In den letzten Jahrzehnten – ach was, seit dem letzten Jahrhundert – schaffte es das deutsche Volk, in der Masse statistisch immer nur durchschnittlich gebildet, kaum eine politische Entscheidung per Wahl mit einer langfristig profitablen rationalen Entscheidung zu versehen. [1] Es ist wohl nur dem persönlichen „Dunning-Kruger-Effekt“ geschuldet [2], dass die Mehrheit der deutschen Bürger nicht einsehen kann, dass a) sie keine Ahnung von Ökonomie haben und b) die Mehrheit der demokratischen gewählten Politiker noch weniger. Wenn man also konkret nachweisen kann, dass die heutigen Zustände durch demokratische Prozesse verursacht wurden [3], sprich durch die Vorstellung, alle Bürger seien gleich und hätten die gleiche Stimme, dies aber völlig die Statistik verleugnet, nach der lediglich weniger Prozent der Gesellschaft höher begabt sind [4] und so durch demokratische Mehrheitsentscheidungen die Dummen stets die Politik bestimmen, wie kann man dann annehmen, so etwas wie direkte Demokratie wäre die Lösung? Also „Volksentscheide auf allen Ebenen“ wie es heißt?

Direkte Demokratie benannte Thomas Jefferson nicht ohne Grund als „Mob-Rule“. [5] Dies erklärte Gustave le Bon mit seinem Zitat: „Der Verstand sinkt mit der Anzahl der Versammelten.“ Sprich, in der Masse ist der Pöbel dumm und es gibt nichts, was eher einen Massenherrschaft gleichkommt (in der die wenigen Intellektuellen stets untergehen), als die Demokratie und demokratische Prozesse. Wie sagte Bejamin Franklin in dem Zusammenhang: „Democracy is two wolves and a lamb voting on what to have for lunch. Liberty is a well-armed lamb contesting the vote“. Freiheit bedeutet der Schutz individueller Rechte und Freiheiten vor allem gegenüber den Mehrheitsentscheidungen der Demokratie! Allenfalls wäre es eine passable Forderung die Anzahl der höher und Hochbegabten statistisch zu ermitteln und dann ihre Stimme im Verhältnis zum Rest pro Person zu erhöhen, damit sie wenigstens eine Chance haben das dumme Geschrei der Masse auszugleichen, was ansonsten mehr Staat und weniger Freiheit stets als das non plus ultra jeder gesellschaftlichen Entscheidungen forciert.

Volksentscheide auf höheren Ebenen als der örtlichen Gemeinde, sind schlicht weg eine dumme Idee. Die meisten Bürger haben schlicht weg von der Mehrheit der ökonomischen, innen- oder außenpolitischen sowie geopolitischen Zusammenhänge keine Ahnung und können daher, auch aufgrund des Mangels an persönlicher Verantwortung für ihr jeweilige politische Entscheidung [6], keine rationale und vernünftige Entscheidung treffen. Daneben werden sie, gerade auch wegen fehlender Bildung, von allen Richtungen medial und journalistisch manipuliert. Die öffentliche Meinung ist heute nichts anderes, als eine unaufhörliche Konstruktion politischer gewünschter Meinungsbilder, metapolitisch die Hoheit innehabender Ideologien. Die sozialistische Vorstellung, Individuen entscheiden unter Berücksichtung der Gemeininteressen ist einfach nur lächerlich. Niemand tut das und niemand kann diese Komplexität in seiner persönlichen Entscheidung erfassen. Niemand kennt die Bedürfnisse aller Menschen und daher versagt auch die Planwirtschaft, die sich genau dies anmaßt. Allenfalls effizient ist ein System, welches aus den Bedürfnissen der Individuen, die Bedürfnissen des Gemeinwesens herleitet. Dieses System nennt man Marktwirtschaft und Kapitalismus.

Aus gutem Grund gab es in der Vergangenheit ein Klassen- und Ständesystem, um die mehr Verantwortung, gerade weil gebunden ein persönliche Besitzstände [7], gerade auch in fähigere Hände zu verteilen. Es war nicht möglich diese Befähigung irgendwie zu bestimmen oder zu wählen, wie man es heute meint. Heute sind es die unfähigsten Versager, demokratisch gewählt, die unserer Zivilisation vorstehen. Zu jener Zeit aber herrschte Aristokratie und die Besten wurden aus immer kleineren Gruppen  der Besten „ausgewählt“ und mit mehr Einfluss aber auch mehr Verantwortung höher positioniert. [8] Da brauchte es keine Demokratie, sondern nur Ambitionen, Willenskraft, Fleiß und Befähigung zur Überwindung der Hierarchiestufen. Das Maß an vor allem politischer Verantwortung über das eigene Heim, die Gemeinde, die Stadt und das Land hinweg bis zum Staat im Ganzen, wies sich mit steigendem Stand strukturell zu. Es war eine Selektion nach Verdienst, eben eine Aristokratie.

Diese Gesellschaften haben wir für Egalitarismus abgeschafft. Statt die Besten aufsteigen zu lassen, wählen wir den gesellschaftlichen Ausschuss, welcher im persönlichen Machtstreben dem mehrheitlichen Pöbel Honig ums Maul schmiert. Der Aristokrat kommt und bleibt an der Macht durch Leistung und fällt durch schlechte Entscheidungen. Der Demokrat kommt und bleibt an der Macht durch Überredung und fällt niemals, solange er die eigene Wählerschaft möglichst von seiner Politik abhängig hält. Man beißt nicht in die Hand, die einen (sozialstaatlich) füttert. Wenn es dann doch nicht mehr klappt, dann verlangt der Pöbel die Ersetzung und das Spiel geht von vorne los.

Bis heute haben die Deutschen den Unterschied nicht verstanden, was Freiheit bedeutet und was sie bedingt. Dass Freiheit immer auch Verantwortung heißt; dass gute politische Entscheidungen nur dann erfolgen, wenn für die Konsequenz persönliche Verantwortung besteht und schlussendlich, dass eben nicht alle gleich und die Masse dumm ist. Es muss die Abrissbirne für jede noch so hoch entwickelt Gesellschaft sein, wenn dumme Menschen sehr viel Verantwortung erhalten oder wenn die Macht von einer Gruppe allein aus der Legitimation ausgeht, sie sind die Mehrheit – oder die Minderheit. Die Besten sollen aus Wettbewerb heraus herrschen, ganz nach ihrer Befähigung!

Aus der alten Ordnung lassen sich sehr viele Erkenntnisse gewissen. Zum Einen, dass so etwas wie Stände und Klassen immer existierten werden, egal ob man eine Gesellschaft daraus aufbaut und es für die Zivilisation nutzt, oder nicht. Solange die Gesellschaft frei besonders in der Ökonomie ist und solange Wettbewerb, Gewinn und Leistung noch einen Wert haben [9], werden sich immer die wenigen Besten an die Spitze arbeiten, was dann aber allen nützt. Zum Anderen, dass bestimmte gesellschaftliche Schichten, Stände oder Klassen, ganz bestimmte geistige Räume und damit Verantwortungsräume aufweisen, in denen sie optimal wirken. Alles darüber hinaus wirkt zum Schaden der Gesellschaft. Je höher die Hierarchie verläuft, sofern es sich im eine Aristokratie handelt, desto größer ist der Überblick über das Gesamte. Je niedriger die Hierarchie, desto geringer wird das Interessenfeld. Die sogenannte „Basis“ – früher sagte man das „Volk“ – interessiert sich meist nur für die eigenen unmittelbaren Interessen in Heim und Arbeit. Das unternehmerische Bürgertum denkt meist in größeren Maßstäben, wie Stadt oder Region. Einst folgte darauf der Adel, der sich dann um die Belange des Landes kümmerte. Teilweise übernimmt dies heute ein international agierendes unternehmerisches Bürgertum, teilweise ging die Befugnis des Adels an den Staat. Gebunden ist diese Sphäre vor allem aber an den Besitz. Das Volk hielt Eigentum an Haus und dem, was es mit dem Arbeitslohn erwarb. Das unternehmerische Bürgertum hielt Eigentum an Unternehmen unterschiedlichster Größe. Der Adel hielt Eigentum an Landbesitz. So verteilten sich dann auch die persönlichen Verantwortungen und das sehr profitabel. Die Politik des Adels wurde durch das Bürgertum umgesetzt und dieses stellte das Volk als Arbeiter an.

Heute aber riss man diese Hierarchie in einem falschen egalitären Denken weg, zerstörte das aristokratische Bewusstsein und die Ehrung von persönlicher Größe und Verdienst, und meint es seien nun alle gleich, so dass man Volksentscheide zu wichtigen Fragen abhalten kann. Es ist ja alles ein großer Bienenschwarm und alle werden schon richtig entscheiden. Alles gehöre allen und alle müssten mit entscheiden über Dinge, die ihnen nicht gehören. Alle müssten über die Verwendung der Ressourcen entscheiden. Direkte Demokratie ist sogar noch dümmer, als Planwirtschaft. Da waren es nur wenig, die sich erdreisteten diese Entscheidungen zu treffen. Nun sollen es alle tun. Dann hat man eine Gruppe mit 80 Millionen Menschen, von denen vielleicht 100 000 Ahnung von Ökonomie haben und der Rest den Kopf in sozialistischen Utopien hat, und dann wird per Mehrheit abgestimmt, was gemacht wird. Das ist der reine Irrsinn. Selbst wenn man es schaffen würde, die deutsche Gesellschaft einigermaßen aufzuklären und umfänglich zu bilden, damit die Bürger überhaupt in der Lage sind irgendeine Fragestellung von gewisser Tragweite rational und vernünftig zu treffen, würde le Bon wieder dazwischen krätschen und die einzelnen Individuen würden in der verantwortungslosen Masse dümmer werden, als sie es als verantwortungsvolle Individuen wären.

Am Ende bleibt die Erkenntnis aus der Kulturtradition: Entscheidung nur in dem Maße, wie sie mit persönlicher Verantwortung gedeckt ist! Und: Klassen machen Sinn, um eine Gesellschaft zu ordnen und vor allem das Maß an politischen Befugnissen effizient zuzuweisen.


Quellen:

[1] https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2017/12/26/die-historischen-gesellschaftlichen-fehler-der-deutschen/
[2] https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2018/01/19/kognitive-dissonanz-und-der-dunning-kruger-effekt/
[3] https://www.youtube.com/watch?v=yhk7sVqzOiQ
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/The_Bell_Curve
[5] https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2018/01/04/demokratie-versus-republik/
[6] https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2017/10/07/das-individuelle-verantwortungsprinzip/
[7] https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2017/11/30/eigentum-und-verantwortung/
[8] https://eiserneskonigreich.wordpress.com/2018/01/17/aristokratie/
[9] https://www.youtube.com/watch?v=eUvXszFZpmc

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