
  5. Die Aufgaben der Banken sind gesetzlich auf Investitionsberatung, Kreditvergabe und Gelddeponierung zu begrenzen.
  6. Zinsen („Wucher“) sind getreu dem christlichen Gebot zu verbieten. Stattdessen sind Banken am Gewinn zu beteiligen, wenn diese bei Investitionen beraten. Profitable Geschäfte sind so im Interesse der Bank. Weiterhin können Banken dazu berechtigt werden, Anteile des eigenen deponierten Geldes anzulegen und den Gewinn daraus an den Deponenten auszuschütten.
  7. Die Golddeckung ist verfassungsmäßig festzuschreiben und eine Aufhebung zu untersagen.
  8. Zentralbanken sind verfassungsmäßig zu untersagen.
  9. Dem Staat obliegt verfassungsmäßig und per Gesetzgebung die Münzprägung und die Emission der Banknoten über eine Staatsbank.
  10. Eine Staatsbank ist zu schaffen, welche Befugnisse zur Ausgabe von Banknoten an private Banken erteilt sowie Gold und Silber erwerben kann. Der Direktor der Staatsbank wird vom Parlament eingesetzt und abgesetzt. Die Bücher dieser Bank sind öffentlich und durch die Regierung einsehbar.
  11. Wertpapierhandel/-spekulation muss allen Banken untersagt sein.
  12. Ein Bankgesetz ist zu erlassen, welches die allgemeine Geschäftstätigkeit der privaten Banken (besonders ihre Grenzen), sowie die Befugnisse der Gesetzgebung und der Staatsbank auf Grundlage verfassungsmäßiger Grundsätze regelt. Das Bank und Geldwesen ist zu einflussreich, als dass man es allein privaten Interessen übereignet. Zudem bedingt eine einheitliche Währungsform einen solchen Akt. Der Wettbewerb verschiedener Währungsformen, wie es die Libertären fordern, wäre völlig unpraktikabel für die Bürger.

Das Bankgesetz von 1875

Für diese Akte braucht es kein neues Gesetz. Nur die Reaktivierung des 1875 eingesetzten Bankgesetzes. [11] Dieses Gesetz enthielt bereits Reglungen beispielsweise zur Golddeckung, zur staatlichen Hoheit und zur Geschäftstätigkeit der Banken.


Quellen:

[1] http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/195002/100-jahre-federal-reserve-system-13-11-2014
[2] http://www.bpb.de/politik/wirtschaft/finanzmaerkte/133275/rating-agenturen?p=all
[3] http://www.bpb.de/politik/wirtschaft/finanzmaerkte/135463/ursachen-der-finanzkrise?p=all
[4] https://finanzmarktwelt.de/banken-pleite-gehen-lassen-island-hat-gezeigt-wie-es-geht-10042/
[5] https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2017/12/04/eigentum-und-gewinn/
[6] https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2017/10/07/das-individuelle-verantwortungsprinzip/
[7] https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2017/11/30/eigentum-und-verantwortung/
[8] https://eiserneskonigreich.wordpress.com/category/neue-weltordnung-auf-dem-weg-zum-weltkommunismus/
[9]  Michael Burda und Charles Wyplosz (2009): Macroeconomics. A European Text. Oxford University Press, Oxford, 5. Auflage, S. 445; Dr. Dr. h. c. mult. Günter Wöhe, Dr. Ulrich Döring (2008): Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. Verlag Franz Vahlen München, 23. Auflage, S. 415
[10] https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2017/06/01/wesen-und-aufgaben-eines-minimalstaates/
[11] https://de.wikisource.org/wiki/Bankgesetz

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