Seit jeher hat die politische Linke faktisch das Monopol auf gesellschaftliche Revolutionen. Die politische und bürgerliche Konservative stand dabei stets für Tradition und Beständigkeit, Recht und Ordnung, und war daher wenn in der Reaktion, aber nie in der Position der Revolution. Die traditionell dem Recht und der Ordnung gehorchenden Bourgeoisie lehnt die Revolution und deren Mittel und Rhetoriken ab. Im 20. Jahrhundert ergriff jedoch der Sozialismus die Macht in der westlichen Welt, indem er die Unterschichten im Rahmen der durch die Kriege ausgelösten Krisen und Identitätstraumata gegen die alte Ordnung aufhetzte, denen man dieses Leid und Elend zur Verantwortung gab. Seither werden die westlichen Gesellschaften nicht mehr von der Aristokratie und der Bourgeoisie beherrscht, sondern vom Pöbel und seinen Daseinsformen in Demokratie und Sozialismus.

Nun lösten diese Daseinsformen innere Krisen aus und es sind Gruppen, welche mehr oder weniger sich wieder den traditionelleren Wegen verschrieben haben, welche sich im Widerstand sehen und eine Revolution anzustoßen versuchen. Nur wenige verstehen dabei, dass das Regime, gegen welches sie sich wenden, der demokratisch Sozialismus und die Pöbelherrschaft (engl. „Mob-Rule“) sind. International agierende Interessengruppen haben diese unterstützt, gerade weil sie leicht zu korrumpierende Politiken hervorbringen. Vielen wähnen sich daher konservativ, sind aber dennoch mal mehr mal weniger linken Denkweisen anhängend. Das Jahrhundert der Herrschaft des Pöbels hat es fertig gebracht, dass jedes konkrete traditionelle Denken verschwunden ist und nichts geblieben ist, außer entweder linkes Denken oder von links verzerrtes traditionelles Denken. [1] Daher arbeiten auch diese Gegenbewegungen, auch wenn sie sich konservativ und traditionell sehen, oftmals weiter mit Denkweisen wie Gleichheit und Ablehnung von Herrschaft, die aber im Gegensatz zur aristokratischen Tradition linkem Denken entspringen. Genauso wie die Vorstellung der Nation. Die konservative Gegenbewegung hat sich weder ausreichend selbst definiert, indem sie beispielsweise die christliche Ethik wieder in den Mittelpunkt stellt, noch in ihren Methoden bezogen auf die angestrebte Gesellschaftsreform von der politischen Linken abgegrenzt. Das ist ihr Fehler.

Aus diesem Grund dominieren in den Gegenbewegungen weiterhin Populismus und Gleichmacherei. Es sind Rhetoriken, welche die breite Masse ansprechen sollen, das „Volk“. Doch der Fehler in diesem und dem linken egalitären Denken liegt darin, dass man die Verschiedenheit der natürlich Schichtung der Gesellschaft ignoriert. Eine einst traditionell auf dem Liberalismus im Ideal fundierte christliche Zivilisation, wo das Streben des freien Individuums und dessen Größe zentrales Thema ist, schuf eine natürliche und nützliche hierarchische Gesellschaftsstruktur, die es anzuerkennen gilt. Egalitäre Gleichmacherei auf den kleinsten gemeinsamem Nenner schafft lediglich ein Mittelmaß und ignoriert die Bedeutungen bestimmter Interessen, die es gibt. Die politische Linke ist ideologisch unfähig gesellschaftliche Schichten und Hierarchien anzuerkennen. Sie bekämpft sie in ihrem Klassenkampf. Aber wenn man sich konservativ sieht, dann darf man diesem Denken nicht folgen und muss sich wieder traditionellen Strukturen verschreiben, die in ihren Prinzipien keineswegs überkommen sind. Denn nur so erkennt man, dass die Gesellschaft aus vielen Schichten und Interessengruppen besteht, eben nicht nur aus dem gemeinen egalitären Pöbel, und dass diese eigene Sprachen sprechen, eigenen Argumenten zugänglich sind, und eigene Interesse vertreten. Diese gilt es für den Erfolg einer Gegenbewegung zu kennen und individuelle anzusprechen und zu überzeugen.

So vergisst die konservative Gegenbewegung, dass die Wirtschaft ein gewaltiger Einflussfaktor ist und sie durchaus in ihrem Kampf unterstützen könnte. Doch jene, die sich konservativ wähnen, verhalten sie wie erwähnt eher wie Linke und übernehmen deren Antikapitalismus, indem sie im schlimmsten Fall in der Wirtschaft den Feind sehen. [2] Damit manchen sie sich mit der politischen Linken gemein, aber sind keine Konservativen. Doch die Wirtschaft und die Unternehmer gehören auch mit zur Gesellschaft und bilden einen bedeutenden Teil aus. Doch ihre Sprache und ihr Denken sind anders, da sie gerade eine Schicht bilden, die sich vom gemeinen Pöbel abhebt. Natürlich haben sie andere oder gar konkretere Interessen, als der gemeine Pöbel. Das heißt aber nicht, dass diese nicht dem angestrebten Ziel der Reform dienen können. Die reformatorische Bewegung muss nur ihre intellektuellen Gebiete von der Kultur und der Tradition auf die Ökonomie ausdehnen. Denn als Konservativer ist die vordringlichste Frage, was der Zivilisation dient. Nur der Linke fragt, was dem allgemeinen Glück dient. Aber sie muss auch erkennen, dass sie mit planwirtschaftlichen Ansätzen die Wirtschaft zum Feind hat.

Die Wirtschaft ist an Gewinnmaximierung interessiert. Wie auf diesem Blog beschrieben, dient dieses Prinzip der gesamten Zivilisation, wenn es ethnisch und moralisch fundiert ist. Die westliche Wirtschaft begründet all ihre Ideale und Prinzipien auf dem Liberalismus der Aufklärung. Freiheit es daher ihr Ziel, für maximale Gewinnmaximierung – gerade auch im Dienste der Zivilisation und ihres Wohlstandes. Der Wirtschaftsliberalismus ist also die Sprache, auf welche die Wirtschaft reagiert. Nicht der populistische Patriotismus allein, wie ihn der gemeine Bürger vertritt, der gerade dabei ökonomische Zusammenhänge nicht im Blick hat. Diese Sprache muss die Gegenbewegung sprechen, nicht nur um die Wirtschaft in die Bewegung einzubinden, sondern auch um sich von der politischen Linken abzugrenzen. Denn dieses ist es, die Planwirtschaft forciert. Als Konservativer und Traditionalist kann und darf man diesem Kurs nicht folgen, auch wenn man das Adjektiv „national“ vor die Planwirtschaft setzt. Das traditionelle Prinzip begründet sich nicht auf Sozialismus und Planwirtschaft, sondern auf Fleiß und Freiheit. [3]

So gibt es viele weitere Interessengruppen in der Gesellschaft. Die Kunst ist zu lernen, welche Interessen sie haben, welche Sprache sie sprechen und wie man diese Interessen in die Gegenbewegung zum Nutzen des Vaterlandes einbinden kann. Genau dies tat der pater patriae Otto von Bismarck, als er Deutschland einte: Er studierte die Interessen der maßgebenden Einflussgrößen und bediente sie in diesem Ziel. Eines muss dabei aber stets klar sein: Die politische Linke ist der Gegner, welcher die westliche Zivilisation vernichten will. [3] Man muss sich daher auf das besinnen, was die politische Linke vernichten will (Kapitalismus und Christentum), und man darf sich nicht ihrer Rhetoriken, Methoden und Strukturen bedienen, um nicht so zu werden, wie sie. Man darf daher nicht alle über einen Kamm scheren und sie in einer falschen egalitären Vorstellung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner reduzieren. Konservativ sein heißt, Leistung anzuerkennen und aristokratisch zu denken. Das heißt die Verschiedenheit der Menschen und gesellschaftlichen Schichten anzuerkennen und sie in einem freiheitlichen Geist jeweils ihren Interessen folgen zu lassen, damit der Zivilisation gedient wird. Das Ziel muss es sein, im Sinne des Vaterlandes, die individuellen Interessen der gesellschaftlichen Schichten und Gruppen für die Bewegung zu gewinnen und einzubinden! Natürlich unter der Voraussetzung, dass diese nicht objektiv zum politischen Gegner gehören.


Quellen:

[1] https://www.youtube.com/watch?v=_Ou_kgQ8j-E
[2] https://www.youtube.com/watch?v=pmoaKkEwfU4
[3] https://www.youtube.com/watch?v=eUvXszFZpmc
[4] https://www.youtube.com/watch?v=SSxbT4J50Uo

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